Bachelorarbeit, 2016
77 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Kommunikationsform WhatsApp
3. Keyboard-to-Screen Kommunikation
3.1. Sms-und Chatforschung
3.1.1. SMS
3.1.2. Chat
3.2. WhatsApp Forschung
4. Charakterisierung von Absagen
5. Kommunikation im Dialog
5.1. Handlungsmuster: Anrede und Verabschiedung
5.2. Der Aufbau von Abmeldenachrichten
5.3. Realisierungsstrategien
5.3.1. Sprachlich banalisierte Informationsnachrichten
5.3.2. Terminierte Absage
5.4. Zum Turntaking in dialogischen WhatsApp-Abmeldungen
6. Kommunikation in der Gruppenchtsfunktion
6.1. Handlungsmuster: Anrede und Verabschiedung
6.2. Aufbau von Abmeldenachrichten in Gruppenchats
6.3. Gesprächsstruktur in Gruppenchats: Realisierungsstrategien
6.3.1. Randbedingungen der Nachrichtenproduktion
6.3.2. Bezugnahme und Themenpluralität
6.3.3. Reaktion auf Abmeldenachrichten
7. Vergleich von dialogischen Absagen und Absagen in Gruppenchats
7.1. Vergleich: Anrede und Verabschiedung
7.2. Initiative und Reaktion
7.3. Realisierung
8. Fazit
Die Arbeit vergleicht die sprachliche Gestaltung und Gesprächsstruktur von Trainingsabmeldungen in dialogischen WhatsApp-Gesprächen (one-to-one) mit denen in Gruppenchats (many-to-many), um zu untersuchen, wie sich die Kommunikationsform auf die Realisierungsstrategien auswirkt.
5.1. Handlungsmuster: Anrede und Verabschiedung
Da es sich bei der Abmeldung vom Training nicht um ein reaktives Verhalten handelt, wie etwa bei einem zuvor verabredeten Treffen (vgl. König, 2015), ist es zu erwarten, dass aufgrund des Beginns einer neuen Konversation, eine Anrede formuliert wird. Entgegen dieser Überlegung, wird in Wyss/Hug (2016:1) festgestellt, dass WhatsApp-Konversationen „nicht durch eine explizite Gruß- oder Anredeformel eingeleitet [werden]“.
Das ausgewählte Datenmaterial stützt die These von Wyss/Hug (2016). 60% der Nachrichten enthalten weder eine Anrede- noch eine Verabschiedungsformel. Nur drei Nachrichten werden mit einer Anrede eingeleitet und am Ende mit einer Verabschiedung geschlossen. 38% der Nachrichten werden lediglich mit einer Anrede begonnen. Die häufigste Form der Anrede ist „Moin“ oder „Moin [Trainervorname]“ mit n=13, die häufigste Verabschiedung ist „bis nachher“ (n=2)13.
Obgleich die Adressatenzuordnung mit der Versendung der Nachrichten in dialogischen WhatsApp-Konversationen geregelt ist, finden Anredemodalitäten statt. Dies lässt darauf schließen, dass diese Formalitäten lediglich der Rahmung der Konversation dienen. Die Anrede dient als Gesprächseinstieg, die Verabschiedung der Gesprächsbeendigung. Gerahmt wird in diesem Modell der Gesprächskern mit seinen Inhaltselementen (vgl. Günthner 2011:10). Es ist auffällig, dass deutlich mehr Nachrichten keine Grußformen beinhalten (siehe Abbildung 2). Es ist zu klären, wann Anrede und Verabschiedungsformen genutzt werden und welche möglichen Gründe es dafür gibt.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage, die den Vergleich von Trainingsabmeldungen in WhatsApp-Dialogen und Gruppenchats fokussiert.
2. Kommunikationsform WhatsApp: Erläuterung der technischen Besonderheiten von WhatsApp und der rasanten Verbreitung des Messengers als primäres Kommunikationsmittel.
3. Keyboard-to-Screen Kommunikation: Einordnung von WhatsApp in die Keyboard-to-Screen Kommunikation unter Berücksichtigung von SMS- und Chatforschung.
4. Charakterisierung von Absagen: Theoretische Definition der Absage als illokutiver Sprechakt und Abgrenzung zu anderen reaktiven Handlungen.
5. Kommunikation im Dialog: Analyse von Abmeldungen in privaten one-to-one WhatsApp-Gesprächen zwischen Spielern und Trainer.
6. Kommunikation in der Gruppenchtsfunktion: Untersuchung von Abmeldungen innerhalb von WhatsApp-Gruppenchats unter Einbeziehung von Gruppenreaktionen.
7. Vergleich von dialogischen Absagen und Absagen in Gruppenchats: Synthese der Ergebnisse und Gegenüberstellung der Unterschiede in Anrede, Initiativcharakter und Realisierung.
8. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung des primären Schemas [Absage-Begründung] über beide Korpora hinweg.
WhatsApp, Kommunikation, Trainingsabmeldung, Gruppenchat, Dialog, Sprachökonomie, Keyboard-to-Screen, Sprechakt, Realisierungsstrategie, Turn-Taking, Mündlichkeit, Gesprächsstruktur, Sprachvergleich, Handballtraining, Adjazenzpaare
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche in Sportvereinen ihre Teilnahme am Training über WhatsApp abmelden und ob sich dabei Unterschiede zwischen direkten Dialogen mit dem Trainer und der Kommunikation in Gruppenchats zeigen.
Zentrale Themen sind die sprachliche Realisierung von Absagen, die Verwendung von Anrede- und Verabschiedungsfloskeln, die Gesprächsstruktur sowie die Einflüsse des Kommunikationsmediums WhatsApp.
Das Ziel ist ein systematischer Vergleich von Abmeldenachrichten im 1-zu-1-Dialog versus Gruppenchat, um zu verstehen, wie soziale Kontexte und die Anzahl der Adressaten die sprachliche Form beeinflussen.
Es handelt sich um eine korpusbasierte sprachwissenschaftliche Analyse, bei der reale, anonymisierte WhatsApp-Nachrichten von Jugendhandballern auf grammatikalische, strukturelle und pragmatische Merkmale hin untersucht werden.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von privaten Dialogen (5. Kapitel) und Gruppenchat-Kommunikation (6. Kapitel), jeweils unter Berücksichtigung von Anredemustern, dem inhaltlichen Aufbau und Reaktionen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie WhatsApp, Trainingsabmeldung, Sprachökonomie, Gruppenchat, Turn-Taking und Gesprächsstruktur charakterisiert.
Der Autor stellt fest, dass das grußlose Format im Gruppenchat eine Realisierungslösung für die Adressatenmenge darstellt, da die Abmeldung pauschal an die gesamte Gruppe und nicht an eine spezifische Person gerichtet ist.
Ja, der Autor betont, dass der Zeitfaktor eine entscheidende Komponente für die Produktionsqualität ist; je kurzfristiger die Nachricht vor dem Training erfolgt, desto eher beeinflusst dies die sprachliche Gestaltung.
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