Magisterarbeit, 2004
171 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Wie die Bilder laufen lernten – Comicverfilmungen im historischen Überblick
2.1. Vorgeschichte: Die Genese des Comics in den U.S.A.
2.2. „Serials“ und Hollywoods erste Comicfilme
2.3. Serienfilme im „Double Feature“ und Fernsehproduktionen
2.4. Großproduktionen und neueste Entwicklungen
3. Die Inszenierung des Comichaften – „Comic-Look“ und „Comic-Look-Alike“
3.1. Der exaltierte Code der Comics
3.2. Der neoformalistische Ansatz der Filmanalyse – Grundlagen und Bezeichnungen
3.3. Reminiszenzen, Hommagen und Versatzstücke
3.3.1. Zeichnungen und Zeichentrickelemente
3.3.2. Ikonographische Zeichen mit Comicbezug
3.3.3. „Comictypische“ Bildeinstellungen
3.3.4. Weitere Bezugnahmen
3.4. Physiognomie, Maske, Kostüm und Produktionsdesign
3.4.1. Von Übermenschen und Monsterwesen
3.4.2. Die „grelle“ Welt der Comics
3.4.2.1. Durch die Hölle zum Regenbogen – Die Batman-Filme seit 1989
3.4.2.1.1. Im Herzen der Finsternis – Batman
3.4.2.1.2. Rückkehr an die Wirkungsstätte des Dunklen Ritters – Batman Returns
3.4.2.1.3. Abenteuerim Vergnügungspark – Batman Forever
3.4.2.1.4. Comichelden im Wunderland – Batman & Robin
3.4.2.2. Im Reich der Primärfarben – Dick Tracy
3.5. Alles ist möglich, auch das Unmögliche – Tricktechnik im Dienste der Comicästhetik
3.5.1. Realer Zeichentrick in drei Dimensionen – The Mask
3.5.2. Aktion Mutante – X-Men
3.5.3. Mit Netz, aber ohne doppelten Boden – Spider-Man
3.6. Übergänge im Comicstil – Die Wiederkehr der Panels in Hulk
4. Schluss
Die Arbeit untersucht die ästhetischen Strategien bei der filmischen Adaption von Comics, mit dem Ziel herauszuarbeiten, wie eine „Comicästhetik“ durch filmische Mittel (Kamera, Produktionsdesign, Kostüm, Tricktechnik) erfolgreich auf das Medium Film übertragen werden kann.
Die Inszenierung des Comichaften – „Comic-Look“ und „Comic-Look-Alike“
Der Comic folgt als Literatur- und Kunstgattung ganz besonderen, eigenen Regeln bezüglich Inhalt und optischer Gestaltung. Um die Bewertung einer Comicverfilmung unter ästhetischen Gesichtspunkten in einem angemessenen Rahmen führen zu können, gilt es zunächst zu ermitteln, welches typische darstellerische Elemente und Charakteristiken des Vorlagemediums sind. Unter Rückbezug auf das an früherer Stelle angeführte Zitat von Susanne Marschall über die Qualitäten einer gelungenen Comicverfilmung erscheint es besonders notwendig, konkrete Wesensmerkmale zu formulieren, um diese in einer folgenden kritischen Analyse unterschiedlicher filmischer Adaptionen in einfältiger Aneignung oder kreativer Eigennutzung wieder entdecken zu können.
Wie die im Vorfeld skizzierte Vorgeschichte des Comicmediums nahelegt, entwickelte sich der Begriff „Comic“ unter anderem aus dem englischen Wortpaar „Comic Strip“, komischer im Sinne von lustiger (Bild-)Streifen. Diese Bezeichnung bezieht sich sowohl auf einen zunächst humoristischen Inhalt, als auch auf das formale Prinzip der Bildreihung. Der Begriff blieb im englischen und anglizierten beziehungsweise von Amerikanismen beeinflußten Sprachraum allgemeingültig erhalten, auch zur Bezeichnung der späteren nichthumoristischen Bildergeschichten und Publikationen im Albenformat. Eine allgemeine, einhellig anerkannte Definition des Begriffes „Comic“ existiert nicht, dennoch lassen sich zahlreiche Versuche zusammentragen, die Möglichkeiten benennen und Ähnlichkeiten aufweisen, auf denen eine wissenschaftliche Weiterführung gründen kann.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der gegenseitigen Beeinflussung von Comic und Film sowie Definition der zentralen Forschungsfrage.
2. Wie die Bilder laufen lernten – Comicverfilmungen im historischen Überblick: Historische Herleitung des Comics und Darstellung der frühen Entwicklung von Comic-Adaptionen (Serials/Serienfilme).
3. Die Inszenierung des Comichaften – „Comic-Look“ und „Comic-Look-Alike“: Theoretische Untersuchung der ästhetischen Gestaltungsmittel, die eine Comicästhetik im Film ermöglichen, inklusive Fallbeispielen wie Batman oder Dick Tracy.
4. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit zur Entwicklung der filmischen Comicadaptionen.
Comicverfilmung, Comicästhetik, Filmtheorie, Neoformalismus, Produktionsdesign, Tricktechnik, Superhelden, visuelle Strategien, Batman, Dick Tracy, The Mask, Spider-Man, Hulk, Panels, Exaltierter Code
Die Arbeit analysiert die ästhetischen Strategien bei der Übertragung von Comic-Vorlagen in das Medium Realfilm.
Die Untersuchung umfasst die historische Genese des Comics, die Theorie der Comicästhetik und die praktische Umsetzung dieser Ästhetik durch verschiedene filmische Gestaltungselemente.
Das Ziel ist es, Kriterien für eine gelungene Comicverfilmung herauszuarbeiten, die den ästhetischen Paradigmen beider Medien gerecht wird.
Die Arbeit bedient sich des neoformalistischen Ansatzes der Filmanalyse, um die filmische Form und ihre Funktionen systematisch zu untersuchen.
Der Hauptteil analysiert die ästhetische Gestaltung durch Kameraarbeit, Produktionsdesign, Kostümierung und Tricktechnik anhand bekannter Fallbeispiele wie Batman, Dick Tracy oder The Mask.
Wichtige Begriffe sind Comicästhetik, Filmtheorie, Exaltierter Code, Tricktechnik und Produktionsdesign.
Während sich Burtons Filme an den düsteren Ursprüngen der Comicvorlage orientieren, interpretieren Schumachers Filme das Batman-Universum als farbenfrohes, popkulturelles Spektakel im Stil der 1960er Jahre.
Digitale Techniken ermöglichen es erstmals, phantastische Elemente und "Unmögliches" aus der Comicwelt glaubwürdig in den Realfilm zu transferieren, womit die visuelle Darstellung kongruent mit der Vorlage wird.
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