Bachelorarbeit, 2014
58 Seiten, Note: 3
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1.Einleitung
2. Zum aktuellen Forschungsstand in der Sportgeschichte
3. Über das Dritte Reich
4. Definition des Begriffes „Volksgemeinschaft“ im Fußball des Dritten Reiches
4.1 Elemente der Inszenierung der „Fußball-Volksgemeinschaft“ im Dritten Reich
5. Definition des Begriffes „Identität“
6. Definition des Begriffes „Nationalismus“ im 20. Jahrhundert
7. Geschichte des Fußballs im Dritten Reich
7.1 Das Thema der „Gleichschaltung“
7.2 Der Fußball unter dem Hakenkreuz
8. Der Wiener Fußball als Beispiel der Erhaltung von Identität
9. Darstellung der Fußballklubs im „Altreich“ und der „Ostmark“ am Beispiel von FC Schalke 04, Borussia Dortmund und SK Rapid Wien
9. 1 Der FC Schalke 04 im Nationalsozialismus
9. 2 Gleichschaltung des FC Schalke 04
9.3 Bewertung des FC Schalke 04 im „Dritten Reich“
9.4 Betrachtung des Fußballklubs Borussia Dortmund im Nationalsozialismus
9.5 Der BVB im Dritten Reich zwischen Anpassung und Widerstand
9.6 Sportliche Erfolge Borussia Dortmunds im Dritten Reich
9.7 Betrachtung des SK Rapid Wien im Nationalsozialismus
9.8 Judenverfolgung bei Rapid
9.9 Rapid und seine Haltung gegenüber dem NS-Regime
9.10 Der Sportklub Rapid Wien nach dem Ende des Dritten Reichs
10. Der Fußballsport und die Judenverfolgung im Dritten Reich
10.1 Jüdischer Fußball im Dritten Reich
10.2 Jüdischer Fußball in Österreich während des Dritten Reichs
11. Fußball im Dritten Reich am Beispiel des Fußballfachmagazins „Der Kicker“
11.1 Der Kicker und Österreichs Wunderteam
12. Das Fußballsystem im Dritten Reich
12.1 Die Rivalen Sepp Herberger und Karl Oberhuber
13. Resümee
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das komplexe Verhältnis von Fußball, Identität und nationalsozialistischer Ideologie im Zeitraum von 1933 bis 1945 zu analysieren. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie der Fußball "gleichgeschaltet" wurde, welche Rolle er für die Konstruktion einer "Volksgemeinschaft" spielte und inwieweit Fußballvereine und Akteure in diesem Spannungsfeld zwischen Anpassung und Widerstand agierten.
9.5 Der BVB im Dritten Reich zwischen Anpassung und Widerstand
Nach der Machtergreifung Hitlers am 30. Jänner 1933, hieß das auch, dass für das „rote Dortmund“ neue Zeiten angebrochen waren. Tatsache ist aber, dass auch in der Zeit der braunen Herrschaft, der BVB auf inhaltlicher Ebene durch drei wesentliche Charakteristika gekennzeichnet werden kann: „Den roten Borsigplatz, die Dreifaltigkeitskirche und die BVB-Familie als wirklich existierendes und integrierendes Element über politische Anschauungen hinweg“.76 Außerdem ist zu betonen: „Die BVB-Familie hatte ein eigenes sportliches Wohnzimmer, das man uneingeschränkt und von Herzen liebte – den Borussia-Sportplatz in der Nähe der Wambeler Straße, den man selbst in finanzieller und körperlicher Eigenleistung aus der legendären Weißen Wiese entwickelt hatte. Die Begleitumstände des Ausbaus wurden zu einem ganz festen Band“.77
Allerdings machte die Anpassung an das NS-System auch vor dem BVB nicht Halt. Er „nahm zwischen 1933 und 1945 im Rahmen der formal erforderlichen Sportregularien eine an die Staats- und Verbandsvorgaben angepasste Haltung ein“.78 Man hatte auch fast keine Wahl, denn die angepasste Haltung war eine Grundlage für die Zugehörigkeit zu den SportVerbänden sowie für die Teilnahme am regulären Spielbetrieb. Für Borussia Dortmund war eine offizielle Verbandszugehörigkeit aus der eigenen Gründungsgeschichte und dem eigenen Selbstverständnis heraus immens wichtig. Man verfolgte nämlich das Ziel, ganz bewusst im DFB zu spielen und sportlich erfolgreich zu sein.
1.Einleitung: Vorstellung der Motivation des Autors und Formulierung der Forschungsziele hinsichtlich Fußball und Identität im NS-Staat.
2. Zum aktuellen Forschungsstand in der Sportgeschichte: Überblick über die Aufarbeitung der Sportgeschichte im Nationalsozialismus und deren Einbettung in die allgemeine Zeithistorie.
3. Über das Dritte Reich: Darstellung der historischen Epoche des Nationalsozialismus durch vier wesentliche Herangehensweisen der Forschung.
4. Definition des Begriffes „Volksgemeinschaft“ im Fußball des Dritten Reiches: Analyse der nationalsozialistischen Bestrebungen, den Sport als Werkzeug zur Erzeugung einer "erlebbaren Volksgemeinschaft" zu nutzen.
5. Definition des Begriffes „Identität“: Theoretische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von nationaler Identität und deren Konstruktion durch Kollektive.
6. Definition des Begriffes „Nationalismus“ im 20. Jahrhundert: Untersuchung der historischen Entstehung von Nationalismus und der damit einhergehenden Radikalisierung.
7. Geschichte des Fußballs im Dritten Reich: Chronologische Aufarbeitung der "Gleichschaltung" und Entwicklung des Fußballs unter dem Hakenkreuz.
8. Der Wiener Fußball als Beispiel der Erhaltung von Identität: Analyse der Wiener Sonderstellung und des Widerstands durch "lokale Eigenheiten" im Fußball.
9. Darstellung der Fußballklubs im „Altreich“ und der „Ostmark“ am Beispiel von FC Schalke 04, Borussia Dortmund und SK Rapid Wien: Fallstudien zu Anpassung, Widerstand und Instrumentalisierung in drei ausgewählten Vereinen.
10. Der Fußballsport und die Judenverfolgung im Dritten Reich: Aufarbeitung der Diskriminierung, Vertreibung und Ermordung jüdischer Sportler und Funktionäre.
11. Fußball im Dritten Reich am Beispiel des Fußballfachmagazins „Der Kicker“: Untersuchung der Rolle von Sportmedien bei der ideologischen Vereinnahmung.
12. Das Fußballsystem im Dritten Reich: Analyse des ideologischen Konflikts über das "richtige" Spielsystem zwischen Sepp Herberger und Karl Oberhuber.
13. Resümee: Fazit über die enge Verzahnung von Sport, Politik und Ideologie in dieser Epoche sowie die Schwierigkeit, sich dem NS-Einfluss zu entziehen.
Fußball, Nationalsozialismus, Drittes Reich, Identität, Volksgemeinschaft, Gleichschaltung, Sportgeschichte, Judenverfolgung, Schalke 04, Borussia Dortmund, Rapid Wien, Propaganda, Sportsystem, Sepp Herberger, Karl Oberhuber.
Die Arbeit untersucht, wie der Fußballsport im Nationalsozialismus instrumentalisiert wurde, um eine ideologische Identität zu stiften und die Gesellschaft in eine "Volksgemeinschaft" einzugliedern.
Die Arbeit befasst sich mit der Gleichschaltung von Vereinen, dem Schicksal jüdischer Sportler, dem Einfluss von Sportmedien und der Debatte über spielerische Identitäten zwischen Deutschland und Österreich.
Das Hauptziel ist es, den Begriff der "Identität" anhand des Fußballsports zwischen 1933 und 1945 zu explizieren und die Handlungsspielräume der Vereine aufzuzeigen.
Der Autor stützt sich auf eine zeithistorische Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur, zeitgenössischen Presseberichten und biographischen Quellen zur Sportgeschichte.
Im Hauptteil werden Fallbeispiele (Schalke 04, BVB, Rapid Wien) detailliert analysiert, die Judenverfolgung thematisiert und der Streit um das Spielsystem zwischen Herberger und Oberhuber beleuchtet.
Begriffe wie Gleichschaltung, Volksgemeinschaft, Identität, Widerstand, Anpassung und Instrumentalisierung stehen im Zentrum der Arbeit.
Der Wiener Fußball war stark durch eine spezifische "Wiener Schule" und ein "Österreich-Bewusstsein" geprägt, das den Nationalsozialisten als widerständig oder als "rassisch durchmischt" suspekt war.
Hugo Meisl war als jüdischer Trainer des "Wunderteams" eine zentrale Figur, die durch ihren Erfolg einerseits geschätzt, andererseits aufgrund ihrer Abstammung antisemitisch angefeindet wurde.
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