Examensarbeit, 2014
72 Seiten
1. Einleitung
2. Wissenschaftlich-methodische Exegese
2.1. Textkritik
2.2. Literarkritik
2.2.1 Äußere Abgrenzung / Kohärenz
2.2.2 Innerer Aufbau
2.2.3 Synoptischer Vergleich
2.3 Form- und Gattungskritik
2.3.1 Form- und Gattungsbestimmung
2.3.2 Formgeschichte
2.4 Traditionsgeschichte
2.5 Sozial- und zeitgeschichtliche Analyse
2.6 Überlieferungs- und Wirkungsgeschichte
2.7 Einzelexegese
2.8 Theologische Gesamtdeutung
3. Religionspädagogische Überlegungen
3.1 Entwicklungspsychologische Aspekte
3.1.1 Kinder- und Jugendpsychologie – Herausforderungen, Probleme und Konsequenzen in der Kinder- und Jugendforschung
3.1.2 Religiöse Entwicklung / Stufenmodelle
3.1.3 Wunderverständnis
3.1.4 Bedeutung der Wundergeschichten im Leben der Schüler heute
3.1.5 Deutung der Erzählung durch Schüler
3.2 Schulbuchanalyse / -vergleich
3.2.1 Die Lehrbücher als Ganzes
3.2.2 Analyse der ausgewählten Kapitel
3.2.3 Die Darstellung des ausgewählten Wunders in den Büchern
3.3 Hermeneutik / Vergegenwärtigung
3.3.1 Religionspädagogische Hermeneutik
3.3.2 Praktisch-theologische Hermeneutik
4. Fazit für den Religionsunterricht
Die Arbeit untersucht das Verständnis neutestamentlicher Wundererzählungen bei Jugendlichen an der Hauptschule, wobei die Heilung des blinden Bartimäus (Mk 10,46-52) als exegetische Grundlage dient und methodisch mit entwicklungspsychologischen Aspekten sowie einer Schulbuchanalyse verknüpft wird.
2.7 Einzelexegese
46 Und sie kamen nach Jericho. Und als er aus Jericho wegging, er und seine Jünger und eine große Menge, da saß ein blinder Bettler am Wege, Bartimäus, der Sohn des Timäus.
Das Wort „Und“ leitet die Erzählung ein und schließt an das vorige Gespräch Jesu an. „Dieser schlichte additive Anschluss ist für den markinischen Erzählstil typisch.“ Der Name Bartimäus ist, wie bereits oben erwähnt, ein griechisch-aramäischer Name und bedeutet Sohn des Timäus. Vielleicht wurde er gewählt, weil er mit „b“ beginnt, genau wie blind und Bettler und sich so eine Alliteration ergeben kann. Eine weitere Vermutung wäre, dass er als Sohn des Timäus als Pendant zum Davidssohn angesehen werden kann.
Etwas untypisch ist, dass Jesus aus Jericho weg geht, ohne etwas getan zu haben. Dies entspricht nicht seinem sonstigen öffentlichen Wirken. „Beim Herausgehen Jesu zeigt sich allerdings, dass auch Jericho ein Heilungswunder benötigt. Denn das Sitzen eines blinden Bettlers am Straßenrand ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich der Ort noch im Ungleichgewicht befindet.“
Es findet sich auch in diesem Abschnitt ein Gegensatz von Bewegung zu Starre. Jesus bewegt sich; er geht vorüber. Der Bettler sitzt jedoch und bewegt sich nicht. Dies könnte darauf hindeuten, dass er in seinem Leben nicht vorwärts kommt und auf die Hilfe desjenigen angewiesen ist, der sich bewegen kann.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsintention sowie der beiden Hauptbereiche (Exegese und religionspädagogische Überlegungen).
2. Wissenschaftlich-methodische Exegese: Detaillierte exegetische Analyse der Wundererzählung Mk 10,46-52 mittels Textkritik, Literarkritik, Form- und Traditionsgeschichte.
3. Religionspädagogische Überlegungen: Auseinandersetzung mit entwicklungspsychologischen Modellen, der Wahrnehmung von Wundergeschichten durch Schüler und einem Schulbuchvergleich.
4. Fazit für den Religionsunterricht: Zusammenführende Reflexion über die Relevanz der Wundergeschichten für Schüler der Hauptschule und die pädagogische Methodik.
Wundererzählungen, Bartimäus, Exegese, Religionspädagogik, Markusevangelium, Entwicklungspsychologie, Glaubensstufen, Schulbuchanalyse, Hermeneutik, Hauptschule, Heilung, Jesus, Didaktik, Bildungsplan, Identitätsbildung.
Die Arbeit untersucht, wie Jugendliche an der Hauptschule neutestamentliche Wundergeschichten verstehen und wie diese im Religionsunterricht vermittelt werden können.
Die Arbeit kombiniert exegetische Analysen einer spezifischen Wundererzählung mit religionspädagogischen Stufenmodellen und einer vergleichenden Schulbuchanalyse.
Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Schüler durch eine altersgerechte und methodisch vielfältige Herangehensweise einen persönlichen Zugang zur Hoffnungsbotschaft der Wundergeschichten finden können.
Die Autorin nutzt die historisch-kritische Exegese, vergleicht synoptische Fassungen und zieht entwicklungspsychologische Stufenmodelle (Piaget, Fowler, Oser/Gmünder) heran, um Schülerreaktionen zu deuten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Exegese der Bartimäus-Geschichte, eine theoretische Einordnung der kognitiven und religiösen Entwicklung von Jugendlichen sowie den konkreten Vergleich zweier Schulwerke.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Wundererzählungen, Exegese, Religionspädagogik, Bartimäus, Schulbuchanalyse und Hermeneutik.
Der Mantel war für einen Bettler existenziell (Schutz und Sammelstelle). Sein Wegwerfen symbolisiert das absolute Vertrauen des Bartimäus in Jesus und die Hoffnung auf ein neues Leben ohne Bettelei.
Während Grundschüler Wunder eher mythisch-wörtlich verstehen, können Jugendliche in der Sekundarstufe zunehmend symbolische Bedeutungsebenen erschließen und den Text kritisch hinterfragen.
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