Bachelorarbeit, 2014
56 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Einführung in die Problemstellung
1.1 Exkurs: Narration und Technik
1.2 Titel und Thesen
1.2.1 Von der durchlässigen Leinwand zur aufgebrochenen Haut
1.2.2 Subjektivität
1.2.3 Erschütterung
1.3 Ziel und Aussicht
2. Der performative Film
2.1 Benennung und Ansprache
2.2 Zum Beispiel: Ein subjektiver Erfahrungsbericht
3. Der Film als Einfühlungsobjekt
3.1 Identifikation, Empathie, Mitleid
3.2 Einfühlung
3.3 Menschsein und Selbst
4. Der phänomenologische Film
4.1 Synästhesie
4.2 Die Erfahrung eines Anderen erfahren
4.3 Interobjektivität
5. Abschließende Bemerkungen
Die Arbeit untersucht das komplexe Spannungsverhältnis zwischen dem Zuschauer und der Leinwand, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie Filme unabhängig von inhaltlichen oder technischen Strategien eine tiefgreifende, körperliche Erschütterung und Veränderung des Rezipienten bewirken können. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie subjektive Filmerfahrungen eine reale Bedeutungsebene erreichen.
1.2.1 Von der durchlässigen Leinwand zur aufgebrochenen Haut
Die im Titel dieser Arbeit verwendeten Metaphern der durchlässigen Leinwand und der aufgebrochenen Haut spielen direkt auf das bereits erwähnte Spannungsverhältnis zwischen dem Verschwinden des Zuschauers in der Filmszene und der dagegen gestellten absoluten Notwendigkeit der wahrgenommenen körperlichen Präsenz des Rezipienten und der Durchdringung seines Körpers durch den Film an. In ihrer „Filmtheorie zur Einführung“ (2013) gehen auch Elsaesser und Hagener diesen Weg. Bevor sie auf eindringlichere Filmtheorien eingehen, beschreiben sie Sichtweisen, in denen die Differenz zwischen Film und Zuschauerkörper noch zumindest über die Zuschauerhaut getrennt bleibt, wie den Film als Fenster mit Blick auf eine andere Welt, oder den Film als Tür, durch die man in diese Welt eintreten kann, ohne jedoch die Integrität des Zuschauerkörpers dabei zu verletzen (vgl. ebd.: S. 23 – 73).
„Der Zuschauer findet sich zwischen zwei Polen wieder: der Projektion, die ihn in den Film stürzen, ihn sich gleichsam darin auflösen und seine individuellen Subjektstatus freiwillig zugunsten einer Objektifizierung aufgeben lässt, und der Identifikation, die ihn den Film absorbieren, die Welt also in sich aufnehme und sich damit auch imaginär als Subjekt erfahren lässt.“ (ebd.: S. 52).
Viele Filmtheorien argumentieren, dass es einer möglichst tiefgreifenden Kontemplation bedarf, um sich als Zuschauer nachhaltig in eine Filmszene involviert zu fühlen. Je stärker die Realität des Films die reale Umwelt des Zuschauers verdrängt, desto mehr kann dieser sich demnach in die Filmwelt hinein versetzten lassen. So beschreibt Scott Curtis das geistige Eintauchen im Begriff der Kontemplation als „absolut entscheidend für die ästhetische Erfahrung und den Einfühlungsprozess.“ (Curtis, S. 2009: S. 97).
1. Einleitung und Einführung in die Problemstellung: Die Einleitung führt in das zentrale Thema der subjektiven Körperpositionierung gegenüber der Leinwand ein und stellt die Thesen zur Erschütterung und Subjektivität auf.
2. Der performative Film: Dieses Kapitel betrachtet den Film als Sprechakt, der durch kulturelle und soziale Verstrickungen den Zuschauer direkt anspricht und positioniert.
3. Der Film als Einfühlungsobjekt: Hier wird untersucht, wie Identifikations- und Empathieprozesse eine Involvierung des Zuschauers ermöglichen, wobei der Fokus auf dem subjektiven Erfahrungsschatz liegt.
4. Der phänomenologische Film: Dieser Abschnitt nutzt die Theorie von Vivian Sobchack, um das leibliche Miterleben und die sinnliche Verflechtung von Zuschauer und Film als ganzheitlichen Rezeptionsprozess zu analysieren.
5. Abschließende Bemerkungen: Die Zusammenfassung führt die drei Perspektiven (performativ, einfühlungstheoretisch, phänomenologisch) zusammen und bestätigt das Potential des Films, den Zuschauer nachhaltig zu erschüttern.
Filmrezeption, Zuschauerkörper, Immersion, Kontemplation, Subjektivität, Erschütterung, Performativer Film, Empathie, Einfühlung, Phänomenologie, Vivian Sobchack, Identifikation, Leiblichkeit, Filmtheorie, Filmerfahrung.
Die Arbeit untersucht, wie Filme den Zuschauer auf einer körperlichen und affektiven Ebene berühren und erschüttern können, unabhängig von Genre oder Handlung.
Die Themenfelder umfassen Filmrezeption, die Rolle des Körpers im Kino, das Spannungsfeld zwischen Distanz und Immersion sowie philosophische Konzepte von Identität und Subjektivität.
Ziel ist es, ein theoretisches Modell zu erarbeiten, das erklärt, wie Filmrezeption eine reale Wirkung auf das Selbst des Zuschauers entfaltet und die Grenzen zwischen Fiktion und Realität aufweicht.
Die Autorin nutzt einen interdisziplinären Ansatz, der poststrukturalistische, einfühlungstheoretische und insbesondere phänomenologische Filmtheorien (u.a. von Vivian Sobchack) verbindet.
Der Hauptteil analysiert den performativen Charakter des Films, die psychologischen Mechanismen der Empathie und Einfühlung sowie die leibliche Wahrnehmung durch phänomenologische Konzepte.
Schlüsselbegriffe sind vor allem: Filmrezeption, Erschütterung, Subjektivität, Immersion, Phänomenologie und der performative Film.
Ein Film wird als erschütternd definiert, wenn er das Potential besitzt, den Zuschauer über den Rezeptionsmoment hinaus emotional oder somatisch zu verändern und in seiner Identität zu berühren.
Der Körper ist für die Autorin kein bloß passiver Beobachter, sondern die grundlegende sensorische Oberfläche und das Medium, durch das Bedeutung und Erschütterung erst wirklich erfahren werden können.
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