Masterarbeit, 2012
96 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die Herrschaft von „Ober Ost“ – Ausplünderung mit dem Ziel der Autarkie
2.1 Litauen im Kontext der deutschen Kriegswirtschaft
2.2 Die Ausbeutungs- und Requisitionsmaßnahmen
2.3 Zwangsarbeit im großen Stil
2.4 Die Bevölkerungspolitik von „Ober Ost“
2.5 Litauen als Kolonie des Deutschen Reiches
3. Litauen als nationalsozialistisches Ausbeutungsobjekt
3.1 Das deutsche Wirtschaftssystem und dessen Rolle für Litauen
3.2 Die fortgesetzte Ausplünderung
3.3 Ausbeutung und Arbeitskräftebeschaffung
3.4 Die rassistische Bevölkerungs- und Hungerpolitik
3.5 Litauens Zukunft im „Generalplan Ost“
4. Kontinuitätsbetrachtung der beiden Besatzungsregime
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der deutschen Besatzungsregime in Litauen während des Ersten und Zweiten Weltkriegs unter wirtschaftlichen Aspekten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik als Fortführung der früheren Ausbeutungspraxis von „Ober Ost“ betrachtet werden kann und welche Rolle rassenideologische Faktoren bei der Verschärfung der Besatzungsherrschaft spielten.
2.2. Die Ausbeutungs- und Requisitionsmaßnahmen
Der Ausbau und die Aufrechterhaltung der deutschen Kriegswirtschaft stand mit an oberster Stelle für die militärische Spitze des Deutschen Reiches. Zur Erreichung dieses Ziels sollten die besetzten Gebieten ihren Beitrag leisten. Für „Ober Ost“ war daher die massenhafte Konfiszierung von Produkten und die Ausbeutung von Rohstoffen das schnellste und einfachste Mittel zur Umsetzung dieses Vorhabens. Wie diese Beschlagnahmungen abliefen und was konfisziert wurde, ist Thema in diesem Kapitel.
Die Landwirtschaft besaß im wirtschaftlichen Gefüge Litauens eine herausragende Stellung. Landwirtschaftliche Nutzflächen und ausgedehnte Waldgebiete waren nach Ansicht der militärischen Spitze in „Ober Ost“ dazu geeignet, das okkupierte Territorium in den Dienst der deutschen Kriegswirtschaft zu stellen. Jedoch wurde das Agrarland im Vergleich zu Deutschland mit der ineffizienten Art der Dreifelderwirtschaft bewirtschaftet. Der Krieg hatte 1915 im Land beträchtliche Schäden in der Produktionskapazität angerichtet.
Zur Steigerung der Ernteerträge bzw. Bestellung aller Ackerflächen in Litauen und zur Kompensation des durch Kriegshandlungen bedingten schlechten Erntejahres 1915 gab die Verwaltung „Ober Ost“ den litauischen Bauern finanzielle Anreize und unterwies sie in modernen Produktionsmethoden, wie sie im Deutschen Reich üblich waren. Zusätzlich erhielten die Landwirte Saatgut, landwirtschaftliche Maschinen und Geräte.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung Litauens als strategischer Raum in den Weltkriegen und definiert die zentralen Untersuchungskategorien wie Zwangsarbeit und Rohstoffausbeutung.
2. Die Herrschaft von „Ober Ost“ – Ausplünderung mit dem Ziel der Autarkie: Dieses Kapitel analysiert die deutsche Besatzung im Ersten Weltkrieg, insbesondere die militärische Verwaltung und ihre rücksichtslosen Methoden zur Ressourcenbeschaffung für die Kriegswirtschaft.
3. Litauen als nationalsozialistisches Ausbeutungsobjekt: Das Kapitel untersucht den Wandel zur nationalsozialistischen Besatzungsherrschaft, geprägt durch ideologische Motive, den Holocaust und eine verschärfte Zwangsarbeitspolitik.
4. Kontinuitätsbetrachtung der beiden Besatzungsregime: Hier erfolgt ein direkter Vergleich beider Besatzungsepochen, um direkte und indirekte Kontinuitäten in der Wirtschaftspolitik und der Ausbeutungspraxis aufzuzeigen.
Litauen, Ober Ost, Reichskommissariat Ostland, Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit, Requisition, Autarkie, Nationalsozialismus, Generalplan Ost, Ausbeutung, Bevölkerungspolitik, Holocaust, Kolonisation, Besatzungsregime, Ressourcenbeschaffung
Die Masterarbeit befasst sich mit der vergleichenden Untersuchung der deutschen Besatzungspolitik in Litauen während des Ersten und Zweiten Weltkriegs, speziell unter wirtschaftlichen Aspekten.
Zentrale Themen sind die deutsche Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit, Requisition von Rohstoffen, Bevölkerungspolitik sowie die Siedlungs- und Annexionspläne der Besatzungsmächte.
Das Hauptziel ist es, Kontinuitäten und Brüche zwischen der Militärverwaltung von „Ober Ost“ und der nationalsozialistischen Zivilverwaltung im Zweiten Weltkrieg aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Methode unter Auswertung zeitgenössischer Quellen, militärischer Dokumente und umfangreicher wissenschaftlicher Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Blöcke: die Besatzung im Ersten Weltkrieg (Ober Ost) und die nationalsozialistische Besatzung, inklusive der rassistischen Vernichtungspolitik gegenüber Juden und Roma.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Litauen, Ober Ost, Zwangsarbeit, Ausbeutung, Autarkie, Kriegswirtschaft und Generalplan Ost.
Die jüdische Bevölkerung wurde unter „Ober Ost“ primär als Arbeitskräftereservoir genutzt, während im Zweiten Weltkrieg die systematische physische Vernichtung (Holocaust) im Vordergrund stand.
Die Forschung zeigt hierbei keine prominenten direkten personellen Kontinuitäten auf; die Verwaltungsstrukturen und das Personal unterschieden sich aufgrund der zeitlichen Distanz und ideologischen Ausrichtung des NS-Regimes.
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