Bachelorarbeit, 2016
92 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Goodwill-Bilanzierung nach IFRS
2.1 Konzeption und Zielsetzung der IFRS
2.2 Ansatzkriterien von immateriellen Vermögenswerten
2.3 Der Goodwill als spezieller immaterieller Vermögenswert
2.3.1 Bestandteile des Goodwills
2.3.2 Arten des Goodwills
2.3.2.1 Derivativer und originärer Goodwill
2.3.2.2 Negativer Goodwill
2.3.2.3 Konsolidierungs-Goodwill
2.3.2.4 Mehrheiten- und Minderheiten-Goodwill
3 Bilanzierung des Goodwills nach IFRS
3.1 Zugangsbewertung des Goodwills unter Fiktion der Erwerbsmethode
3.1.1 Identifikation des Erwerbers und des Erwerbszeitpunktes
3.1.2 Kaufpreisallokation
3.1.3 Allokation des Goodwills auf die Cash Generating Units
3.2 Folgebewertung des Goodwills nach dem Impairment-Only-Approach
3.2.1 Konzeption des Wertminderungstests
3.2.2 Ermittlung des Nutzungswerts
3.2.3 Ermittlung des Nettoveräußerungswerts
3.2.4 Kritische Würdigung des Impairment-Only Approach
4 Empirische Analyse der Goodwill-Bilanzierung
4.1 Datengrundlage
4.2 Abgrenzung zu bisherigen Studien
4.3 Ergebnisse der empirischen Analyse
4.3.1 Bilanzielle Relevanz des Goodwills
4.3.1.1 Goodwill im Verhältnis zum Eigenkapital
4.3.1.2 Goodwill im Verhältnis zur Bilanzsumme
4.3.2 Entwicklung der vorgenommenen Wertminderungen
4.3.3 Simulierte planmäßige Abschreibung und Ergebniseffekt
5 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die detaillierte Darstellung der Goodwill-Bilanzierung nach IFRS sowie die Durchführung einer empirischen Analyse, um einen Beitrag zur aktuellen fachlichen Diskussion um den Goodwill zu leisten. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die Anwendung des Impairment-Only-Approach auf die Konzernbilanzen kapitalmarktorientierter Unternehmen auswirkt und inwieweit bilanzpolitische Spielräume des Managements genutzt werden.
2.3 Der Goodwill als spezieller immaterieller Vermögenswert
Die bilanzielle Behandlung des Goodwills wird in den Standards IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse“, IAS 36 „Wertminderung von Vermögenswerten“, sowie in IAS 38 „Immaterielle Vermögenswerte“ thematisiert. In der nationalen Rechnungslegung findet i. d. R. der Begriff „Geschäfts- oder Firmenwert“ Anwendung. International wird in der englischen Originalfassung der IFRS der Begriff „Goodwill“ verwendet. Für den Goodwill finden sich in der Literatur mehrere Synonyme wie z. B. „Organisationswert“, „derivativer Firmenwert“ oder „Kapitalisierungsmehrwert“. Dem Goodwill wird seit jeher in der Betriebswirtschaft eine besondere bilanzrechtliche- und bilanzpolitische Bedeutung zugemessen. Aufgrund des speziellen und komplexen Wesens des „.. ökonomischen[n] Phänomens[s] Goodwill“ wird dieser in der Literatur regelmäßig kontrovers diskutiert. Der Goodwill ist daher nach Haaker „… als eines der größten immateriellen Sorgenkinder [anzusehen]…“.
Brösel beschreibt den Goodwill als „.. Bilanzposten, der derzeit die größte Gefahr für das Vermögen der Aktionäre [darstellt]…“. Die Bilanzposition Goodwill kann daher als „special type asset“, „phantom asset“ oder sogar als „diffuse Restgröße“ bezeichnet werden. Bei kaum einem anderen Vermögenswert verursacht die Ansatzdefinition, sowie die Zugangs- und Folgebewertung derartige Bilanzierungs- und Bewertungsprobleme. Der Goodwill kann zudem als dominierende Größe innerhalb der immateriellen Vermögenswerte und sogar für das Konzerngesamtbild angesehen werden. Grundsätzlich kann der Goodwill als übergeordneter Wert für alle erworbenen, nicht identifizierbaren respektive nicht ansetzbaren immateriellen Vermögenswerte und Schulden bezeichnet werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Relevanz und Kritik der Goodwill-Bilanzierung ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Grundlagen der Goodwill-Bilanzierung nach IFRS: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte der IFRS sowie die spezifischen Definitionen und Ansatzkriterien für Goodwill und immaterielle Vermögenswerte dargelegt.
3 Bilanzierung des Goodwills nach IFRS: Dieser Abschnitt behandelt detailliert die Zugangsbewertung mittels Kaufpreisallokation sowie die Folgebewertung nach dem Impairment-Only-Approach inklusive einer kritischen Würdigung.
4 Empirische Analyse der Goodwill-Bilanzierung: Hier erfolgt eine quantitative Untersuchung der Goodwill-Entwicklung sowie eine Simulation der Auswirkungen einer fiktiven planmäßigen Abschreibung auf Basis der Daten von HDAX-Unternehmen.
5 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der empirischen Analyse zusammen und reflektiert die zukünftige Entwicklung sowie Anpassungsnotwendigkeiten der relevanten Standards.
Goodwill, IFRS, Impairment-Only-Approach, Kaufpreisallokation, Unternehmenszusammenschluss, HDAX, Wertminderungstest, Bilanzanalyse, immaterielle Vermögenswerte, Eigenkapital, Konzernbilanz, Unternehmensbewertung, Prinzipal-Agent-Theorie, Goodwill-Bilanzierung, Cash Generating Units.
Die Arbeit analysiert kritisch die Bilanzierung von Goodwill nach IFRS-Standards und untersucht insbesondere, inwieweit das aktuelle Bewertungsverfahren (Impairment-Only-Approach) Spielräume für bilanzpolitische Maßnahmen bietet.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Goodwill-Bilanzierung, die Anwendung der Kaufpreisallokation sowie die praktische Umsetzung des Impairment-Tests bei börsennotierten Unternehmen.
Ziel ist es, die Goodwill-Bilanzierung nach IFRS detailliert darzustellen und durch eine empirische Analyse der HDAX-Unternehmen aufzuzeigen, welchen Einfluss diese Bilanzierungspraxis auf das Konzernergebnis und das Eigenkapital hat.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse mit einer empirischen Vollerhebung der 110 HDAX-Unternehmen für den Zeitraum 2005-2014, ergänzt um eine Ergebnissimulation.
Der Hauptteil erstreckt sich von der methodischen Zugangsbewertung und Kaufpreisallokation über die Folgebewertung bis hin zur empirischen Untersuchung und Simulation von Ergebniseffekten bei einer fiktiven Abschreibung.
Wichtige Begriffe sind Goodwill, IFRS, Impairment-Only-Approach, Kaufpreisallokation und Bilanzpolitik.
Der Ansatz wird als subjektiv und anfällig für Missbrauch (Opportunismus des Managements) kritisiert, da er keine planmäßige Abschreibung vorsieht und somit die Volatilität des Ergebnisses beeinflussen kann.
Die Analyse zeigt einen stetigen Anstieg der Goodwill-Bestände und verdeutlicht, dass Unternehmen durch den Verzicht auf Abschreibungen ihre Gewinne entlasten konnten, was bei vielen Firmen zu einer hohen Goodwill/Eigenkapital-Relation führt.
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