Bachelorarbeit, 2012
66 Seiten, Note: 2,3
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Fragestellung und Vorgehensweise
Einleitung
1 Begriffsbestimmung (semantisch)
1.1 Zur Unterscheidung von eros, philia und ágápe
1.2. Zum Begriff der Liebe
1.2.1. Zum Liebesbegriff bei Luhmann
2 Historischer Rückblick
3 Aristotelische Konzeption
3.1 Zum Zusammenhang von eudaimonia, areté und philia
3.1.1 areté und philia
3.1.2 eudaimonia und philia
3.2 Die Arten der Freundschaft in Aristoteles‘ Nikomachischer Ethik
3.2.1 Die vollkommene, wahre oder eigentliche Freundschaft
4 „Und wo bleibt die Liebe?“
Schlußbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Liebes- und Freundschaftsbegriff "philia" auf der Grundlage von Aristoteles' "Nikomachischer Ethik" und hinterfragt, inwiefern eine moderne Philosophie der Freundschaft ohne die Integration der Liebe denkbar ist.
3.2 Die Arten der Freundschaft in Aristoteles‘ Nikomachischer Ethik
Aristoteles unterscheidet drei Arten von Freundschaft, die aufgrund des Guten, des Angenehmen und des Nützlichen (NE VIII, 3). Für alle gelten die Kriterien der Wechselseitigkeit der Beziehung. In der ersten Version (das Angenehme und Nützliche) wünscht man dem Freund nicht das Gute um seinetwillen; diese Menschen bezeichnet A. nur als Freunde im akzidentellen Sinn, sie lieben den anderen nicht aufgrund dessen, daß er ist, was er ist (1156a17 f.). Diese Formen sind sekundär, da sie sich auflösen, wenn die alleinige Grundlage des Nutzens und des Angenehmen fehlt. Man ist versucht, zu fragen, ob solche Freundschaften überhaupt als solche bezeichnet werden können oder ob es sich hier um ein bloßes Benutzen des anderen handelt. Wolf vertritt die Ansicht, daß Aristoteles die Nutzenfreundschaft anders auffaßt. Gemeint sei vielmehr eine Beziehung, in der die eine Person der anderen das Gute wünscht im Hinblick auf den von beiden erstrebten Gegenstand des Nützlichen, ihr also das für sie Nützliche wünscht und nicht das Gute um seinetwillen. Analoges gilt für die Lust als dem Grund der Freundschaft.
Als die dritte Form der Freundschaft beschreibt Aristoteles die philia im eigentlichen oder vollkommenen Sinn als die Freundschaft guter und an Tugend sich ähnlicher Menschen, „[…] denn sie wünschen einander gleichmäßig Gutes, insofern sie gut sind, und sie sind gut an sich. Die aber dem Freunde um seiner selbst willen Gutes wünschen, sind Freunde im vollkommenen Sinne“(1156b 10). Diese Freundschaft wird auch als Charakterfreundschaft bezeichnet, weil beide Freunde die ethische areté besitzen.
Fragestellung und Vorgehensweise: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die Absicht, den antiken Begriff der philia in einen zeitgenössischen Diskurs zu überführen.
Einleitung: Dieses Kapitel verortet das Thema Freundschaft im philosophischen, soziologischen und psychologischen Kontext der Gegenwart.
1 Begriffsbestimmung (semantisch): Es erfolgt eine semantische Analyse der Begriffe philia, eros und agapé, ergänzt durch Theorien zur Liebe von Denkern wie Luhmann und Augustinus.
2 Historischer Rückblick: Dieser Abschnitt beleuchtet die Entwicklung des Freundschaftsverständnisses von der Antike bis zu Foucault.
3 Aristotelische Konzeption: Die aristotelische Ethik und die Rolle der Freundschaft als Tugend und Weg zur Eudaimonia werden im Detail analysiert.
4 „Und wo bleibt die Liebe?“: Das Kapitel führt die Forschungsfrage zurück auf die existenziellen Aspekte menschlicher Bindungen und plädiert für eine Integration von Liebe und Freundschaft.
Schlußbetrachtung: Zusammenfassend wird die Hypothese gestützt, dass eine wahrhaftige Philosophie der Existenz Freundschaft und Liebe als Einheit denken muss.
philia, Aristoteles, Nikomachische Ethik, Freundschaft, Liebe, Eudaimonia, Tugend, areté, Charakterfreundschaft, Lebensweise, Luhmann, Foucault, Sinnstiftung, soziale Bindung, Existenz.
Die Arbeit untersucht den antiken Begriff der "philia" bei Aristoteles und hinterfragt, wie Liebe und Freundschaft in der heutigen Zeit neu verstanden werden können.
Zentrale Themen sind die Abgrenzung und mögliche Verbindung von Liebe und Freundschaft, die aristotelische Tugendethik sowie die Bedeutung der Freundschaft für das glückliche Leben.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wo die Liebe in der aristotelischen Freundschaftskonzeption verbleibt und ob eine neue Denkweise, welche beide Phänomene integriert, sinnvoll ist.
Es handelt sich um eine philosophische Untersuchung, die sowohl textanalytisch (Aristoteles, Nikomachische Ethik) als auch komparativ vorgeht, indem sie historische Positionen und aktuelle Theorien einbezieht.
Der Hauptteil befasst sich mit der semantischen Klärung, dem historischen Wandel des Begriffs, der aristotelischen Konzeption der Freundschaft als Tugend und der kritischen Reflexion über das Fehlen einer Philosophie der Liebe.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind philia, Aristoteles, Tugendethik, Eudaimonia, Liebe und Lebensweise.
Diese Unterscheidung ist notwendig, um die Vielschichtigkeit des antiken Begriffs philia zu verstehen, der heute oft zu kurz greifend nur als Freundschaft übersetzt wird.
Sie gilt als die vollkommene oder wahre Freundschaft, da sie auf gegenseitiger Tugendhaftigkeit beruht und das Wohl des anderen um seiner selbst willen in den Mittelpunkt stellt.
Die Arbeit diskutiert, dass soziale Netzwerke und die Digitalisierung unpersönliche Beziehungen fördern, was die Notwendigkeit unterstreicht, das Konzept der persönlichen Freundschaft neu zu reflektieren.
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