Bachelorarbeit, 2015
53 Seiten, Note: 2,0
1. Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in der stationären Versorgung Dementer
2. Demenz – Zahlen und Fakten
2.1 Epidemiologie
2.2 Abgrenzungsmöglichkeiten
3. Aktuelle stationäre Versorgungsangebote für Menschen mit Demenz
3.1 Von der integrativen zur segregativen Versorgung
3.2. Konzeptionelle Basis segregativer Pflege- und Betreuungskonzepte
3.2.1 Der milieutherapeutische Ansatz
3.2.2 Der person-zentrierte Ansatz
3.3 Hausgemeinschaften und Wohngruppen als neue segregative Versorgungskonzepte für Menschen mit Demenz
4. Pflegeoasen
4.1 Ursprung
4.2 Zielgruppe, Differenzierungsmöglichkeiten und räumliche Ausgestaltung
4.3 Voraussetzungen für die Umsetzung einer Pflegeoase
5. Finanzierung
5.1 Klassische Entgeltvereinbarung
5.2 Zusatzoptionen in der Finanzierung von Pflegeoasen und aktuelle reformpolitische Veränderungen
6. Darstellung einbezogener Studien
7. Auswirkungen der Pflegeoasen auf verschiedene Personengruppen
7.1 Einflüsse auf die Lebensqualität der Bewohner
7.1.1 Psychisches Wohlbefinden
7.1.2 Physisches Wohlbefinden
7.1.3 Soziales Wohlbefinden
7.2 Sicht des Pflegepersonals
7.3 Sicht der Angehörigen
8. Diskussion
8.1 Aktueller Stand der Forschung
8.2 Zukunftsperspektiven
8.3 Pflegeoasen aus ethischer Sicht: Missachtung der Würde und Individualität?
9. Fazit
Die Arbeit untersucht das Versorgungskonzept der Pflegeoasen für schwer demenzkranke Menschen in Deutschland, bewertet deren aktuellen Stand, die Finanzierung sowie die Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Bewohner, des Pflegepersonals und der Angehörigen.
4.1 Ursprung
Das Versorgungskonzept der Pflegeoase geht auf das „Drei Welten Modell“ von Herrn Dr. Christoph Held, dem Betriebsarzt und Gerontopsychiater des Krankenheims Sonnweid im schweizerischen Wetzikon zurück.76
Es handelt sich hierbei um ein Pflege- und Betreuungskonzept, das bewusst den Kompetenzabbau im Krankheitsverlauf Demenzkranker einplant und daher dreistufig aufgebaut ist. In diesem Sinne teilt Held das Erleben der Krankheit durch den Patienten in drei Kategorien ein: „Welt der kognitiven Erfolglosigkeit“ (leichte Demenz), „Welt der kognitiven Ziellosigkeit“ (mittlere bis schwere Demenz) und „Welt der kognitiven Schutzlosigkeit“ (schwere Demenz).77
Unter Anwendung des person-zentrierten und milieutherapeutischen Ansatzes erleben die Bewohner in der jeweiligen Welt eine an ihren aktuellen Bedürfnissen angepasste Pflege und Betreuung, die den Erhalt bestehender Fähigkeiten zu fördern versucht. In der Absicht, demenzkranke Bewohner vor Überforderung zu schützen, ist mit voranschreitendem Kompetenzabbau einrichtungsintern der Wechsel in eine andere Bewohnergruppe der darauffolgenden Welt vorgesehen.78
Innerhalb der zielgerichteten Ausrichtung auf schwer Demente in der dritten Welt, entstand im Pflegezentrum Sonnweid 1998 die erste Oase.79
1. Entwicklungs- und Veränderungsprozesse in der stationären Versorgung Dementer: Einleitung in die Thematik der demenzspezifischen stationären Versorgung und Erläuterung des wachsenden Versorgungsbedarfs aufgrund des demographischen Wandels.
2. Demenz – Zahlen und Fakten: Epidemiologische Darstellung der Demenzerkrankungen sowie eine medizinische Abgrenzung der verschiedenen Demenzformen und Stadien.
3. Aktuelle stationäre Versorgungsangebote für Menschen mit Demenz: Analyse des Wandels von integrativen zu neuen segregativen Wohnformen wie Hausgemeinschaften und Wohngruppen.
4. Pflegeoasen: Beschreibung des Ursprungs, der Zielgruppen, der baulichen Voraussetzungen und der konzeptionellen Ausgestaltung der Pflegeoasen.
5. Finanzierung: Erläuterung der klassischen Entgeltvereinbarungen sowie spezifischer Zusatzoptionen und reformpolitischer Entwicklungen in der Finanzierung.
6. Darstellung einbezogener Studien: Methodischer Überblick und Vorstellung der neun in der Arbeit evaluierten Studien und deren Rahmenbedingungen.
7. Auswirkungen der Pflegeoasen auf verschiedene Personengruppen: Detaillierte Untersuchung der Effekte auf das psychische, physische und soziale Wohlbefinden der Bewohner sowie die Sichtweisen von Personal und Angehörigen.
8. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Forschungsstand, Zukunftsperspektiven und ethischen Aspekten der Pflegeoasen.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Pflegeoasen als innovative Versorgungsform und deren Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in der stationären Altenhilfe.
Pflegeoase, Demenz, stationäre Pflege, Lebensqualität, segregative Versorgung, Mehrpersonenraum, Schwerstdemenz, Pflegeversicherungsgesetz, person-zentrierter Ansatz, milieutherapeutischer Ansatz, Altenhilfe, Evaluation, Angehörigenperspektive, professionelle Pflege, Demenzbegleitung.
Die Arbeit analysiert das Versorgungskonzept der Pflegeoasen als innovative Wohnform für schwer demenzkranke Menschen in Deutschland und bewertet deren Wirksamkeit anhand wissenschaftlicher Begleitstudien.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption, den baulichen Voraussetzungen, der Finanzierung sowie den Auswirkungen von Pflegeoasen auf die Bewohner, deren Angehörige und das Pflegepersonal.
Ziel ist es zu untersuchen, ob Pflegeoasen eine bessere Lebensqualität für schwerst demenzkranke Bewohner im Vergleich zu traditionellen stationären Wohnformen gewährleisten können.
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie eine zusammenfassende Auswertung von neun empirischen Evaluationsstudien, die in den vergangenen Jahren zu verschiedenen Pflegeoasen durchgeführt wurden.
Im Hauptteil werden neben den Grundlagen der Demenz und der Entwicklung segregativer Versorgungsformen insbesondere die Finanzierungssituation, das räumliche Konzept der Pflegeoase und die Ergebnisse zu Wohlbefindensaspekten detailliert dargestellt.
Zentrale Begriffe sind Pflegeoase, Demenz, stationäre Pflege, Lebensqualität, Mehrpersonenraum sowie die person-zentrierte und milieutherapeutische Betreuung.
Dies bezieht sich auf das "Drei Welten Modell" von Dr. Christoph Held, welches das Erleben der Demenz in drei Stadien unterteilt, wobei die Pflegeoase speziell auf die Bedürfnisse der "Welt der kognitiven Schutzlosigkeit" (schwere Demenz) ausgerichtet ist.
Viele Angehörige befürchteten anfangs eine Rückkehr zur anonymen Massenpflege (Mehrbettzimmer) und sorgten sich um den Verlust der Privatsphäre ihrer Familienmitglieder, wandelten ihre Meinung jedoch nach ersten positiven Erfahrungen oft.
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