Magisterarbeit, 2014
84 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der Kriminalroman und seine Leserlenkung
2.1 Entstehung und Geschichte des Kriminalromans
2.2 Elemente und Strukturen des Kriminalromans
2.3 Die Methoden der Leserlenkung im Kriminalroman
3. Kommunikationsmodelle der Literaturwissenschaft
3.1 Das Kommunikationsmodell von Wolf Schmid
3.2 Das Kommunikationsmodell des Autorenkollektivs Cordula Kahrmann, Gunter Reiß und Manfred Schluchter
3.3 Erweiterung der Kommunikationsmodelle Schmid und Kahrmann/ReißSchluchter durch Reinhard Ibler
4. Die textinterne Kommunikationsebene des abstrakten Autors und des abstrakten Lesers
4.1 Der abstrakte Autor
4.1.1 Kritik am abstrakten Autor
4.1.2 Definition und endgültige Begriffsbestimmung des abstrakten Autors
4.2 Der abstrakte Leser
4.2.1 Kritik am abstrakten Leser
4.2.2 Definition und endgültige Begriffbestimmung des abstrakten Lesers
5. Friedrich Dürrenmatt und seine Detektivromane „Der Richter und sein Henker“ und „Der Verdacht“
5.1 „Der Richter und sein Henker“
5.1.1 Analyse der stilistischen Mittel des Romans
5.1.2 Leserlenkung und der abstrakte Leser
5.1.3 Analyse des abstrakten Autors
5.2 „Der Verdacht“
5.2.1 Analyse der stilistischen Mittel des Romans
5.2.2 Leserlenkung und der abstrakte Leser
5.2.3 Analyse des abstrakten Autors
6. Bernhard Schlink und seine Detektivromane die „Selbs Trilogie“
6.1 „Selbs Justiz“
6.1.1 Analyse der stilistischen Mittel des Romans
6.1.2 Leserlenkung und der abstrakte Leser
6.1.3 Analyse des abstrakten Autors
6.2 „Selbs Betrug“
6.2.1 Analyse der stilistischen Mittel des Romans
6.2.2 Leserlenkung und der abstrakte Leser
6.2.3 Analyse des abstrakten Autors
6.3 „Selbs Mord“
6.3.1 Analyse der stilistischen Mittel des Romans
6.3.2 Leserlenkung und der abstrakte Leser
6.3.3 Analyse des abstrakten Autors
7. Ergebnis der Analyse
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und wie literarische Kommunikation im Kriminalroman mittels der im literaturwissenschaftlichen Kommunikationsmodell definierten abstrakten Entitäten (abstrakter Autor und abstrakter Leser) nachgewiesen werden kann. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die besondere Eignung des Kriminalromans für dieses Modell, da das Genre aufgrund seiner spielerischen Anlage und Leserlenkung explizit auf eine spezifische Kommunikation zwischen Autor und Leser ausgerichtet ist.
2. Der Kriminalroman und seine Leserlenkung
Bis heute hat der Kriminalroman nichts von seiner Faszination auf den Leser verloren. Dies ist allen Anschein nach seinem Rätselcharakter zuzuschreiben, der den Leser zum Mitraten animiert. Es zeichnet ihn besonders aus, dass er von seinen Autoren „bewusst im Hinblick auf den Leser geschrieben wird.“ Im Folgenden wird, nach einem kurzen Überblick über die Entstehungs- und Gattungsgeschichte, ein Einblick in die Elemente und Strukturen des Kriminalromans gegeben. Um zu zeigen, in welchem Maße der Autor die Handlung konstruieren muss, um dem Leser das Rätselraten zu ermöglichen, findet eine Auseinandersetzung mit den stilistischen Mitteln statt, die zum Zwecke der Leserlenkung verwendet werden.
Diese Arbeit basiert auf folgender Definition des Kriminalromans: Im Gegensatz zur Verbrechensliteratur, beschäftigt sich der Kriminalroman mit dem Verbrechen und mit der Strafe, den Verbrecher ereilt. Der Kriminalroman stellt die Anstrengungen in den Vordergrund, die zur Aufdeckung des Verbrechens und zur Überführung und Bestrafung notwendig sind.
Da es sich, bei den in dieser Arbeit untersuchten Kriminalromanen auch um Detektivgeschichten handelt, wird der Terminus Kriminalroman in dieser Arbeit als Synonym für den Begriff Detektivgeschichte benutzt. Auf eine definitorische Unterscheidung zwischen Detektivgeschichte und Thriller, wie sie einige Autoren vollziehen, wird hier aufgrund mangelnder Relevanz für das erarbeitete Thema verzichtet.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Faszination des Kriminalromans und dessen Rätselcharakter ein und umreißt die theoretische Fragestellung nach der literarischen Kommunikation im Genre.
2. Der Kriminalroman und seine Leserlenkung: Dieses Kapitel erläutert die gattungsspezifischen Elemente des Kriminalromans und stellt dar, welche Bedeutung die bewusste Steuerung und Beeinflussung des Lesers für das Genre hat.
3. Kommunikationsmodelle der Literaturwissenschaft: Hier werden die theoretischen Grundlagen in Form der Kommunikationsmodelle von Wolf Schmid, Kahrmann/Reiß/Schluchter sowie die Erweiterungen durch Reinhard Ibler vorgestellt.
4. Die textinterne Kommunikationsebene des abstrakten Autors und des abstrakten Lesers: Der Fokus liegt auf der theoretischen Bestimmung und Definition des abstrakten Autors und abstrakten Lesers als textinterne Instanzen.
5. Friedrich Dürrenmatt und seine Detektivromane „Der Richter und sein Henker“ und „Der Verdacht“: Eine detaillierte Untersuchung der Kriminalromane Dürrenmatts hinsichtlich stilistischer Mittel, Leserlenkung und der Konkretisierung des abstrakten Autors.
6. Bernhard Schlink und seine Detektivromane die „Selbs Trilogie“: Diese Analyse widmet sich den Werken Schlinks, wobei die gleichen analytischen Schwerpunkte wie bei Dürrenmatt auf die „Selbs Trilogie“ angewandt werden.
7. Ergebnis der Analyse: In diesem Kapitel werden die Analysen der fünf untersuchten Romane zusammengeführt, um die Kommunikationsfähigkeit der abstrakten Entitäten im Genre zu bewerten.
8. Fazit: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung der Arbeit und fasst die gewonnenen Erkenntnisse über die literarische Kommunikation im Kriminalroman zusammen.
Kriminalroman, literarische Kommunikation, abstrakter Autor, abstrakter Leser, Leserlenkung, Narratologie, Wolf Schmid, Friedrich Dürrenmatt, Bernhard Schlink, Detektivgeschichte, Erzähltextanalyse, Rätselcharakter, Textintention, Rezeptionsplanung, Kommunikationsmodell
Die Magisterarbeit untersucht die literarische Kommunikation innerhalb des Genres Kriminalroman, indem sie analysiert, ob und wie Kommunikationsprozesse über die abstrakten Instanzen "abstrakter Autor" und "abstrakter Leser" funktionieren.
Zentrale Themen sind die Theorie der literarischen Kommunikation, die Untersuchung von Leserlenkungsstrategien im Kriminalroman sowie die Anwendung narratologischer Modelle auf konkrete Kriminalromane der deutschen Literatur.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob das Kriminalroman-Genre durch seine spezifische Ausrichtung auf Rätselraten und Leserbeeinflussung besonders für die theoretische Anwendung der abstrakten Entitäten des literaturwissenschaftlichen Kommunikationsmodells prädestiniert ist.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse auf Basis strukturalistischer Kommunikationsmodelle (insbesondere von Wolf Schmid und Kahrmann/Reiß/Schluchter) angewandt, kombiniert mit einer textnahen Untersuchung von Werken Dürrenmatts und Schlinks.
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Modelle erläutert und definiert. Anschließend erfolgt eine tiefgehende Analyse der Kriminalromane "Der Richter und sein Henker" und "Der Verdacht" von Dürrenmatt sowie der "Selbs Trilogie" von Schlink bezüglich ihrer textinternen Kommunikationsstruktur.
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Kriminalroman, literarische Kommunikation, abstrakter Autor, abstrakter Leser, Leserlenkung, Erzähltextanalyse und Narratologie beschreiben.
Diese Differenzierung ist essentiell, da der reale Autor außerhalb des Textes steht, während der abstrakte Autor eine im Text angelegte Instanz ist, die das Verständnis und die Kommunikationsabsicht des Werkes für den Leser steuert und somit erst die textinterne Kommunikation ermöglicht.
Während beide Autoren stilistische Mittel des klassischen Kriminalromans zur Leserlenkung nutzen, zeigt die Analyse, dass beide die Genre-Regeln gezielt dekonstruieren, um über die Kriminalhandlung hinaus gesellschaftskritische oder geschichtliche Themen in den Fokus zu rücken.
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