Magisterarbeit, 2003
85 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Situation der Frau im sozial-historischen Kontext des 19. Jahrhunderts
2.1 Frau und Mann
2.2 Frau und Bildung
2.3 Frau und Arbeit
3. La Gaviota (1849) von Fernán Caballero
3.1 Biographischer Hintergrund
3.2 Darstellung der Frau in La Gaviota
3.2.1 Die ideale Frau bei Caballero
3.2.2 Marisalada als negative Frauenfigur
4. Tristana (1892) von Benito Pérez Galdós
4.1 Biographischer Hintergrund
4.2 Der Entwurf der "mujer nueva" bei Pérez Galdós
4.3 Scheitern eines Emanzipationsmodells
5. Memorias de un solterón (1896) von Emilia Pardo Bazán
5.1 Biographischer Hintergrund
5.2 Die Schwestern Neira: Vertreterinnen der traditionellen Frauenrolle
5.3 Der Entwurf der "mujer nueva" bei Pardo Bazán
5.4 Feítas Emanzipation: Triumph oder Scheitern?
6. Schlußbemerkung
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Frauenbildes im Spanien des 19. Jahrhunderts anhand dreier exemplarischer Romane, um aufzuzeigen, wie sich die Darstellung der Frau und ihre rechtliche sowie soziale Rolle im Kontext gesellschaftlicher Umbrüche wandelten und an welchen Widerständen Emanzipationsbestrebungen in dieser Epoche scheiterten.
3.2.2 María als negative Frauenfigur
María ist eine der wenigen Personen im Roman, die nicht idealisiert werden. Sie erweist sich durch ihre im Vergleich zu den verklärend-idealisierten Frauentypen größere Wirklichkeitsnähe als die lebendigste und interessanteste Person im Roman. Dies kann man grundsätzlich darauf zurückführen, daß María die gesellschaftlichen Konventionen bricht und eine Entwicklung durchmacht, die Fernán Caballero psychologisch nicht in der Tiefe ergründet, die jedoch einen Schritt nach vorne in die Zukunft weist und einen Gegensatz zu der rückwärts in die Vergangenheit gerichteten Haltung der restlichen Romanfiguren bildet.
Bei ihrer Handlungsweise genießt María nicht das Wohlwollen ihrer Schöpferin. "Marisalada represents everything the autor is reputed to have disliked: ostentatious women, female independence, passion, and immorality." Fernán Caballero betonte mehrmals die Ablehnung, die sie gegenüber María hegte. In einem Brief an Mora schrieb sie: "esa horrible Gaviota y el ordinario Pepe Vera los he trazado de mala gana y con coraje y porque era preciso", und in einem anderen Brief gerichtet an Latour äußerte sie: "El retrato de la Gaviota es exactamente el tipo del designio del autor. La Gaviota no era, aun siendo mujer, ni lista, ni viva, ni alegre. Era fría, tranquila, solapada, dura y vana."
1. Einleitung: Hinführung zum Thema des Wandels des Frauenbildes im Spanien des 19. Jahrhunderts und Vorstellung der untersuchten Werke.
2. Die Situation der Frau im sozial-historischen Kontext des 19. Jahrhunderts: Beleuchtung der rechtlichen Benachteiligung sowie der gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen hinsichtlich Ehe, Bildung und Arbeit.
3. La Gaviota (1849) von Fernán Caballero: Analyse des konservativen Frauenbildes der Autorin und die Bestrafung der Protagonistin für ihr nonkonformistisches Verhalten.
4. Tristana (1892) von Benito Pérez Galdós: Diskussion des Entwurfs der "mujer nueva" und die tragische Einschränkung der weiblichen Ambitionen durch gesellschaftliche und körperliche Hindernisse.
5. Memorias de un solterón (1896) von Emilia Pardo Bazán: Untersuchung eines moderneren, feministischen Ansatzes und die Verwirklichung einer selbstbestimmten, aber pragmatischen Lebensführung.
6. Schlußbemerkung: Synthese der Ergebnisse über die Entwicklung des Frauenbildes und den Einfluss der Autorenideologie auf die literarische Darstellung.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Frauenbild, 19. Jahrhundert, Spanien, Emanzipation, Literaturwissenschaft, Realismus, Costumbrismo, Frauenrechte, Gender-Studien, Romananalyse, Soziale Rolle, Geschlechterverhältnis, Feminismus
Die Arbeit analysiert die literarische Entwicklung und Darstellung des Frauenbildes in Spanien während des 19. Jahrhunderts anhand dreier Schlüsselwerke.
Die zentralen Themen sind die rechtliche Stellung der Frau, der Zugang zu Bildung und Erwerbsarbeit sowie die Diskrepanz zwischen traditionellen Rollenbildern und aufkommenden Emanzipationsbestrebungen.
Das Ziel ist es, den Wandel des Frauenbildes nachzuzeichnen und zu untersuchen, wie die Autoren durch ihre Romane die gesellschaftlichen Strukturen und die Möglichkeiten der weiblichen Selbstbestimmung reflektierten.
Die Autorin kombiniert eine sozial-historische Kontextualisierung mit einer literaturwissenschaftlichen Analyse der Primärtexte und einer Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen sowie moderneren Literaturkritik.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel, die jeweils ein Werk (La Gaviota, Tristana, Memorias de un solterón) detailliert analysieren und in Beziehung zu den gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Entstehungszeit setzen.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Frauenbild, Emanzipation, Realismus, Geschlechterverhältnis und gesellschaftlicher Wandel im Spanien des 19. Jahrhunderts.
Sie dient als theoretisches Modell für den Wandel der Frauenrolle, weg vom "Engel am häuslichen Herd" hin zu einer selbstbestimmten Frau, die jedoch im Roman oft mit massiven gesellschaftlichen Widerständen konfrontiert wird.
Die männlichen Protagonisten werden als Spiegel für die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen analysiert, wobei ihr Verhalten zwischen Unterstützung und Unterdrückung der weiblichen Emanzipationsbemühungen schwankt.
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