Examensarbeit, 2013
73 Seiten, Note: 1,3
1. Mathematikgeschichte im Mathematikunterricht – ein allgemeiner Blick auf die gegenwärtige Situation
2. Mathematikgeschichte in Bildungsstandards/Kerncurriculum/Rahmenplan (Hessen)
3. Universität und Lehrerausbildung
4. Tagungen, Arbeitsgruppen, Förderkreis – Themenrelevante Instanzen und Veranstaltungen der jüngeren Geschichte und der Gegenwart
5. Theoretische Perspektiven des Sujets – Über den Sinn und Nutzen
5.1. Perspektive: Mathematikgeschichte als Kultur- und Ideengeschichte
5.2. Perspektive: Mathematikgeschichte als didaktisch-methodische Bereicherung für den Unterricht
5.2.1. Allgemeine didaktisch-methodische Bereicherungen
5.2.2. Das historisch-genetische Prinzip
5.2.3. Die historisch-hermeneutische Methode
5.3. Mit Geschichten und Erzählungen motivieren
5.4. Perspektive: Mathematikgeschichte als Herausforderung – Mögliche Gefahren und Probleme
5.5. Entwicklungspsychologische und lebensweltliche Aspekte
5.6. Mögliche Ziele des Einsatzes von Mathematikgeschichte im Unterricht
6. Praktische Anregungen und Ansätze der jüngeren Zeit
6.1. Die Grundschulzeitschrift
6.2. WebQuests
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die kulturelle und historische Dimension der Mathematik für den Primarstufenunterricht greifbar zu machen und Wege aufzuzeigen, wie Mathematikgeschichte sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann, um Lernenden einen menschlicheren Zugang zur Materie zu ermöglichen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Überwindung des Bildes der Mathematik als statische Disziplin durch die Vermittlung ihrer dynamischen, geschichtlichen Entstehung.
5.2.2. Das historisch-genetische Prinzip
Das historisch-genetische Prinzip ist freilich keine Neuerfindung heutiger Mathematikdidaktiker, dennoch wird es nach wie vor gerne als didaktisch-methodische Grundlage argumentativ ins Feld geführt, wenn es um die Lancierung von Mathematikgeschichte im Unterricht geht (Vgl. Kronfellner 1998, S. 3). Aktuelle Befürworter, im Kontext mathematikhistorisch geprägtem Unterrichts, sind etwa Kronfellner und Schubring.
Die Grundgedanken des historisch-genetischen Prinzips, einer Variante des genetischen Prinzips, gehen unter anderem auf Comenius, Pestalozzi sowie Dewy zurück (Vgl. Möller 2001, S. 16). Das genetische Prinzip verweist hierbei also auf eine traditionsreiche Reputation im Rahmen des pädagogischen Denkens.
Grob erläutert bezieht sich das historisch-genetische Prinzip zunächst einmal auf die biogenetische Annahmen Ernst Haeckels (Vgl. Kronfellner 1998, S. 14), welche unter anderem besagen, dass das Wissen innerhalb eines Individuums die gleichen Stufen respektive Phasen durchläuft, wie das generelle Wissen der Menschheitsgeschichte (Vgl. Möller 2001, S. 24). Felix Klein (1849 - 1925) war der erste Didaktiker, der diesen Standpunkt auch auf den Mathematikunterricht bezog (Vgl. Leuck, S. 20):
Er [d.h. Der Mathematikunterricht] sollte, an die natürliche Veranlagung der Jugend anknüpfend, sie langsam auf demselben Wege zu höheren Dingen und schließlich auch zu abstrakten Formulierungen führen, auf dem sich die ganze Menschheit aus ihrem naiven Urzustand zu höherer Erkenntnis emporgerungen hat! (Klein, zitiert nach Wittmann 1975, S. 108)
Diese ursprünglichen, auf die Biogenetik bezogenen, Ansichten werden heute jedoch nicht mehr ernsthaft verfolgt (Vgl. Kronfellner 1998, S. 14, 15). Vielmehr stehen im heutigen Fokus des historisch-genetischen Unterrichts meist andere Facetten.
1. Mathematikgeschichte im Mathematikunterricht – ein allgemeiner Blick auf die gegenwärtige Situation: Beleuchtet die traditionsreiche, aber in der modernen Schulpraxis oft vernachlässigte Stellung der Mathematikgeschichte.
2. Mathematikgeschichte in Bildungsstandards/Kerncurriculum/Rahmenplan (Hessen): Untersucht die explizite (oder meist fehlende) Verankerung historischer Aspekte in den aktuellen hessischen Bildungsplänen.
3. Universität und Lehrerausbildung: Analysiert den negativen Trend des Rückzugs mathematikhistorischer Inhalte aus der universitären Lehre sowie vereinzelte positive Ausnahmen.
4. Tagungen, Arbeitsgruppen, Förderkreis – Themenrelevante Instanzen und Veranstaltungen der jüngeren Geschichte und der Gegenwart: Stellt internationale und nationale Gremien vor, die sich aktiv für die Förderung mathematikhistorischer Arbeit einsetzen.
5. Theoretische Perspektiven des Sujets – Über den Sinn und Nutzen: Diskutiert in mehreren Unterkapiteln die kulturellen, didaktischen, motivationalen und entwicklungspsychologischen Potenziale des Themas.
6. Praktische Anregungen und Ansätze der jüngeren Zeit: Präsentiert konkrete Umsetzungen wie themenspezifische Zeitschriftenbeiträge und den Einsatz von WebQuests als modernes Unterrichtsmittel.
Mathematikgeschichte, Primarstufe, Mathematikunterricht, Didaktik, Bildungsstandards, historisch-genetisches Prinzip, historisch-hermeneutische Methode, WebQuests, Lehrerbildung, Motivationsaspekte, Kulturgeschichte, Schulpraxis, Kompetenzorientierung, Grundschulzeitschrift, Wissenschaftsgeschichte
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Einbindung der Geschichte der Mathematik in den Mathematikunterricht der Grundschule, ausgehend von einer Analyse der aktuellen Situation bis hin zu praktischen Umsetzungsmöglichkeiten.
Zentrale Themen sind die theoretische Begründung für den Einsatz historischer Inhalte, die Analyse bestehender Bildungspläne sowie die Vorstellung methodischer Konzepte wie WebQuests.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Integration mathematikhistorischer Aspekte einen sinnvollen Weg darstellt, um Schülern die Angst vor Mathematik zu nehmen und ein Verständnis für die menschliche Genese mathematischer Erkenntnisse zu wecken.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die den aktuellen Stand der mathematikdidaktischen Forschung sowie offizielle Bildungsdokumente kritisch auswertet.
Der Hauptteil deckt sowohl die theoretische Fundierung (z.B. historisch-genetisches Prinzip, hermeneutische Ansätze) als auch die praktische Anwendung (Lehrmaterialien, digitale Ansätze) ab.
Die Arbeit wird wesentlich durch Begriffe wie Mathematikgeschichte, Primarstufe, didaktische Bereicherung, historische Originalquellen und Kompetenzförderung charakterisiert.
Obwohl die ursprüngliche biogenetische Begründung nach Haeckel veraltet ist, dient das Prinzip heute dazu, den Prozess der Entstehung mathematischer Begriffe für Schüler nachvollziehbar und lebendig zu gestalten.
WebQuests bieten eine moderne, digitale Methode, um Schülerinnen und Schüler in Gruppen aktiv an historische mathematische Fragestellungen heranzuführen und dabei gleichzeitig Fach- und Sozialkompetenzen zu fördern.
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