Bachelorarbeit, 2011
66 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
2 ZINSSTRUKTURKURVEN
2.1 Allgemeine Grundlagen
2.1.1 Der Begriff „Zinsstrukturkurve“
2.1.2 Überblick über für die Zinsstruktur relevante Zinssätze
2.1.2.1 Die Kassazinssätze
2.1.2.2 Implizierte Terminzinssätze
2.1.2.3 Effektivverzinsung
2.1.3 Die Abgrenzung und die Vorteilhaftigkeit der Zinsstruktur gegenüber der Renditestrukturkurve
2.2 Typische Formen der Zinsstrukturkurve
2.3 Theorien der Zinsstruktur
2.3.1 Grundlagen der klassischen Erwartungstheorie
2.3.2 Marktsegmentierungstheorie
2.3.3 Liquiditätspräferenztheorie
2.3.4 Preferred Habitat Theory
2.4 Ausgewählte Verfahren zur Schätzung der Zinsstrukturkurven
2.4.1 Historischer Überblick über die Entwicklung der Ansätze zur Schätzung der Zinsstrukturkurven
2.4.2 Ermittlung der Zinsstrukturkurve anhand des Nelson/Siegel-Verfahrens und die Erweiterung von Svensson
2.4.2.1 Schätzung von unbekannten Parametern und Kassazinssätzen
2.4.2.2 Interpretation der Form der Zinsstrukturkurve durch die Krümmung, Niveau und die Steigung
3 AKTIENRENDITEN UND IHRE ABHÄNGIGKEIT VON DER ZINSSTRUKTUR
3.1 Relevanz des Zinsänderungsrisikos für die Unternehmen
3.2 Grundlagen des Capital Asset Pricing Model
3.3 Erfassung der Risiken mittels des CAPM
3.4 Mehrfaktorielles Modell von Stone und dessen Erweiterung
3.4.1 Duration als Maß für die Messung der Zinsempfindlichkeit
3.4.2 Schätzung der Zinsänderungsrisiken von Aktien
4 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
4.1 Datenbeschreibung
4.2 Ergebnisse der Untersuchung
4.2.1 Prüfung der Regressionsfunktion
4.2.2 Prüfung der Regressionskoeffizienten
4.2.3 Weitere Ergebnisse
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Zinsstrukturkurve und Aktienrenditen, wobei der Schwerpunkt auf der Identifikation und Erklärung von Einflussfaktoren, insbesondere des Zinsänderungsrisikos, mittels bedeutender Finanzmodelle liegt.
2.1.1 Der Begriff „Zinsstrukturkurve“
In Abschnitt 2.1 wurde bereits angedeutet, dass ein flacher Verlauf der Zinsstrukturkurve in der Realität eher eine Ausnahme ist. In der Realität werden beispielsweise für Anlagen mit unterschiedlichen Laufzeithorizonten verschieden hohe Zinsen gefordert. Die Beziehung zwischen der Anlagedauer und der entsprechenden Höhe des Zinssatzes wird als Zinsstruktur bezeichnet. Der Terminus „Zinsstrukturkurve“ meint eine grafische Darstellung der Zinssätze in Abhängigkeit von ihren Restlaufzeiten.
Auf dem Markt existieren zahlreiche Zinsstrukturen, die sich aus divergierenden Faktoren entwickeln. Die Gründe für die verschiedenartigen Ausprägungen der Zinsstruktur können z. B. aus Bonitätsunterschieden der Kreditnehmer resultieren. Dabei gilt folgende Faustregel: Je höher die Bonitätseinstufung ist, desto niedriger sind die gezahlten Zinsen. Oft bewirken geografische Gesichtspunkte, wie die abweichenden Transaktionskosten, Risiken oder Marktunvollkommenheiten der Staaten, diese Kontraste. Die Fristigkeitsstruktur der Zinssätze aufgrund der variierenden Restlaufzeiten ist ein weiterer Faktor, der als zentraler Punkt dieser Arbeit fungiert.
Die Zinsstrukturkurven, welche die Fristigkeitsstruktur der Zinsen in Abhängigkeit von den entsprechenden Restlaufzeiten ausdrücken, titulieren einige Quellen auch als Renditestrukturkurve. Die beiden Vokabeln sollen möglichst mit Rücksicht auf den gewählten Zinssatz verwendet werden. Die Bezeichnung „Renditestrukturkurve“ ist nicht als Synonym für die Zinsstrukturkurve zu verwenden, weil dies zu einigen irreführenden Aussagen verleiten kann. In den Abschnitten 2.1.2 und 2.1.3 werden genauere Begriffsabgrenzungen getroffen.
1 EINLEITUNG: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Zinsstrukturkurven für Kapitalmärkte ein und stellt die Zielsetzung der Arbeit sowie das zentrale Thema des Zinsänderungsrisikos für Aktienrenditen vor.
2 ZINSSTRUKTURKURVEN: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen, Erklärungsansätze und verschiedene mathematische Schätzmethoden wie das Modell von Nelson/Siegel und dessen Erweiterung durch Svensson.
3 AKTIENRENDITEN UND IHRE ABHÄNGIGKEIT VON DER ZINSSTRUKTUR: Hier werden Modelle wie das CAPM sowie das mehrfaktorielle Modell von Stone vorgestellt, um die Abhängigkeit von Aktienrenditen gegenüber Zinsänderungsrisiken wissenschaftlich zu erfassen.
4 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Dieses Kapitel beschreibt das Vorgehen und die Ergebnisse einer empirischen Analyse von 110 HDAX-Gesellschaften zur Prüfung der Zinssensitivität mittels Regressionsanalysen.
5 SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und reflektiert kritisch über die Aussagekraft der angewandten Modelle sowie die Notwendigkeit weiterführender Forschung.
Zinsstrukturkurve, Aktienrenditen, Zinsänderungsrisiko, Capital Asset Pricing Model, CAPM, Svensson-Verfahren, Nelson/Siegel, Kassazinssätze, Forward Rates, Duration, Renditestrukturkurve, HDAX, Regressionsanalyse, Finanzinstitute, Risikomanagement.
Die Arbeit analysiert den theoretischen und empirischen Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Zinsstrukturkurven und den Renditen von Aktien, mit besonderem Fokus auf das Zinsänderungsrisiko.
Die zentralen Felder umfassen die Definition und mathematische Schätzung von Zinsstrukturkurven sowie die Modellierung von Aktienrenditen unter Berücksichtigung systematischer Risikofaktoren.
Das Ziel ist es, das Vorhandensein eines Einflusses von Veränderungen der Zinsstruktur auf die Renditen von deutschen Aktien zu identifizieren und die Stärke dieser Zinssensitivität branchenübergreifend zu messen.
Es werden mathematische Zinsstrukturmodelle (Nelson/Siegel und Svensson) genutzt und die empirische Überprüfung erfolgt mittels Regressionsanalysen, F-Tests und T-Tests auf Basis von HDAX-Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Fundierung der Zinsstrukturkurven, die Diskussion von Preisbildungsmodellen (CAPM, Stone-Modell) und eine empirische Untersuchung der Zinssensitivität verschiedener Branchen.
Wesentliche Begriffe sind Zinsstrukturkurve, Aktienrenditen, Zinsänderungsrisiko, CAPM, Duration und das Svensson-Verfahren.
Das Svensson-Verfahren wird verwendet, da es durch zusätzliche Exponentialterme eine höhere Flexibilität bei der Abbildung komplexer Kurvenverläufe im Vergleich zum klassischen Nelson/Siegel-Modell bietet.
Der Technologiesektor wies in der initialen empirischen Untersuchung ein extrem niedriges Bestimmtheitsmaß auf, was auf eine schlechte Modellgüte hinweist, bevor eine Bereinigung der Ausreißer in den Daten vorgenommen wurde.
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