Examensarbeit, 1999
42 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Symbol - Brücke des Verstehens
2.1 Was ist ein Symbol?
2.1.1 Tiefenpsychologische Annäherungen
2.1.2 Theologische und Philosophische Annäherungen
2.1.3 Elementare Symbole
2.2 Zur Wirkung von Symbolen
2.3 Verschränkung von Erfahrung und Symbol
2.4 Symbolbildung
2.5 Didaktische Konsequenzen
3. Unterrichtsplanung
3.1 Religionsunterricht im Kontext von Schule und Schulkultur
3.2 Lerngruppe
3.3 Didaktische Überlegungen
3.4 Methodische Überlegungen
3.4.1 Zur Arbeit mit Fotos als Sprechanlass für (un)bewusste Erfahrungen und Wünsche
3.4.2 Bildnerisches Gestalten als Ausdruck des Verstehens - "Wasser" ist Leben
3.4.3 Psalmen als Mittler zwischen vorgängigen und gegenwärtigen Erfahrungen
3.5 Lernziele
3.6 Übersicht über die Unterrichtseinheit
4. Darstellung und Reflexion ausgewählter Unterrichtsstunden
4.1 Schreiben einer Geschichte zu einem Wasserbild
4.2 Ohne Wasser ist kein Leben - Umgestaltung eines "Dürrebildes" in ein "Bild des Lebens"
4.3 Hoffnung im Versinken - Psalmen als Identifkationsangebot
5. Zusammenfassung der Ergebnisse
6. Ausblick
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Möglichkeiten der Symboldidaktik im Religionsunterricht einer sechsten Klasse zu untersuchen, indem das Naturphänomen "Wasser" als zentrales Symbol genutzt wird, um die Identitätsbildung der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
2.1.1 Tiefenpsychologische Annäherungen
Der Begriff des Symbols findet seinen Ursprung in Sigmund Freuds Psychoanalyse. Symbolbildung verstand Freud als Verdrängungsvorgang menschlicher Triebwünsche in das Unbewusste, der in den Träumen wirksam ist.
Nur aber was verdrängt ist, wird symbolisch dargestellt (Alfred Lorenzer), Symbolisierung deutet auf seelische Krankheit.
Diese negative Deutung des Symbolbegriffs entzerrt Lorenzer in der Unterscheidung zwischen Symbol und Zeichen und Symbol und Klischee. Symbole geben dem Menschen in einem angemessenen Umgang mit ihnen die Möglichkeit, sein Verhalten und Handeln besser zu verstehen. Mit der Verdrängung in das Unbewusste gewinnt der Umgang mit Symbolen eine Starrheit, das Symbol verliert seinen Bedeutungsreichtum und bleibt für das Denken, Sprechen und Handeln unerreichbar.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen einer modernen Symboldidaktik und legt die Zielsetzung dar, Schülerinnen und Schüler bei der Identitätssuche zu unterstützen.
2. Symbol - Brücke des Verstehens: Dieses Kapitel definiert den Symbolbegriff durch verschiedene theoretische Ansätze, darunter tiefenpsychologische, theologische und philosophische Perspektiven.
3. Unterrichtsplanung: Hier werden die Rahmenbedingungen an der Gesamtschule sowie die didaktisch-methodischen Konzepte für den Einsatz des Symbols "Wasser" erläutert.
4. Darstellung und Reflexion ausgewählter Unterrichtsstunden: Dieses Kapitel präsentiert die praktische Umsetzung, inklusive der Analyse von Schülergeschichten, Malprozessen und der Arbeit mit Psalmen.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Unterrichtseinheit diskutiert, insbesondere hinsichtlich der Förderung des Symbolsinns bei den Lernenden.
6. Ausblick: Der Ausblick reflektiert über die Rolle von Erfahrungsräumen in der Schule und betont die Relevanz der Symboldidaktik für eine schülerorientierte Wirklichkeitserschließung.
Symboldidaktik, Religionsunterricht, Wasser, Identitätsbildung, Symbolverständnis, Erfahrungsorientierung, Elementarisierung, Tiefenpsychologie, Didaktik, Schulkultur, Empathie, Subjektwerdung, Religionspädagogik, Lebenswelt, Sinnstiftung
Die Arbeit untersucht, wie eine symboldidaktisch ausgerichtete Unterrichtseinheit zum Thema "Wasser" in einer 6. Klasse dazu beitragen kann, religiöse Erfahrungen zu stiften und Identitätsbildungsprozesse bei Jugendlichen zu unterstützen.
Die zentralen Themen sind der Symbolbegriff, die Verschränkung von persönlicher Erfahrung und Symbolik, die entwicklungspsychologischen Grundlagen des Symbolverständnisses sowie die praktische Umsetzung durch ästhetische und sprachliche Methoden.
Das Ziel ist die Förderung des Symbolsinns der Schülerinnen und Schüler, um ihnen zu helfen, ihre eigene Welt und sich selbst besser zu verstehen, und somit einen Beitrag zur Identitätsbildung zu leisten.
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus theoretischer Fundierung durch religionspädagogische und tiefenpsychologische Theorien (z.B. Tillich, Freud, Jung, Fowler) und einer praktischen Reflexion (Aktionsforschung) eines konkreten Unterrichtsversuchs.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung des Symbols, eine detaillierte Unterrichtsplanung inklusive methodischer Überlegungen (wie die Arbeit mit Fotos und Psalmen) und die ausführliche Reflexion der durchgeführten Unterrichtsstunden.
Wichtige Begriffe sind Symboldidaktik, Religionsunterricht, "Wasser" als Symbol, Identitätsbildung, Symbolverständnis, Erfahrungsräume und Schülersubjektivität.
In Anlehnung an Theoretiker wie Lorenzer wird das Symbol als mehrdeutiger, lebendiger Sinnträger definiert, während das Zeichen eher kognitiv-eindeutig und das Klischee als erstarrte, kommunikationsunfähige Form angesehen wird.
Die Fotos dienen als "Motivvorlagen", die über ihre dokumentarische Funktion hinaus als Projektionsfläche für die Gefühle und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler fungieren, um persönliche Geschichten zu initiieren.
Wasser wird als elementares, archetypisches Symbol gewählt, das aufgrund seiner dialektischen Grundspannung (lebensspendend vs. todbringend) vielfältige Anknüpfungspunkte an sowohl alltägliche als auch existenzielle Erfahrungen der Schüler bietet.
Der Autor stellt fest, dass bei den meisten Schülern der Symbolsinn noch angebahnt werden muss, betont jedoch, dass die Schaffung von Erfahrungsräumen eine unverzichtbare Basis für zukünftige Lernprozesse und Identitätsentwicklungen darstellt.
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