Bachelorarbeit, 2016
42 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Die Verhaltenskodizes in der theoretischen Anwendung
1.1 Der Code Of Conduct von Primark
1.2 Der Code Of Conduct von Hennes & Mauritz
2. Eine methodische Analyse der Verhaltenskodizes
2.1 Arbeitsbedingungen
2.2 Korruptionsprävention
2.3 Umweltschutz
3. Die Kodizes von Primark und Hennes & Mauritz im Vergleich
Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Textilhandelsunternehmen Primark und H&M ihre Verhaltenskodizes funktionalisieren, um Konfliktsituationen in der Lieferkette zu bewältigen und als Selbstbindungsinstrumente zur Etablierung vorteilhafter Stakeholderbeziehungen einzusetzen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Wirksamkeit dieser Kodizes unter ordonomischen Gesichtspunkten.
2.1 Arbeitsbedingungen
Die unzureichenden Arbeitsbedingungen in den Produktionsstätten stehen im Mittelpunkt der Kritik von zahlreichen NROs und Konsumenten. Es werden untertarifliche Löhne gezahlt, Höchstarbeitszeiten überschritten, Mindeststandards für Sicherheit und Hygiene nicht eingehalten oder grundlegende Menschenrechte missachtet. Die Liste der Probleme ist lang und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen mit hohen Kosten verbunden. So stehen Primark und H&M vor einer Problemstellung, die ein massives Umdenken erfordert. Die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben werden deshalb im Verhaltenskodex als zentrales Thema manifestiert. Besonders bei H&M wird die Selbstverpflichtung hervorgehoben, durch kollaborative Maßnahmen höhere Arbeits- und Sozialstandards implementieren zu wollen. Nun gilt es zu untersuchen, ob die Beziehungen zu den Lieferanten durch die Kodizes insofern beeinflusst werden können, dass eine Anhebung der Standards möglich wird. Aus ökonomischer Perspektive sind jedoch noch einige Vorüberlegungen zu treffen.
Die industriellen Produzenten im Textilmarkt stehen unter einem intensiven Wettbewerbsdruck, der durch einen Niedrigpreiskampf dominiert wird. Eine Vielzahl von Zulieferbetrieben konkurrieren demnach um Aufträge bei großen Modeketten wie Primark oder H&M, während sie gleichzeitig die geforderte Qualität und den branchenüblichen Absatzpreis einhalten müssen. Kommt eine Geschäftsbeziehung zustande, eröffnet sich für H&M die Möglichkeit, konkrete Kooperationsbedingungen zu vereinbaren. Bei einer Forderung höherer Arbeits- und Sozialstandards wird der Produzent mit einer Konfliktlage konfrontiert, in der er den Nutzen der Geschäftsbeziehung mit den Kosten der Standards abwägen muss. Unter diesen Umständen wird der Produzent versuchen, das positive Potential der Geschäftsbeziehung voll auszuschöpfen, während die Umsetzung verbesserter Arbeitsbedingungen durch starke Kostensenkungsmaßnahmen dominiert wird. Somit wird deutlich, dass eine Einforderung gerechter Arbeitsbedingungen, die auf unilateralen Umsetzungsmaßnahmen basieren, zu einer Überwälzung von Problemen führt und die Lage der Arbeitnehmer langfristig nicht verbessern kann.
Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Internationalisierungsprozess der Textilbranche, die daraus resultierenden sozialen Missstände und die Relevanz von Verhaltenskodizes als Instrumente für ein konstruktives Stakeholdermanagement.
1. Die Verhaltenskodizes in der theoretischen Anwendung: Dieses Kapitel definiert Verhaltenskodizes als Instrumente für Selbstbindungsmaßnahmen und stellt die spezifischen Kodizes von Primark und H&M sowie deren jeweilige Unternehmenskontexte vor.
2. Eine methodische Analyse der Verhaltenskodizes: Hier erfolgt eine theoretische Untersuchung mittels ordonomischer Analyse-Tools, um Anreizstrukturen und Dilemmata in den Lieferketten anhand spieltheoretischer Modelle aufzuzeigen.
3. Die Kodizes von Primark und Hennes & Mauritz im Vergleich: In diesem Abschnitt werden die Ansätze beider Unternehmen kritisch gegenübergestellt, wobei insbesondere Unterschiede in der Transparenz und der Implementierung von Nachhaltigkeitsstrategien hervorgehoben werden.
Fazit und Ausblick: Das Fazit bewertet die Wirksamkeit der Kodizes und unterstreicht die Notwendigkeit von flankierenden Maßnahmen, um eine langfristige Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards zu erreichen.
Unternehmensethik, Verhaltenskodizes, Textilindustrie, Primark, Hennes & Mauritz, Ordonomik, Selbstbindung, Ethik, Moral, Stakeholdermanagement, Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen, Korruptionsprävention, Umweltschutz, Spieltheorie
Die Arbeit analysiert die Verhaltenskodizes der Modeketten Primark und H&M und untersucht, inwieweit diese als Selbstbindungsinstrumente dienen, um ethische Konflikte im Rahmen des Geschäftsmodells zu lösen.
Zentrale Themen sind die Einhaltung von Arbeitsbedingungen, Korruptionsprävention und ökologische Standards im Kontext globaler Lieferketten der Textilindustrie.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, ob die untersuchten Unternehmen ihre Kodizes lediglich als Risikominimierung nutzen oder ob sie diese zu einem effektiven Integritätsmanagement weiterentwickeln, das einen Mehrwert schafft.
Es wird eine ordonomische Analyse durchgeführt, wobei spieltheoretische Modelle genutzt werden, um Anreizsituationen und soziale Dilemmata zwischen Unternehmen und Stakeholdern zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung der Kodizes, eine methodische Analyse anhand von Beispielen (wie Arbeitsbedingungen oder Umweltschutz) und einen direkten Vergleich der Unternehmensstrategien.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Unternehmensethik, Selbstbindung, ordonomische Analyse, Stakeholder-Beziehungen und Nachhaltigkeit.
H&M kommuniziert transparentere Problemlösungsstrategien und integriert Nachhaltigkeitsaspekte stärker in das gesamte Unternehmenskonzept, während bei Primark eine höhere Intransparenz in den Begleitprozessen festgestellt wurde.
Da Korruption in der Textilbranche ein bedeutendes Risiko darstellt, nutzt Primark das Instrument des Verhaltenskodex, um durch spezifische Richtlinien und Meldeverfahren korruptionsfreie Handlungsräume zu schaffen.
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