Masterarbeit, 2015
164 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Durchgängige Sprachbildung
2.1 Bildungssprache – Alltagssprache – Fachsprache
2.2 Forschungsstand zum Zielspracherwerb
2.3 Sprachbildung als Aufgabe aller Unterrichtsfächer – das Konzept der durchgängigen Sprachbildung
2.4 Qualitätsmerkmale für sprachbildenden Unterricht
3. Sprachbildung im Sportunterricht
3.1 Potentiale des Sportunterrichts für die Sprachbildung
3.1.1 Fachsprache des Sportunterrichts
3.1.2 Sprachliches Handeln im Sportunterricht
3.1.3 Der Kernlehrplan Sport für die Hauptschulen in NRW
3.2 Potentiale der Sprachbildung für den Sportunterricht
3.3 Überfrachtung des Sportunterrichts
3.4 Sprachbildung in den sportbezogenen Curricula
4. Zwischenbilanz und Fragestellung
5. Untersuchungsdesign
5.1 Problemzentriertes Interview zur Datenerhebung
5.2 Stichprobe
5.3 Interviewleitfaden
5.4 Durchführung
5.5 Datenaufbereitung
5.6 Datenauswertung
6. Ergebnisse
6.1 Grundlegende Fragen
6.2 Fachwortschatz Sport
6.3 Einschätzung/ Messung Sprachstand
6.4 Sprachsensibilität des Sportunterrichts
6.5 Kommunikation im Unterricht
6.6 Qualitätsmerkmale für sprachbildenden Unterricht
7. Diskussion
7.1 Kritische Reflexion des Vorgehens
8. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential des Sportunterrichts für das Konzept der durchgängigen Sprachbildung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit Sportlehrkräfte das Konzept der durchgängigen Sprachbildung bereits im Unterricht umsetzen und welche weiteren Möglichkeiten für eine sprachbildende Gestaltung des Fachunterrichts bestehen.
1. Einleitung
„Bildung hat in der modernen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Sie entscheidet maßgeblich über Lebenschancen und befähigt Menschen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.“ (Bundeszentrale für politische Bildung, 2013a)
Dieses Zitat der Bundeszentrale für politische Bildung lässt den Wert von Bildung für unsere heutige Gesellschaft erkennen. Deshalb wird weit verbreitet auch von einer 'Bildungsgesellschaft' gesprochen, in der wir uns in Deutschland befinden. Gemessen an einem Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund von 20,5% in Deutschland im Jahr 2013 (Statistisches Bundesamt, 2014) ist Deutschland de facto nicht nur eine Bildungs-, sondern auch eine Einwanderungsgesellschaft. Dass Deutschland schon seit vielen Jahrzehnten ein Einwanderungsland ist, wurde jedoch seitens der Politik und der Gesellschaft lange Zeit nicht anerkannt. Dies führte zu einer mangelnden Integration von Migranten in die bestehende Gesellschaft. Die Integration in eine Bildungsgesellschaft führt über den Weg der Bildung, der eingewanderten Bevölkerungsteilen häufig verwehrt oder zumindest erschwert wurde und immer noch wird (vgl. Baumert, Stanat & Watermann, 2006). Ein maßgeblicher Faktor für den Zugang zu und das erfolgreiche Erwerben von Bildung ist das Beherrschen der sogenannten Zielsprache. Auch dieses Feld der gesellschaftlichen Integration von Migranten blieb lange Zeit unbestellt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Sprachbildung in einer modernen Migrations- und Bildungsgesellschaft ein und verdeutlicht die Notwendigkeit, das Fach Sport stärker in den Fokus der durchgängigen Sprachbildung zu rücken.
2. Durchgängige Sprachbildung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Sprachkonzepte Bildungssprache, Alltagssprache und Fachsprache und erläutert den aktuellen Forschungsstand sowie Qualitätsmerkmale für einen sprachbildenden Unterricht.
3. Sprachbildung im Sportunterricht: Hier werden die sprachlichen Anforderungen und Potentiale des Sportunterrichts analysiert, die Rolle der sporteigenen Fachsprache beleuchtet und die curricularen Grundlagen in NRW diskutiert.
4. Zwischenbilanz und Fragestellung: Dieses Kapitel bündelt die theoretischen Erkenntnisse zu Bildungssprache und Fachsprache und führt zur zentralen empirischen Fragestellung der Arbeit über.
5. Untersuchungsdesign: Hier wird das methodische Vorgehen erläutert, welches auf qualitativen problemzentrierten Interviews mit Sportlehrkräften an Hauptschulen basiert.
6. Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Auswertung der Interviews zu Aspekten wie Fachwortschatz, Sprachstandseinschätzung und der Anwendung der Qualitätsmerkmale für sprachbildenden Unterricht.
7. Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die erhobenen Daten vor dem Hintergrund der theoretischen Grundlagen und reflektiert kritisch das methodische Vorgehen.
8. Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese Zusammenfassung unterstreicht die Notwendigkeit, den Sportunterricht zukünftig gezielter in die Sprachbildung einzubeziehen, und formuliert Forschungsdesiderate für die Zukunft.
Bildungssprache, Sportunterricht, durchgängige Sprachbildung, Deutsch als Zweitsprache, Fachsprache, Sprachsensibler Fachunterricht, Sprachstandsdiagnose, Qualitative Inhaltsanalyse, Mehrsprachigkeit, Unterrichtskommunikation, Wortschatz, Lernende, Bildungsbiografie.
Die Arbeit untersucht, wie das Konzept der durchgängigen Sprachbildung im Sportunterricht umgesetzt werden kann und ob Sportlehrkräfte das Potential für eine bewusste Sprachförderung erkennen.
Die Themen umfassen die Definition von Bildungssprache, die Analyse sportartspezifischer Fachsprache, die Bedeutung von Unterrichtskommunikation sowie die Rolle des Sports bei der Integration von Schülern.
Das Ziel ist eine erste explorative Annäherung an die Thematik, um zu ergründen, an welchen Stellen Sportunterricht bereits sprachbildend wirkt und wo noch Ausbaumöglichkeiten existieren.
Die Autorin führt qualitative, problemzentrierte Interviews mit vier Sportlehrkräften an Hauptschulen in Nordrhein-Westfalen durch, um subjektive Sichtweisen und Unterrichtspraxis zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zur durchgängigen Sprachbildung sowie eine detaillierte Auswertung der geführten Interviews anhand der sechs Qualitätsmerkmale für sprachbildenden Unterricht.
Die zentralen Begriffe sind Bildungssprache, Sportunterricht, durchgängige Sprachbildung, Fachwortschatz, Unterrichtskommunikation und qualitative Inhaltsanalyse.
In der Sportdidaktik wird Sport oft primär als körperliches Handlungsfeld wahrgenommen, wobei das Potential der begleitenden Verbalisierung und Kommunikation für kognitive Lernprozesse häufig übersehen wird.
Ja, die befragten Lehrkräfte berichten, dass mangelnde sprachliche Mittel zur Artikulation von Bedürfnissen oder Frustration bei Schülern vermehrt zu aggressivem Verhalten führen können.
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