Bachelorarbeit, 2014
28 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung: Schriftstellerpaare - gemeinsames Schaffen oder Rivalität?
2. Schreibende Frauen in der Literaturgeschichte in der Beziehung zu einem Autor
3. Gemeinsame Lebensdaten der Autoren Inge und Heiner Müller
4. Gemeinsames Schreiben in einer Lebensgemeinschaft - der Alltag bei Heiner Müller und Inge Müller
5. Analyse der Aufzeichnungen zu “Die Weiberbrigade” von Inge Müller
6. Zusammenfassung - Können Schriftstellerpaare in einer Lebensgemeinschaft unabhängig voneinander arbeiten?
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen künstlerischer Zusammenarbeit und individueller Autonomie bei Schriftstellerpaaren, wobei der Fokus auf dem Ehepaar Inge und Heiner Müller liegt. Ziel ist es zu analysieren, wie sich die gemeinsame Lebens- und Arbeitswelt auf die literarische Produktivität und die Wahrnehmung der beteiligten Partner auswirkt.
4. Gemeinsames Schreiben in einer Lebensgemeinschaft - der Alltag bei Heiner Müller und Inge Müller
Heiner und Inge Müller verbindet von Anfang an der Wunsch zu schreiben. Doch wie diese Zusammenarbeit aussah, zeigt sich in den unterschiedlichsten Quellen. Vor allem um die Werke „Der Lohndrücker“ und „Die Korrektur“ gibt es immer wieder Diskussionen, wer welchen Teil am Schreiben der Werke geleistet hat. Bei beiden Stücken wird sie als Mitautorin genannt, Heiner Müller sagt dazu „Das hätte ich nicht tun sollen, denn es entsprach nicht den Tatsachen.“ Beide erhielten jedoch den Heinrich-Mann-Preis dafür, sie galt als diejenige, die das Material gesammelt hat.
Die Inge war sehr gut, sie hat schnell Vertrauen erweckt, sie war auch attraktiv, und dann versammelte sich alles um unsern Tisch, denn Frauen waren knapp.
Inge Müllers Menschenkenntnis, ihre Empathie und ihr Aussehen nutzt Heiner Müller für sich, um später das Stück alleine zu schreiben. Sie verwertet das Material auch für sich selbst, um an dem Stück „Die Weiberbrigade“ zu arbeiten. Doch wie sah die Zusammenarbeit in der Praxis aus?
Der Anfang der Beziehung ist durch den Wunsch, gemeinsam etwas zu schaffen geprägt. Als Heiner Müller in das Haus in der Thälmann-Siedlung 19, in Lehnitz einzieht, bekommt er ein eigenes Arbeitszimmer, sie schreibt vorwiegend im Bett. Sie nennt ihn Pepe, er gibt ihr den Spitznamen Tuppa, später wird Tuppa das Synonym für die Liebe der beiden Autoren. Auch in Ines Geipels Biografie wird der anfängliche Wunsch einer gleichberechtigten Arbeitsgemeinschaft deutlich:
Aus den Schreibentwürfen der Anfangszeit ist herauszulesen, wie bewusst beider Wunsch nach künstlerischer Einheit Gestalt annimmt. Unsinnig, diese Versuche gegeneinander auszuspielen. Am Ende gar wieder zu trennen. Als entstünden Ideen und Texte in einem einzigen Echoraum [...]
1. Einleitung: Schriftstellerpaare - gemeinsames Schaffen oder Rivalität?: Einführung in das Thema der produktiven und konfliktreichen Beziehungen zwischen schreibenden Partnern.
2. Schreibende Frauen in der Literaturgeschichte in der Beziehung zu einem Autor: Untersuchung der historischen Rolle und der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Autorinnen in partnerschaftlichen Abhängigkeiten.
3. Gemeinsame Lebensdaten der Autoren Inge und Heiner Müller: Darstellung der biografischen Hintergründe und des gemeinsamen Lebensweges des Autorenpaares.
4. Gemeinsames Schreiben in einer Lebensgemeinschaft - der Alltag bei Heiner Müller und Inge Müller: Analyse der täglichen Arbeitsweise, der gegenseitigen Beeinflussung und der Schwierigkeiten bei der Abgrenzung von Autorenschaft.
5. Analyse der Aufzeichnungen zu “Die Weiberbrigade” von Inge Müller: Detaillierte Untersuchung von Archivmaterialien zur Entstehungsgeschichte und Autorenschaft des Stücks.
6. Zusammenfassung - Können Schriftstellerpaare in einer Lebensgemeinschaft unabhängig voneinander arbeiten?: Reflexion der Erkenntnisse über das Spannungsverhältnis zwischen privater Bindung und künstlerischer Eigenständigkeit.
Inge Müller, Heiner Müller, Schriftstellerpaare, Literaturgeschichte, Die Weiberbrigade, DDR-Literatur, Autorenschaft, Schreibprozess, Lebensgemeinschaft, Heinrich-Mann-Preis, literarische Rivalität, künstlerische Einheit, Archivmaterialien, Geschlechterrollen
Die Arbeit untersucht das komplexe Geflecht aus Liebe, Rivalität und kreativer Zusammenarbeit bei Schriftstellerpaaren, mit besonderem Fokus auf das DDR-Autorenpaar Inge und Heiner Müller.
Zentral sind die künstlerische Identität der Frau in einer literarischen Partnerschaft, die Bedingungen des gemeinsamen Arbeitens in einer Ehe sowie die literarische Aufarbeitung dieser Konstellation.
Das Ziel ist zu ergründen, inwieweit eine unabhängige literarische Produktivität innerhalb einer engen, gemeinschaftlich geprägten Lebens- und Arbeitsbeziehung möglich ist.
Die Verfasserin nutzt eine biografische Analyse sowie eine quellenkritische Untersuchung von Archivmaterialien, insbesondere Entwürfe und Aufzeichnungen aus dem Inge-Müller-Archiv.
Im Hauptteil werden sowohl die biografischen Meilensteine des Paares als auch spezifische Fallbeispiele für ihre Zusammenarbeit, wie das Stück „Die Weiberbrigade“, eingehend analysiert.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Autorenschaft, künstlerische Einheit, DDR-Kontext, Rivalität und die spezifische Rollenverteilung zwischen Inge und Heiner Müller definiert.
Das politische Klima beeinflusste ihre Arbeit durch Aufträge für den Rundfunk oder das Theater, stellte sie aber auch vor existentielle Probleme und erzwang teils eine Anpassung an offizielle Kulturvorgaben.
Dieses Werk dient als zentrales Fallbeispiel, anhand dessen die Verfasserin durch Archivrecherchen nachweisen konnte, dass eine strikte Trennung der Autorenschaft aufgrund gegenseitiger Einflüsse kaum möglich ist.
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