Bachelorarbeit, 2016
90 Seiten, Note: 1,4
Einleitung
Anforderungen an das deutsche Gesundheitssystem
Das Modellvorhaben zur Akademisierung der Gesundheitsfachberufe
Der medizinisch-technische Assistent
Die Studie
1. Der medizinisch-technische Radiologieassistent
1.1. Über den Beruf
1.2. Die vier Fachbereiche
1.3. Ausbildung und Weiterbildung
1.4. Neue Anforderungen an den medizinisch-technischen Radiologieassistenten
1.5. Soziale Kompetenzen
2. Clinical Reasoning
2.1. Was ist Clinical Reasoning?
2.2. Das integrierte, patientenorientierte Modell des Clinical Reasoning
2.3. Wissen
2.4. Kognition
2.5. Metakognition
3. Methode
3.1. Erhebung
3.2. Online-Fragebogen
3.3. Fragen
3.4. Auswertung
4. Ergebnis
4.1. Allgemeines & Clinical Reasoning
4.2. Wissen
4.3. Kognition
4.4. Metakognition
4.5. Patient
4.6. Umwelt
4.7. Technik
4.8. Anmerkungen von Seiten der Teilnehmer
4.9. Gesamtergebnis
5. Diskussion
5.1. Zusammenfassung der Hauptergebnisse
5.2. Interpretation der Ergebnisse
5.3. Schwächen der Studie
5.4. Aussagekraft der Ergebnisse
5.5. Weitere Forschungsmöglichkeiten
Die Arbeit untersucht das bisher kaum erforschte Konzept des Clinical Reasoning im Berufsfeld der medizinisch-technischen Radiologieassistenz (MTRA), um dessen Einfluss auf die Handlungs- und Denkprozesse zu bestimmen. Dabei wird analysiert, wie grundlegende kognitive und metakognitive Elemente, integriert in ein patientenorientiertes Modell, die Arbeit der Fachkräfte beeinflussen.
2.1. Was ist Clinical Reasoning?
„Was muss ich machen, um meinen Patienten erfolgreich zu behandeln/untersuchen? Habe ich mich dabei an den Eigenheiten, der Persönlichkeit und den Wünschen des Patienten orientiert? Woher erlange ich das nötige Wissen für die Durchführung der Behandlung/Untersuchung und wie löse ich dabei auftretende Probleme?“ Diese und andere Fragen stellen sich Kliniker im Umgang mit ihren Patienten. Die dahinterliegenden Gedanken sollen dazu dienen klinische Entscheidungen zu treffen. Man nennt diesen Prozess „Clinical Reasoning“.
Clinical Reasoning lässt sich mit „klinischem Urteil“, „klinische Argumentation“, oder „klinische Beweisführung“ übersetzen. Jedoch treffen die Übersetzungen nicht den eigentlichen Sinn des englischsprachigen Begriffes. Aus diesem Grund wird in der deutschsprachigen Literatur und im Sprachgebrauch der englische Originalbegriff verwendet. Ein Synonym für Clinical Reasoning ist das „clinical decision making“.
Der Ursprung des Clinical Reasoning liegt Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre. Der damalige Paradigmenwechsel in der Psychologie von Behaviorismus zum Kognitivismus, die sogenannte kognitive Wende, machte auch vor der medizinischen Forschung keinen Halt (vgl. Schneider 2014, Seite 264). „In den letzten Jahren haben vor allem die australischen Physiotherapeuten Jones, Higgs, Edwards und Rivett das physiotherapeutische CR unter Einfluss der Arbeiten der Ergotherapeuten Fleming und Mattingly maßgeblich geprägt“ (Tautenhahn 2013, Seite 51).
Die wohl meistverbreitete Definition verfasste der australische Physiotherapeut und Therapiewissenschaftler Mark A. Jones, welcher aufgrund seiner Forschung als einer der Väter des Clinical Reasoning gilt. „Unter Clinical Reasoning sind alle Denkvorgänge und Entscheidungsfindungen des Therapeuten während der Untersuchung und Behandlung eines Patienten zu verstehen“ (Jones 1997, Seite 6). Dazu sind die Aufnahme und Wahrnehmung von relevanten Informationen notwendig. Die gesammelten Informationen werden verarbeitet, ausgewertet und führen zusammen mit dem vorhandenen Fachwissen des Klinikers zu ersten Arbeitshypothesen. Diese werden mit den Vorstellungen und Wünschen des Patienten abgeglichen und nach pragmatischen, wirtschaftlichen, ethischen und anderen Gesichtspunkten beleuchtet. All diese Denkprozesse sind nötig, um klinische Entscheidungen treffen zu können.
1. Der medizinisch-technische Radiologieassistent: Dieses Kapitel erläutert das Berufsbild, die verschiedenen Fachbereiche, Ausbildungsvoraussetzungen und die zunehmende Bedeutung sozialer Kompetenzen für MTRA.
2. Clinical Reasoning: Hier wird der theoretische Rahmen des Clinical Reasoning definiert und das integrierte, patientenorientierte Modell nach Higgs und Jones mit seinen zentralen Elementen wie Wissen, Kognition und Metakognition vorgestellt.
3. Methode: Das Kapitel beschreibt das Studiendesign, die Erhebung mittels eines quantitativen Online-Fragebogens sowie die Auswertungsmethode anhand von Mittelwertvergleichen und Effektstärken.
4. Ergebnis: Die empirischen Ergebnisse werden detailliert nach den untersuchten Themenfeldern wie Wissen, Kognition, Metakognition, Patient, Umwelt und Technik aufgeschlüsselt und dargestellt.
5. Diskussion: Die Befunde werden kritisch interpretiert, Schwächen der Studie benannt und Implikationen für die weitere Forschung sowie die praktische Ausbildung aufgezeigt.
Clinical Reasoning, MTRA, Radiologieassistenz, Patientenorientierung, Kognition, Metakognition, Fachwissen, Evidenzbasiertes Handeln, Gesundheitsfachberufe, Problemlösungsstrategien, Diagnostik, Strahlentherapie, Ausbildung, Qualitätssicherung, Klinische Entscheidung
Die Arbeit untersucht, ob und wie das Konzept des Clinical Reasoning in der medizinisch-technischen Radiologieassistenz angewendet wird und welchen Einfluss es auf die tägliche Arbeitsweise hat.
Die Arbeit fokussiert auf die Elemente Wissen, Kognition, Metakognition, Patientenzentrierung, Arbeitsumwelt und den Einsatz von Medizintechnik innerhalb der klinischen Entscheidungsfindung.
Ziel ist es, den Einfluss von Clinical Reasoning auf die Handlungs- und Denkweise von MTRA zu bestimmen, da für diese Berufsgruppe bisher kein spezielles Konzept existiert.
Es wurde eine quantitativ-deskriptive Studie mittels Online-Fragebogen durchgeführt, die MTRA und Physiotherapeuten als Kontrollgruppe einbezog und Daten über Selbstauskünfte erhob.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Berufsbildes des MTRA, die theoretische Fundierung des Clinical Reasoning, die methodische Vorgehensweise, die detaillierte Ergebnispräsentation und deren anschließende Diskussion.
Wichtige Schlagworte sind Clinical Reasoning, MTRA, Patientenorientierung, Kognition, Metakognition, evidenzbasiertes Handeln und die Akademisierung der Gesundheitsfachberufe.
Die Studie zeigt, dass therapeutisch tätige MTRA stärker durch Clinical Reasoning in ihrer Handlungs- und Denkweise beeinflusst werden, wobei dieses Wissen oft erst nach der Ausbildung erworben wird.
Die Arbeit erweitert das Modell des Clinical Reasoning um das Element "Technik", da der Umgang mit hochkomplexen Geräten und deren Anpassung an individuelle Patientenbedürfnisse eine zentrale Fähigkeit darstellt.
Die International Classification of Functioning, Disability and Health dient als Grundlage für eine ganzheitliche bio-psycho-soziale Betrachtung des Patienten, die im Clinical Reasoning Prozess zur besseren Patientenversorgung integriert werden soll.
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