Diplomarbeit, 2014
83 Seiten, Note: 16/20
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
0. EINFÜHRUNG
Thema
Problemstellung
Aktueller Erkenntnisstand und Arbeitsziele
Theoretische Basis und methodische Strategie
Aufbau der Arbeit
1. PROBLEMFELD: INTERMEDIALITÄT – LITERATURVERFILMUNG
1.1. Was ist ein Medium?
1.2. Intermedialität: Zur Definition des Begriffes
1.2.1. Intermedialität vs. Intertextualität
1.2.2. Intermedialität vs. Multimedialität
1.2.3. Intermedialität vs. Transmedialität
1.3. Zu Irina O. Rajewskys Kategorien der Intermedialität
1.3.1. Medienkombination
1.3.2. Intermediale Bezüge
1.3.3. Medienwechsel
1.4. Zum geschichtlichen Abriss der Literaturverfilmung
1.4.1. Phase des Experimentierens
1.4.2. Phase des Stummfilms
1.4.3. Phase des Tonfilms
1.5. Zu einigen theoretischen Literaturverfilmungstypologien
1.6. Theoretischer Ansatz: Irmela Schneider - Der verwandelte Text
2. VOM THEATERSTÜCK ZUM FILM: ANMERKUNGEN ZUM MEDIENWISSENSCHAFTLICHEN VERFILMUNGSPROZESS
2.1. Zur Präsentation der beiden Medien
2.1.1. Zum Theaterstück Der Besuch der alten Dame
2.1.2. Zum Film Hyènes
2.2. Medienwissenschaftliche Analyse der Textstrukturierung der Literaturverfilmung
2.2.1. Zur Handlungslogik
2.2.1.1. Sequenzen
2.2.1.2. Aktanten
2.2.2. Ebene der sprachlich-spezifischen Codes
2.2.3. Ebene der Verhaltens- und Wertsysteme (Kulturelle Codes)
2.2.4. Ebene der Darstellungstechniken
2.2.4.1. Zu den Darstellungstechniken in Der Besuch der alten Dame
2.2.4.2. Zu den Darstellungstechniken in Hyènes
2.2.4.2.1. Mise-en-scène /Einstellungswechsel
2.2.4.2.2. Zur begleitenden Musik
2.2.4.2.3. On-/Off-Erzähler
2.2.5. Dauer der referentiellen Situationen im Verhältnis zur Dauer der Erzählzeit
2.2.6. Versuch einer Zuordnung
3. HYÈNES ALS IDEOLOGISCHES UND POLITISCHES PRODUKT DES REGISSEURS
3.1. Afrika: Ein Erdteil in der Krise
3.1.1. Zum luxuriösen Leben der Colobane-Einwohner auf Kredit
3.1.2. Zur Zerstückelung der Flagge von Colobane
3.1.3. Zu dem dunklen Anzug und der finanziellen „Spende“ von Linguère Ramatou
3.1.4. „Eine Milliarde“ vs. „Hundert Milliarden“
3.2. Diop Mamabétys feministisches Engagement
3.2.1. Linguère Ramatou, „reicher als die Weltbank“
3.2.2. Zum Reinigungsritual
4. LITERATURVERFILMUNG IN DER DEUTSCHLEHRERAUSBILDUNG IN KAMERUN
4.1. Zum Literaturunterricht an der ENS Yaoundé
4.2. Literatur und Film in der Unterrichtspraxis?
4.2.1. Methodische Betrachtungen
4.2.2. Anmerkungen zum Einsatz von Literaturverfilmung in der Lehrerausbildung: Probleme und Hindernisse
4.2.3. Zu einigen Lösungsvorschlägen
4.3. Medienkompetenz und Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt
Die vorliegende Arbeit untersucht den Transformationsprozess vom Theaterstück "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt zum Film "Hyènes" von Djibril Diop Mambéty. Ziel ist es, die intermedialen Wechselbeziehungen und die spezifischen Darstellungsstrategien zu analysieren, um das Verständnis für Literaturverfilmungen als semiotische Praxis zu vertiefen und deren didaktisches Potenzial für die Deutschlehrerausbildung in Kamerun aufzuzeigen.
2.2.4.2.1. Mise-en-scène /Einstellungswechsel
Die mise-en-scène kann zur Bestimmung des Films als Kommunikationspraxis zwischen dem Autor, dem Textgeschehen und dem Rezipienten dienen. Sie bezieht sich zwar auf den mimetischen Sprachgebrauch, aber nicht ausschließlich; er kann in Bezug auf den informativen Aspekt sein. Sie erhellt das Lokalkolorit, in dem die Geschichte läuft. Durch das Mobiliar, besonders die Kleidung der aufführenden Figuren vermittelt sie Indizien, um die Geschichte verorten zu können. Sie gibt die Reaktionsmuster der beteiligten Personen durch ihre Gestik und Mimik. Diese Schicht bringt eine Konzentration des Handelns von Figuren und deren Welt ans Licht. Wenn die Schicht der mise-en-scène etwas Anderes als dieses Handeln zeigt, dann übernimmt eine solche Sequenz informative Funktion, ihr mimetischer Aspekt bleibt zwar erhalten, aber die Mimesis wird da nur einer Oberflächen-Funktion zugeschrieben.
Dieses Verfahren kann an einem Beispiel erläutert werden: Im 23. Bild der 15. Sequenz, der Ehre, auf dem Draman nach der Unterhaltung mit den Colobane-Einwohnern, vor allem dem Bürgermeister in seines Sohns Wagen an dem Stadtausgang ist. Er wartet, dass der Wächter, der über ihn spottet, ihm den Übergang aufmacht. Dabei guckte Draman traurig den Aufseher oben in einer nahen Einstellung zu. Danach sieht man für einen Moment (hiermit beginnt eigentlich das 23. Bild) in einer Nahaufnahme ein Plakat und nicht mehr dessen Umgebung, auf dem in schwarzweiß zwei Porträtbilder von Draman mit den Aufschriften „District de Colobane ... WANTED“ stehen. Hier hat das Zeigen des Plakats nur an der Oberfläche eine mimetische Funktion. Im Kontext der Transformation signalisiert die momenthafte Konzentration des Blickes auf das Plakat eine Zäsur im Ablauf des Geschehens: der Aufseher wird in den Augen von Draman durch das Plakat ersetzt.
0. EINFÜHRUNG: Die Einleitung steckt den theoretischen Rahmen der Intermedialität ab und erläutert die Relevanz der Untersuchung des Transformationsprozesses zwischen Dürrenmatts Drama und Mambétys Film.
1. PROBLEMFELD: INTERMEDIALITÄT – LITERATURVERFILMUNG: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe der Intermedialität und Literaturverfilmung und stellt den theoretischen Ansatz von Irmela Schneider vor.
2. VOM THEATERSTÜCK ZUM FILM: ANMERKUNGEN ZUM MEDIENWISSENSCHAFTLICHEN VERFILMUNGSPROZESS: Eine detaillierte medienwissenschaftliche Analyse der Textstrukturierung, die narrative Codes, Sprache und Darstellungstechniken in beiden Werken vergleicht.
3. HYÈNES ALS IDEOLOGISCHES UND POLITISCHES PRODUKT DES REGISSEURS: Hier wird der Film als allegorische Satire auf afrikanische politische, ökonomische und soziale Verhältnisse interpretiert.
4. LITERATURVERFILMUNG IN DER DEUTSCHLEHRERAUSBILDUNG IN KAMERUN: Dieses Kapitel beleuchtet didaktische Möglichkeiten und Herausforderungen beim Einsatz von Literaturverfilmungen im universitären Kontext.
Intermedialität, Literaturverfilmung, Friedrich Dürrenmatt, Djibril Diop Mambéty, Hyènes, Der Besuch der alten Dame, Transformation, Adaption, Medienkompetenz, Deutschlehrerausbildung, Kamerun, Semiotik, Postkolonialismus, Erzähltechnik, Allegorie.
Die Arbeit analysiert, wie das Theaterstück "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt durch den Regisseur Djibril Diop Mambéty in den Film "Hyènes" transformiert wurde, und beleuchtet dabei die intermedialen Aspekte.
Die Schwerpunkte liegen auf der Medienwissenschaft (Intermedialität, Transformation), der postkolonialen Kritik (Afrika in der Krise, Kapitalismus) und der Filmdidaktik.
Das Hauptziel ist es, die ästhetisch-formalen Transformationsprozesse offenzulegen und zu prüfen, wie Literaturverfilmungen sinnvoll in die Deutschlehrerausbildung an der École Normale Supérieure in Yaoundé integriert werden können.
Die Arbeit stützt sich primär auf den strukturalistischen und semiotischen Ansatz von Irmela Schneider, um die Analogiebeziehungen zwischen literarischem Text und Film zu analysieren.
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Untersuchung von Narrativik, Sprachcodes, Wertsystemen und Darstellungstechniken, ergänzt durch eine Analyse des Films als ideologisches und politisches Produkt.
Zentrale Begriffe sind Intermedialität, Literaturverfilmung, Transposition, Semiotik, Postkolonialismus und Medienkompetenz.
Der Film wird als Allegorie auf die politische und wirtschaftliche Situation in afrikanischen Ländern der 1980er und 1990er Jahre interpretiert, wobei Mambéty den Kapitalismus und die Verschuldungspolitik kritisch reflektiert.
Der Regisseur wertet die Rolle der Frau auf und inszeniert Linguère Ramatou als starke, unabhängige Machtfigur, was Mambéty als Beitrag zur afrikanischen Frauenapologie verstanden wissen möchte.
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