Bachelorarbeit, 2015
67 Seiten, Note: 1,2
1. EINLEITUNG
1.1 THESE UND ZIELSETZUNG
1.2 INDUSTRIERELEVANZ UND ZIELGRUPPE
2. GRUNDLAGEN
2.1 KLASSISCHE DRAMATURGIE
2.2 BEGRIFFSDEFINITION „UNKONVENTIONELLE ERZÄHLTECHNIKEN“
2.3 FABULA UND PLOT
2.4 MINDFUCK
2.5 ARCHEPLOT
2.6 HELDENREISE
2.7 KINOCHARTS 2009-2013
2.7.1 Charts: 2009
2.7.2 Charts: 2010
2.7.3 Charts: 2011
2.7.4 Charts: 2012
2.7.5 Charts: 2013
3. METHODIK
3.1 HERANGEHENSWEISE
3.2 BEGRÜNDUNG DER FORSCHUNGS- UND DATENERHEBUNGSMETHODE
3.3 ENTWICKLUNG DES FRAGEBOGENS
3.4 BELEGMÖGLICHKEITEN DER ERGEBNISSE
4. DURCHFÜHRUNG
4.1 NONLINEARES ERZÄHLEN
4.2 UNZUVERLÄSSIGES ERZÄHLEN (VERDECKT/VORSÄTZLICH)
4.2.1 Verdeckt-Unzuverlässiges-Erzählen
4.2.2 Vorsätzlich-Unzuverlässiges-Erzählen
4.3 ANTIPLOT
4.4 REPETETIVES ERZÄHLEN
4.5 MINIPLOT
4.6 METAFIKTIONALES ERZÄHLEN
5. ERGEBNISSE
5.1 ALTER/GESCHECHT
5.2 GESCHLECHT – KONSUMVERHALTEN
5.2.1 Kinokonsum
5.2.2 DVD/Blu-Ray Konsum
5.2.3 Nutzung von Streamingdiensten
5.3 ALTER – FILMAUSWAHL
5.3.1 Alter: Unter 18
5.3.2 Alter: 18-25
5.3.3 Alter: 26-35
5.3.4 Alter: 36-45
5.3.5 Alter: Über 45
5.4 GENRE – PERSÖNLICHE MERKMALE
5.5 PERSÖNLICHE MERKMALE – BEGRIFF „MINDFUCK“
5.6 KONSUM – MINDFUCK
5.7 BELIEBTESTE MERKMALE
5.8 UNTERSCHIED ZU HOLLYWOOD-BLOCKBUSTERN
5.9 ERWARTUNGEN BEI GEZIELTEM KONSUM
5.10 WUNSCH NACH MEHR UNKONVENTIONELLEN KINOFILMEN?
5.11 INFORMATIONEN VOR KINOBSUCH
5.12 ZUFRIEDENHEIT MIT AKTUELLEN KINOTREND
5.13 MEIST ERWARTETE FILME
6. ZUSAMMENFASSUNG
6.1 KRITISCHE SELBSTREFLEKTION
6.2 VERGLEICH DER ERGEBNISSE MIT DER THESE
6.3 AUSBLICK
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Kinopublikum in der Lage ist, unkonventionelle Erzähltechniken zu verstehen und zu akzeptieren, und stellt damit die theoretische Annahme infrage, dass Zuschauer primär an klassische, lineare Erzählmodelle gebunden seien.
4.1 Nonlineares Erzählen
Eine nonlineare Erzählstruktur setzt sich hauptsächlich durch ihren unkonventionellen Umgang mit Zeitstrukturen zusammen. Beim nonlinearen Erzählen gibt es keine Grenzen in welcher Reihenfolge der Plot wiedergegeben wird. Linda Cowgil fasst die Merkmale einer nonlinearen Erzählung so zusammen:
„A nonlinear structure deconstructs a complicated event, a situation, character or a combination of these elements by recording the time sequence and creating a new composition for dramatic (or comedic) purposes. This new arrangement makes the telling of the story more surprising, compelling and unpredictable than i fit was told in a straight, linear fashion“24
Einen Unterpunkt dieser Erzähltechnik stellt das achronologische Erzählen dar. Beim achronologischen Erzählen gibt es, im Gegensatz zum nonlinearen Erzählen, eine klar zu erkennende Struktur. Die Geschichte wird z.B. konsequent vom Ende der Fabula bis zu ihrem Anfang erzählt. Ein Grund die Geschichte auf diese Art zu erzählen ist z.B., um den Inhalt besser transportieren zu können. In Christopher Nolans Memento leidet der Protagonist an anterograder Amnesie. Durch dieses Leiden ist es ihm nicht möglich Ereignisse in seinem Kurzzeitgedächtnis zu speichern, was ca. alle drei bis sieben Minuten zu einem kompletten Erinnerungsverlust führt. Da die Geschichte hauptsächlich rückwärts erzählt wird, befindet sich der Rezipient zu Beginn jeder neuen Szene in genau derselben Position wie der Protagonist. Bordwell bezeichnet diesen Zustand als „restricted range of knowledge“.25 Dadurch wird zum Einen der Inhalt besser transportiert, da der Rezipient denselben Wissensstand wie der Protagonist besitzt. Zum anderen fällt es wesentlich leichter sich in den Protagonisten hineinzuversetzen und Empathie für ihn zu empfinden. Die Struktur ist also an die Logik der Hauptfigur angepasst und wird dadurch legitimiert.26
1. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert die These, dass Zuschauer bereit für alternative Erzählkonzepte sind, und beleuchtet die Relevanz der Untersuchung für die Filmindustrie.
2. GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erläutert die klassische Dreiaktstruktur und definiert zentrale Begriffe wie Mindfuck, Fabula, Plot und Archeplot.
3. METHODIK: Es wird die Entscheidung für eine quantitative Online-Umfrage begründet, um ein breites Spektrum an Zuschauern hinsichtlich ihrer Rezeptionsgewohnheiten zu erfassen.
4. DURCHFÜHRUNG: Hier werden verschiedene unkonventionelle Erzähltechniken wie Non-Linearität, Unzuverlässiges Erzählen, Antiplot, Repetetives Erzählen, Miniplot und Metafiktionalität theoretisch hergeleitet und anhand von Beispielen analysiert.
5. ERGEBNISSE: Dieses Kapitel präsentiert die Daten der durchgeführten Umfrage, unterteilt in soziodemografische Merkmale, Konsumverhalten und spezifische Erwartungen an unkonventionelle Filme.
6. ZUSAMMENFASSUNG: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert kritisch über den Forschungsprozess und bewertet die anfängliche These im Licht der erhobenen Daten.
Unkonventionelle Erzähltechniken, Mindfuck, Dreiaktstruktur, Filmanalyse, Zuschauerrezeption, Online-Umfrage, Nonlinearität, Antiplot, Plot, Filmuntersuchung, Kinotrend, Narrative Struktur, Filmkonsum, Storytelling, Hollywood-Blockbuster.
Die Arbeit analysiert, wie Kinobesucher auf unkonventionelle erzählte Filme reagieren und ob sie im Gegensatz zu klassischen Narrativen in der Lage sind, komplexe Erzählkonzepte zu erfassen.
Die zentralen Felder umfassen die klassische Filmdramaturgie, moderne unkonventionelle Erzählmodelle, das Konsumverhalten des Zielpublikums und die Rezeption von erzählerischer Komplexität.
Das Ziel ist es, die These zu überprüfen, dass Zuschauer sehr wohl bereit und fähig sind, alternative, nicht lineare Erzählkonzepte zu verstehen und anzunehmen, entgegen früherer Theorien, die dies dem Filmpublikum absprachen.
Es wurde ein quantitativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer Online-Umfrage basiert, um eine breite Datenbasis an unterschiedlichen Kinogängern zu erhalten.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen wie die Dreiaktstruktur mit unkonventionellen Techniken wie Non-Linearität, Mindfuck-Narrativen, Antiplot-Strukturen und Metafiktionalität kontrastiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Unkonventionelle Erzähltechniken, Mindfuck, Zuschauerrezeption, Narrative Struktur und Filmanalyse charakterisiert.
Die Umfrage ergab, dass jüngere Altersgruppen durch die stärkere Nutzung digitaler Medien vertrauter mit dem Begriff „Mindfuck“ und komplexen Narrativen sind, während das Interesse mit zunehmendem Alter bei manchen Gruppen zu eher traditionellerer Unterhaltung tendiert.
Die These wurde differenziert betrachtet: Zwar gibt es ein Publikum, das sich Abwechslung wünscht, jedoch zeigt die Umfrage, dass die breite Masse bei der Rezeption von Filmen primär Unterhaltung sucht und unkonventionelle Strukturen oft nicht bewusst als solche wahrnimmt.
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