Bachelorarbeit, 2016
95 Seiten, Note: 1,0
2. Einleitung
3. Dokumentation in der Sozialen Arbeit
3.1 Nur Schreibkram?
3.1.1 Anforderungen von innen und außen – Zweck der Daten und Dokumente?
3.2 Professionelle Dokumentation
3.2.1 Es bedarf theoretischer Grundlagen
3.2.2 Es bedarf der Standardisierung
3.2.3 Das richtige Maß treffen
3.3 Rechtliche Anforderungen
4. IT‐gestützte Dokumentation in der Sozialen Arbeit
4.1 Neue mobile Techniklösungen für Dokumentation in der Sozialen Arbeit
4.2 Nutzen und Risiken von IT
4.2.1 Vorteile und Nutzen
4.2.2 Nachteile und Risiken
4.3 Voraussetzungen für einen erfolgreichen professionellen Einsatz
4.3.1 Anforderungen an System und Anwender
4.3.1.1 Fachliche Anforderungen
4.3.1.2 Technische Anforderungen
4.3.1.3 Anforderungen an den Anwender
4.3.2 Einführung eines neuen Systems
5. Zwischenfazit: Schlanke APPs – Eine Aussicht auf Erfolg?
6. Softwarebeispiel
7. Experteninterviews
7.1 Interviewsetting und Design
7.2 Der Interview‐Leitfaden
7.3 Antworten der Interviewpartner
8. Fazit: Erkenntnisse aus der Empirie
9. Ausblick
11. Anhang
11.1 Transkribiertes Interview Nr. 1
11.2 Transkribiertes Interview Nr. 2
11.3 Transkribiertes Interview Nr. 3
Die Arbeit untersucht, ob der Einsatz schlanker Applikationen (APPs) auf mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets die Dokumentationsprozesse im ambulanten Bereich der Sozialen Arbeit optimieren kann. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, wie IT-gestützte Dokumentation professionelle Standards erfüllen, Datenschutzanforderungen wahren und die Partizipation der Klienten stärken kann, ohne den Arbeitsalltag durch bürokratischen Aufwand oder technische Hürden zu belasten.
3.2.1 Es bedarf theoretischer Grundlagen
Wie bereits in der Einleitung dieser Arbeit durch Geisers Zitat gesagt, muss die Dokumentation strukturiert und systematisch ablaufen. Nur so können Anforderungen, wie etwa die Legitimation, nach innen und außen erfüllt werden und nur so kann „eine Fachkraft (am Ende) von sich behaupten, ‚alles ihr Mögliche‘ getan zu haben.“ (Klug, 2009, S.18) Hinsichtlich dessen mangelt es der Praxis jedoch oftmals an aussagekräftigen Daten, wodurch es zu Beweisnotständen kommen kann. (vgl. Kreidenweis, 2004, S.250; vgl. Brack, 2009, S.52; vgl. Lüders, 1998 in Gadow, Peucker, Pluto, van Santen, Seckinger, 2013, S.54)
Grundsätzlich verfügt die Soziale Arbeit über wissenschaftliches Wissen, über Umrisse einer Handlungstheorie (vgl. Brack, 2002, S.10) und sie orientiert sich an verschiedenen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Aus diesen Gründen heraus kann es sich die Soziale Arbeit nicht erlauben „wichtige Prozessschritte . . . undefiniert zu lassen“ (Klug, 2009, S.12), weshalb sich das dem Handeln zugrunde liegende wissenschaftliche Wissen als auch die angewandten Theorien in der professionellen Dokumentation niederschlagen müssen. Infolgedessen ist nicht allein das Handeln der Fachkraft theoriegeleitet, sondern auch die Anfertigung einer professionellen Dokumentation muss es sein. (vgl. Brack, 2002, S.11)
An dieser Stelle wird durch theoriegeleitetes Vorgehen auch direkt einem generellen Problem begegnet, das mit der Verschriftlichung von Informationen einhergeht: Die Selektion durch die federführende Fachkraft. Die beispielsweise zwischen Beteiligten in einem Beratungsgespräch fließenden Informationen werden durch die Fachkraft „vor dem Hintergrund der aktuellen emotionalen Gestimmtheit und mit Blick auf persönliche oder im Team relevante Themen“ (von Spiegel, 2007, S.28) nach Wichtigkeit eingestuft, teils vergessen oder unbewusst ausgelassen, wodurch letztlich nur Bruchteile komplexer Situationen dokumentiert werden.
Dokumentation in der Sozialen Arbeit: Erläutert die Notwendigkeit und Professionalität der Dokumentation, betont deren Rolle bei der Legitimation und die Bedeutung theoretischer sowie standardisierter Grundlagen.
IT-gestützte Dokumentation in der Sozialen Arbeit: Analysiert den Wandel von manuellen zu IT-basierten Systemen, diskutiert mobile Techniklösungen und beleuchtet die Chancen sowie Risiken der Digitalisierung.
Zwischenfazit: Schlanke APPs – Eine Aussicht auf Erfolg?: Setzt die theoretischen Erkenntnisse in Bezug auf das mobile Potenzial von Smartphones und Tablets für eine prozessorientierte Dokumentation.
Softwarebeispiel: Präsentiert die Fachsoftware „factorIS.sozial Jugendhilfe“ als Praxisbeispiel für die erfolgreiche Umsetzung der zuvor diskutierten Anforderungen.
Experteninterviews: Beschreibt die methodische Vorgehensweise der empirischen Untersuchung und liefert die Auswertung der Gespräche mit Fachkräften aus der Praxis.
Fazit: Erkenntnisse aus der Empirie: Reflektiert die Studienergebnisse vor dem Hintergrund der aufgestellten Hypothesen und formuliert Bedingungen für den Erfolg IT-gestützter Dokumentationssysteme.
Soziale Arbeit, Dokumentation, Aktenführung, IT-gestützte Dokumentation, Schlanke APPs, Mobile Endgeräte, Prozessorientierung, Datenschutz, Professionalität, Partizipation, Standardisierung, Hilfeplanung, Evaluation, Softwareeinführung, Digitalisierung.
Die Arbeit analysiert, ob der Einsatz mobiler, schlanker Software-Applikationen (APPs) auf Smartphones und Tablets eine effiziente und professionelle Dokumentation im ambulanten Bereich der Sozialen Arbeit ermöglichen kann.
Die Arbeit verbindet fachliche Anforderungen an eine professionelle Dokumentationspraxis mit technischen Möglichkeiten der Informationstechnik sowie den spezifischen Herausforderungen bei der Einführung solcher Systeme in sozialen Organisationen.
Das Ziel besteht darin, Kriterien für einen erfolgreichen IT-Einsatz zu identifizieren, der Fachkräfte entlastet, die Qualität der Dokumentation sichert und die Partizipation von Klienten fördert.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und ergänzt diese durch Experteninterviews mit Fachkräften aus der ambulanten Praxis zur empirischen Überprüfung der Hypothesen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Dokumentation, eine Diskussion über IT-gestützte Lösungen und deren Risiken sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Anforderungen an System, Anwender und den Einführungsprozess.
Zentrale Begriffe sind Soziale Arbeit, Dokumentation, IT-gestützte Dokumentation, schlanke APPs, Partizipation, Standardisierung und Datenschutz.
Der Autor argumentiert für eine „Teilstandardisierung“ in Form strukturierter Besprechungsblätter, die gleichzeitig Raum für individuelle, freie Eintragungen lassen, um die Einzelfallkomplexität zu wahren.
Die Arbeit belegt, dass ohne Partizipation der Anwender bei der Softwareauswahl und -einführung die Gefahr besteht, dass das System nur halbherzig genutzt wird oder die dokumentierte Qualität unter mangelnder Akzeptanz leidet.
Die Klientenpartizipation wird als zentraler Erfolgsfaktor der Koproduktion in der Sozialen Arbeit hervorgehoben, wobei moderne APPs durch Transparenz und Zugänglichkeit das Vertrauensverhältnis zum Klienten stärken können.
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