Examensarbeit, 2004
92 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1 Die komplexen Zahlen
1.1 Die Entstehungsgeschichte der komplexen Zahlen
1.2 Die Konstruktion der komplexen Zahlen C
1.2.1 Definition der komplexen Zahlen
1.2.2 Die imaginäre Einheit i
1.2.3 Geometrische Veranschaulichung von C
1.2.4 Nichtanordbarkeit von C
1.2.5 Die Vollständigkeit von C
1.3 Der Zwei-Quadrate-Satz
1.4 Axiomatische Charakterisierung von C
1.4.1 Die Existenz einer Nullstelle
1.4.2 Die Einzigkeit von C
2 Hamiltonsche Quaternionen H
2.1 Die Entstehungsgeschichte der Quaternionen
2.2 Die Konstruktion der Quaternionen H
2.2.1 Die Divisionsalgebren
2.2.2 Der Schiefkörper H der Quaternionen
2.3 Alternative Beschreibung der Quaternionen
2.4 Der Vier-Quadrate-Satz
2.5 Axiomatische Charakterisierung von H
2.5.1 Zur Nichtkommutativität von H
2.5.2 Der Satz von Frobenius
2.6 Anwendungsmöglichkeiten der Quaternionen
2.6.1 Die Quaternionen in den Naturwissenschaften
2.6.2 Die Quaternionen und die 3-dimensionale euklidische Geometrie
3 Die Divisionsalgebra O der Cayley-Zahlen
3.1 Die Entstehungsgeschichte der Oktonionen
3.2 Die Konstruktion der Oktonionen O
3.3 Der Acht-Quadrate-Satz
3.4 Axiomatische Charakterisierung von O
3.4.1 Zur Nichtassoziativität der Oktonionen
3.4.2 Der Satz von Hurwitz
4 Ausblicke
Schlusswort
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erweiterung des Zahlensystems über die komplexen Zahlen hinaus. Dabei wird analysiert, welche weiteren algebraischen Strukturen existieren, wie diese konstruiert werden können und welche grundlegenden Eigenschaften (wie Kommutativität oder Assoziativität) dabei verloren gehen.
1.1 Die Entstehungsgeschichte der komplexen Zahlen
Die sogenannten komplexen Zahlen sind uns erstmals in der Zeit der Renaissance in der Algebra begegnet. Gironlamo Cardano (1501-1576) beschäftigte sich in seinem Werk „Artis magnae sive de regulis algebraicis liber unus“, das 1545 in Nürnberg erschienen ist, unter anderem mit der Lösbarkeit quadratischer Gleichungen. Bei Gleichungen wie etwa x(10 - x) = 40 findet er zwar keine reellen Lösungen, jedoch interpretierte er 5 + √-15 und 5 - √-15 als Lösungen einer solchen Gleichung. Damit leitete er den Umgang mit „imaginären“ Zahlen ein. Bis heute ist nicht geklärt, ob Cardano über quadratische oder kubische Gleichungen zu den komplexen Zahlen gefunden hat. Für beide Arten von Gleichungen formulierte er in seiner Arbeit entsprechende Lösungsformeln.
Rafael Bomelli (1526-1572) hat die von Cardano aufgestellte Algebra weiterentwickelt. Er formulierte acht fundamentale Rechenregeln für komplexe Zahlen, obwohl er über ihre Eigenschaften bzw. das Wesen dieser Zahlen fast nichts wusste. Beispielsweise lautete eine seiner Regeln (in heutiger Notation) (-i)(-i) = -1, wodurch er als erster das formal korrekte Rechnen mit komplexen Zahlen beschrieb.
Die Mathematiker in der damaligen Zeit gewöhnten sich an den Umgang mit komplexen Zahlen, auch wenn ihnen eine genaue Herleitung aus geometrischer oder arithmetischer Sicht noch fehlte. So stellt etwa René Descartes (1596-1650) in seiner „La Géométrie“ den Gegensatz zwischen reell und imaginär heraus, indem er behauptet, dass man sich bei jeder Gleichung so viele Lösungen vorstellen oder einbilden kann, wie ihr Grad angibt. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) dagegen bereicherte die Lehre vom Imaginären mit der erstaunlichen Beziehung von √1 + √-3 + √1 - √-3 = √6.
1 Die komplexen Zahlen: Dieses Kapitel führt in die Konstruktion, die geometrische Veranschaulichung und die Vollständigkeitseigenschaften der komplexen Zahlen ein.
2 Hamiltonsche Quaternionen H: Hier werden die durch Hamilton eingeführten Quaternionen als vierdimensionale reelle Divisionsalgebra behandelt und auf ihre algebraischen Besonderheiten untersucht.
3 Die Divisionsalgebra O der Cayley-Zahlen: Das Kapitel widmet sich der Konstruktion der Oktonionen und analysiert deren Nichtassoziativität sowie den Satz von Hurwitz.
4 Ausblicke: Ein kurzer Ausblick auf die allgemeinere Frage nach der Anzahl der endlichdimensionalen reellen Divisionsalgebren.
Komplexe Zahlen, Quaternionen, Oktonionen, Cayley-Zahlen, Divisionsalgebren, Schiefkörper, Satz von Frobenius, Satz von Hurwitz, hyperkomplexe Zahlen, Algebra, Vektorraum, Nullstelle, Assoziativität, Kommutativität, Norm.
Die Arbeit befasst sich mit der Erweiterung des Zahlbegriffs über die reellen und komplexen Zahlen hinaus zu sogenannten hyperkomplexen Systemen.
Im Zentrum stehen der Aufbau und die Eigenschaften von Zahlbereichen wie den komplexen Zahlen, den Hamiltonschen Quaternionen und den Cayley-Zahlen (Oktonionen).
Das Ziel ist es, die systematische Erweiterung des Zahlensystems zu konstruieren und die mathematischen Bedingungen sowie den Verlust gewisser Axiome bei höheren Dimensionen aufzuzeigen.
Es wird eine mathematisch-axiomatische Methode angewandt, bei der Körpererweiterungen, Vektorraumstrukturen und algebraische Sätze (wie der Satz von Frobenius und Hurwitz) herangezogen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Konstruktion komplexer Zahlen, die Einführung der Quaternionen inklusive ihrer Nichtkommutativität und die Theorie der Oktonionen.
Die wichtigsten Begriffe sind Divisionsalgebren, Schiefkörper, komplexe Zahlen, Quaternionen, Oktonionen und der Satz von Hurwitz.
Der Satz von Frobenius erklärt, warum es bis auf Isomorphie nur drei endlichdimensionale reelle Schiefkörper gibt (reelle Zahlen, komplexe Zahlen und Quaternionen).
Während Quaternionen assoziativ sind, verlieren die Oktonionen bei ihrer Konstruktion zusätzlich die Eigenschaft der Assoziativität.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

