Bachelorarbeit, 2016
36 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Bildungspolitische Entwicklungen schulischen Unterrichts bei sonderpädagogischem Förderbedarf
2. Sonderpädagogische Förderung
2.1 Begriffserklärung: Sonderpädagogischer Förderbedarf
2.2 Diagnostik und Durchführung
2.3 Welche Beschulungsmöglichkeiten gibt es für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf?
3. Gegenüberstellung und Abgrenzung der Begriffe Integration und Inklusion
4. Die Auswirkungen von schulischer Inklusion verglichen zu schulischer Separation
4.1 Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler
4.2 Emotional-soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler
4.3 Zukunftsperspektive für die Schülerinnen und Schüler
5. Diskussion der Abschlusszahlen der Schülerinnen und Schüler mit SPF an Rheinland-Pfälzischen Förder- bzw. Regelschulen
6. Herausforderungen der Umsetzung schulischer Inklusion
6.1 Die Exklusionsquote muss reduziert werden
6.2 Inklusion muss im gesamten Bildungssystem verankert sein
6.3 Einheitliche Standards und Konzepte müssen eingeführt werden
6.4 Schulische Inklusion muss eine stärkere finanzielle Unterstützung erhalten
6.5 Personelle Veränderungen müssen vollzogen werden
6.6 Rechtliche Veränderungen müssen durchgeführt werden
6.7 Weitere empirische Forschungen müssen durchgeführt werden
Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht die bildungspolitische Umsetzung und die Auswirkungen von Inklusion im schulischen Bereich unter besonderer Berücksichtigung der sonderpädagogischen Förderung. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Effektivität des inklusiven Unterrichts im Vergleich zur schulischen Separation und die daraus resultierenden Herausforderungen für das deutsche Bildungssystem.
1. Bildungspolitische Entwicklungen schulischen Unterrichts bei sonderpädagogischem Förderbedarf
Als Deutschland im März 2009 der UN-Behindertenrechtskonvention betrat, wurde schulische Inklusion, also der gemeinsame Unterricht für Kinder und Jugendliche mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf als Ziel festgelegt. Die Entwicklung zum gemeinsamen Unterricht von Kindern und Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf, wurde in Deutschland jedoch bereits vor Ratifizierung der Konvention eingeleitet (vgl. Klemm 2015: 12).
In den 50er und 60er Jahren stieg die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die eine Sonderschule besuchten rapide an (vgl. ebd.: 15). Um Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf die optimale schulische Förderung zu gewährleisten, wurde schulische Separation als geeignete Fördermethode erachtet (vgl. ebd.: 16). Noch in den 70er Jahren wurde der Ausbau des Sonderschulwesens von der Kultusministerkonferenz (KMK) empfohlen (vgl. ebd.: 12). Der Zuwachs an Förderschülern stagnierte dann ab Anfang der 1970er Jahre mit einer Förderquote von 4,8% und somit kam auch der Ausbau des Sonderschulwesens zum Stillstand (vgl. ebd.: 16).
Mit der starken Zunahme an Sonderschülern, vollzog sich ein Wandel, der die separierende Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf immer mehr in Frage stellte. Die Idee schulischer Inklusion etablierte sich in den darauffolgenden Jahren in Deutschland immer weiter. Anfang der 70er Jahre wurde vom Deutschen Bildungsrat erstmals inklusive Beschulung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf empfohlen (vgl. ebd.). Infolge dieser Empfehlung fanden erste Unternehmungen statt, die auf eine gemeinsame Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf abzielten (vgl. ebd.: 12). Seit Beginn der 1990er Jahre lässt sich ein Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik in Deutschland feststellen, bei dem der Leitgedanke der Fürsorge für Menschen mit Behinderung zunehmend von einer Vision umfassender Teilhabe und Selbstbestimmung abgelöst wird. Auf rechtlicher Ebene zeigt sich dies im Gleichheitsgrundsatz demokratischer Staaten.
1. Bildungspolitische Entwicklungen schulischen Unterrichts bei sonderpädagogischem Förderbedarf: Das Kapitel zeichnet den historischen Wandel von der separierenden Sonderschulpolitik hin zur inklusiven Bildung in Deutschland nach.
2. Sonderpädagogische Förderung: Es werden die begrifflichen Grundlagen, Diagnoseverfahren und die verschiedenen Beschulungsoptionen für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf erläutert.
3. Gegenüberstellung und Abgrenzung der Begriffe Integration und Inklusion: Dieses Kapitel differenziert die beiden zentralen Konzepte anhand der Fachliteratur und theoretischer Ansätze.
4. Die Auswirkungen von schulischer Inklusion verglichen zu schulischer Separation: Hier werden empirische Studien zu kognitiven Leistungen sowie zur emotional-sozialen Entwicklung von Schülern in verschiedenen Settings analysiert.
5. Diskussion der Abschlusszahlen der Schülerinnen und Schüler mit SPF an Rheinland-Pfälzischen Förder- bzw. Regelschulen: Das Kapitel bietet eine datengestützte Analyse der Schulerfolge in Rheinland-Pfalz und zieht Rückschlüsse auf die Effektivität der Beschulungsformen.
6. Herausforderungen der Umsetzung schulischer Inklusion: Die zentralen Hindernisse wie Exklusionsquoten, strukturelle Verankerung, Finanzierung und Personalsituation werden kritisch diskutiert.
Inklusion, Integration, sonderpädagogischer Förderbedarf, Bildungspolitik, UN-Behindertenrechtskonvention, Förderschule, Regelschule, Leistungsentwicklung, Schulerfolg, Bildungsbenachteiligung, Bildungsreform, Inklusionsquote, Exklusionsquote, schulische Separation, Behindertenpolitik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der schulischen Inklusion von Kindern mit Behinderung in Deutschland und untersucht kritisch deren Umsetzung, die Auswirkungen auf die schulische Leistung und die damit verbundenen bildungspolitischen Herausforderungen.
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Beschulung, die Unterscheidung zwischen Integration und Inklusion, die Analyse der emotionalen und kognitiven Entwicklung von Schülern sowie die finanzielle und rechtliche Infrastruktur.
Das Hauptziel besteht darin, die Effektivität des inklusiven Unterrichts im Vergleich zur schulischen Separation zu beleuchten und aufzuzeigen, wo Deutschland auf dem Weg zu einem inklusiven Schulsystem aktuell steht.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse, wertet empirische Studien zur Schulleistung aus und diskutiert statistische Abschlusszahlen aus Rheinland-Pfalz.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine vergleichende Analyse von Inklusions- und Separierungseffekten sowie eine Diskussion der strukturellen und finanziellen Hürden der Umsetzung.
Die wichtigsten Begriffe sind Inklusion, sonderpädagogischer Förderbedarf, Bildungsreform, Förderschule sowie Leistungsentwicklung.
Die Arbeit weist darauf hin, dass Förderschulen zwar spezifische Bedürfnisse bedienen, ihre Wirkung im Vergleich zu inklusiven Modellen jedoch kritisch hinterfragt wird, insbesondere im Hinblick auf Bildungsabschlüsse.
Die Daten verdeutlichen, dass Schüler an Regelschulen teilweise bessere Chancen auf einen allgemeinbildenden Schulabschluss haben als an Förderschulen, was die Notwendigkeit für weitere inklusive Reformen unterstreicht.
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