Examensarbeit, 2016
67 Seiten, Note: 1,7
Einleitung.
1. Politische und kulturelle Vergangenheitsbewältigung in Argentinien
1.1. Begriffsbestimmung: Vergangenheitsbewältigung
1.2. Die politisch-justizielle Aufarbeitung der argentinischen Diktatur
1.3. Die gesellschaftliche und kulturelle Aufarbeitung der argentinischen Diktatur
2. Literarische Verarbeitung der argentinischen Diktatur in zeitgenössischen Romanen
2.1. Laura Alcoba „La casa de los conejos”
2.2. Paula Pérez Alonso „Nos sé si casarme o comprarme un perro”
2.3. Carlos Gamerro “El secreto y las voces”
3. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand ausgewählter zeitgenössischer argentinischer Romane, wie Autoren die Vergangenheit der Militärdiktatur auf literarischer Ebene thematisieren und welche Rolle das literarische Erzählen im Prozess der Vergangenheitsbewältigung einnimmt.
Die politisch-justizielle Aufarbeitung der argentinischen Diktatur
Die politisch-justizielle Aufarbeitung der argentinischen Diktatur ist die erste Dimension, die den Hauptschwerpunkt der Vergangenheitsbewältigung bildet, also das „was unter den Begriffen Amnestie, Strafverfolgung und „Wiedergutmachung“ bekannt und im Wesentlichen auf die Handlungsebene des politischen Systems beschränkt ist.“
Diese gestaltet sich in Argentinien von Anbeginn an alles andere als leicht, denn in einem Vergleich der Militärdiktaturen Argentiniens, Uruguays und Chiles, von der Anzahl der Menschenrechtsverletzungen und der Opfer ausgehend, die argentinische Diktaturperiode als die kürzeste, aber auch die blutigste charakterisiert.
Unter Missachtung aller rechtlichen Normen und Standards wurden Verschleppungen, Folter, Hinrichtungen (oft in fingierten militärischen Auseinandersetzungen) und das ‘Verschwindenlassen’ von Personen in einem bisher unvorstellbarem Umfang und mit einer ungekannten Systematik betrieben.
Der sog. schmutzige Krieg (guerra sucia), getarnt unter dem Deckmantel der Bekämpfung bewaffneter Linksoppositioneller, war in Wahrheit ein mörderischer Plan, um eine politisch engagierte Generation auszulöschen. Insgesamt wurden schätzungsweise 30.000 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert, 7.000 Personen verblieben länger als einen Monat in Haft, rund eine halbe Million Argentinier rettete sich durch die Flucht ins Exil. Ziel der Repressionsmaßnahmen, die sich nicht mehr nur auf die linken Oppositionellen beschränkten, sondern auf die gesamte Bevölkerung ausweiteten, war die Einschüchterung weiter Gesellschaftskreise und die Verbreitung einer Kultur der Angst, denn nahezu alle Argentinier konnten Opfer staatlicher Gewalt werden.
Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Aufarbeitung der argentinischen Militärdiktatur und definiert das Ziel, die literarische Auseinandersetzung mit dieser Epoche in den gewählten Werken zu untersuchen.
1. Politische und kulturelle Vergangenheitsbewältigung in Argentinien: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Vergangenheitsbewältigung und beleuchtet die zwei Dimensionen der Aufarbeitung: die juristische Verfolgung sowie die gesellschaftliche Erinnerungskultur.
2. Literarische Verarbeitung der argentinischen Diktatur in zeitgenössischen Romanen: Der Hauptteil widmet sich der Analyse von drei spezifischen Romanen, wobei die Erzählperspektiven und die literarische Inszenierung des Traumas im Fokus stehen.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und verdeutlicht, welchen Stellenwert die Literatur bei der Rekonstruktion und Bewältigung der traumatischen Diktaturerfahrung einnimmt.
Vergangenheitsbewältigung, Argentinien, Militärdiktatur, Staatsterrorismus, Erinnerungskultur, Desaparecidos, Literatur, kollektives Gedächtnis, Autofiktion, Aufarbeitung, Zeitzeugenschaft, Traumata, Erzählperspektive, Identität, Zeugenschaft.
Die Arbeit untersucht die literarische Auseinandersetzung mit der argentinischen Militärdiktatur der 1970er und 1980er Jahre in zeitgenössischen Romanen.
Im Zentrum stehen die politische und kulturelle Vergangenheitsbewältigung, die Funktion des kollektiven Gedächtnisses und die literarische Rekonstruktion von Staatsterrorismus.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie Autoren durch unterschiedliche Erzählstrategien das Trauma der Diktatur auf literarischer Ebene verarbeiten und reflektieren.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die biographische Aspekte der Autoren mit einer detaillierten inhaltlichen Interpretation der Romane verbindet.
Der Hauptteil analysiert drei Romane (Laura Alcoba, Paula Pérez Alonso, Carlos Gamerro) hinsichtlich ihrer Erzählstruktur und der Darstellung individueller sowie kollektiver Erinnerungsprozesse.
Wichtige Begriffe sind Vergangenheitsbewältigung, Argentinien, Diktatur, Desaparecidos, kollektives Gedächtnis und literarische Aufarbeitung.
Während juristische Ansätze auf rechtliche Bestrafung fokussieren, ermöglicht die Literatur eine emotionale und individuelle Annäherung, die Lücken des Wissens füllen und das Trauma lebendig halten kann.
Das Motiv der Desaparecidos ist in allen drei Romanen zentral, da es das traumaerzeugende Element ist, das die Erzähler zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Identität und Vergangenheit zwingt.
Das Dorf dient als Mikrokosmos, um die gesellschaftliche Komplizenschaft und das Schweigen einer ganzen Nation während der Diktatur auf engem Raum zu veranschaulichen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

