Masterarbeit, 2013
82 Seiten, Note: 1,3
I. Einleitung
I.1 Allgemeine Einführung
I.2 Zu zwei Begriffen: Kollaboration und Text
I.3 Allgemeine Hinweise zum Zitieren und Referenzieren
II. Dynamik als Merkmal von Text und Wissen
II. 1 Text und Dynamik
II.1.a Über Zensur und die Frage wer in Texte eingreifen kann
II.1.b Text und Textur – Zu den Möglichkeitsformen eines Textes
II.1.c Zur Dynamik der Texturen – und wie man in sie eingreifen kann
II.1.d Hypertexte und der von ihnen angestoßene Wandel im Umgang mit Texten und Texturen
II. 2 Wissen und Dynamik
II.2.a Zur Unterscheidung von Wissen und Erkenntnis
II.2.b Erkenntnis und Wissensprodukte
II.2.c Etikettierung von Wissensprodukten
II.2.d Das Web 2.0 als neue Form der Vernetzung und Zusammenarbeit
II.2.e Zur Geschichte des freien Wissens
II.2.f Virtuelle Netzwerke als kollaborative Umgebungen
II.3 Zwischenfazit
III. Kollaboration im Bereich wissenschaftlicher Arbeit
III.1 Zur Kommunikationsfreiheit und neuen Rollenverteilungen
III.2 zu aktuellen Beteiligungsmustern
III.3 Methoden und Modelle
III.4 Modelle für das kollaborative Arbeiten an digitalen Editionen
III.5 Akquise von Kollaborateuren und Motivation für kollaboratives Arbeiten
III. 6 Grenzen und Freiheiten – Bedingungen und Regulierungssysteme für das kollaborative Arbeiten
IV. Fallbeispiele
IV.1 Transcribe Bentham
IV.1.a Zum Projekt
IV.1.b Beschreibung der Möglichkeiten zur Mitarbeit
IV.1.c Kritik
IV.2 Monasterium Collaborative Archive (MOM-CA)
IV.2.a Zum Projekt
IV.2.b Beschreibung der Möglichkeiten zur Mitarbeit
IV.2.c Kritik
V. Ausblick – Ein Desiderat
Die vorliegende Arbeit untersucht die Potenziale kollaborativer Arbeitsmodelle für die digitale Editionsphilologie im Kontext des Web 2.0. Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie gesellschaftlich verteilte Expertise in wissenschaftliche Editionsvorhaben integriert werden kann, ohne dabei wissenschaftliche Standards zu gefährden.
II.1.b Text und Textur – Zu den Möglichkeitsformen eines Textes
Die Diskussion um die kleine Hexe bringt mich zu der Erkenntnis, dass ein Text nicht unmittelbar erfahrbar, sondern nur über die Interpretation seiner Textur mittelbar zu erschließen ist. Sprache, die sich in der Textur eines Textes zeigt, veraltet. Die Gefahr, dass Texte dadurch falsch verstanden werden können, ist real und sollte nicht übergangen werden mit dem Hinweis, dass sich ein Leser genügend historische Kenntnisse aneignen müsse, um einen Text richtig zu verstehen. Das würde die Bedeutung des Sinn konstituierenden Lesers unzulässig auf die Rolle des Übersetzers der Gedanken eines Autors verkürzen. Tatsächlich ist er aber ein mit dem erzählenden Text kollaborierender Konstrukteur von Sinn. Diese Konstruktion kann nie endgültige sein, da sich die Bedingungen der Lektüre verändern. Moritz Bäßler weist in diesem Zusammenhang auf die Transsituativität des Lesens hin: Die Lektüre eines Textes sei nicht an eine bestimmte Situation gebunden, wodurch unterschiedliche Lesungen entstünden.
Die Bedeutung des Lesens als Sinnkonstitution und -konstruktion ist allgemein anerkannt. So schreibt etwa Gunter Martens, „daß der Prozeß des Lesens nicht [...] dem Text äußerlich ist, sondern ihn allererst konstituiert.“ Aus dieser Einsicht zieht er den Schluss, dass ein Text ein Zeichen sei, „dessen Struktur durch eine vom Zeichenbenutzer und vom jeweiligen situativen Umfeld bestimmte dynamische Wechselbeziehung zwischen Textträger und Textbedeutung gekennzeichnet ist.“ Radikaler sind die Vorstöße der Poststrukturalisten, welche die Produktivität des Textes auf der Seite des Lesers sehen. Dadurch entwickelte sich ein Textbegriff, der sich nicht mehr an einen Autor sondern am Leser orientiert. Solche Positionen tragen allerdings die Gefahr in sich, zu weit in ein neues Extrem abzudriften, welches dem Text- und Autorbegriff des 19. Jahrhundert lediglich diametral gegenübersteht, ohne ihn als Alternative ablösen zu können.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenfelder der kollaborativen Wissensarbeit und die Relevanz für digitale Editionen ein und umreißt die methodische Herangehensweise der Arbeit.
II. Dynamik als Merkmal von Text und Wissen: Das Kapitel beleuchtet theoretisch, wie sich das Verständnis von Texten und Wissen in digitalen Medien wandelt, weg von statischen Einheiten hin zu dynamischen Prozessen.
III. Kollaboration im Bereich wissenschaftlicher Arbeit: Hier werden die organisatorischen Aspekte der Zusammenarbeit, von Beteiligungsmustern bis hin zu Akquise und Motivation von Mitarbeitenden, erörtert.
IV. Fallbeispiele: Dieses Kapitel präsentiert die beiden praktischen Anwendungsbeispiele "Transcribe Bentham" und "Monasterium Collaborative Archive" und analysiert deren Arbeitsweisen.
V. Ausblick – Ein Desiderat: Der Ausblick formuliert Visionen für zukünftige kollaborative Editionen und reflektiert über notwendige technologische und strukturelle Entwicklungen.
Kollaboration, Digitale Edition, Web 2.0, Textdynamik, Crowdsourcing, Wissensgesellschaft, Partizipation, Editionsphilologie, Transkription, Virtuelle Forschungsumgebung, Reputation, Qualitätssicherung, Open Access, Mediale Repräsentation, Wissensverbreitung.
Die Arbeit untersucht das Potenzial kollaborativer Arbeitsmodelle, bei denen die breite Öffentlichkeit oder fachfremde Experten an wissenschaftlichen, insbesondere editionswissenschaftlichen Projekten mitwirken.
Zu den Kernbereichen zählen die Dynamik von Texten und Wissen im digitalen Raum, das Web 2.0 als Arbeitsumgebung sowie Fragen der Motivation und Qualitätssicherung bei kollaborativen Vorhaben.
Die Arbeit analysiert, wie Modelle der kollaborativen Arbeit auf digitale wissenschaftliche Editionen übertragen werden können, ohne dabei wissenschaftliche Standards und die Qualität der Ergebnisse zu gefährden.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Untersuchung, die durch Fallbeispiele (Transcribe Bentham und MOM-CA) ergänzt wird, um die Theorie mit praktischen Erfahrungen zu validieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Reflexionen über den Wandel des Textbegriffs durch digitale Medien, Analysen zu Beteiligungsmustern und Methoden kollaborativer Projekte sowie eine detaillierte Auswertung zweier konkreter Fallbeispiele.
Wichtige Begriffe sind Kollaboration, digitale Edition, Web 2.0, Crowdsourcing, Textdynamik, Partizipation und Wissensgesellschaft.
Sie dienen als konkrete Beispiele für die Umsetzung kollaborativer Konzepte in der Praxis, wobei ihre Stärken und die technischen sowie organisatorischen Herausforderungen kritisch beleuchtet werden.
Der Editor wandelt sich zunehmend vom philologischen Experten zum Projektmanager, der den kollaborativen Prozess steuert, ohne dabei die inhaltliche Verantwortung abzugeben.
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