Diplomarbeit, 2016
191 Seiten, Note: 1,0
1. Vorwort
2. Zur Einführung
2.1 Vom Wesen der Staatsphilosophie
2.2 Ziel – Methode – Begründung
3. Der Philosoph der griechischen Klassik
4. Die Politeia
4.1 Gliederung und Inhalt
4.2 Proömium (Buch I – Buch II, 9)
4.3 Die Entstehung des Staates sowie Ausbildung und Leben des Wächterstandes (Buch II, 10 – Buch IV)
4.4 Leben und Ausbildung der vollkommenen Wächter – Philosophen (Buch V – Buch VII)
4.5 Der Verfall des Staates (Buch VIII-Buch IX)
4.6 Schluss – Der endgültige Triumph der Gerechtigkeit (Buch X)
5. Ein Gott und viele Gegengötter – Vom antiken Polytheismus zum christlichen Monotheismus
5.1 Die griechisch-römische Religion der Antike
5.2 Das frühe Christentum und der römische Staat
6. Exkurs: Cicero und der römische Idealstaat
7. Ein streitbarer Theologe und ein Reich im Umbruch
8. De civitate dei
8.1 Gliederung und Inhalt
8.2 Kritik des heidnischen Götterkultes zur Erlangung irdischen Heiles (Buch I – Buch V)
8.3 Augustins Kampf gegen den heidnischen Glauben und dessen Heilsversprechen sowie Kritik des Platonismus (Buch VI – Buch X)
8.4 Von der Schöpfung bis zum Fall der Engel und Menschen (Buch XI – Buch XIV)
8.5 Der Weg der Gottesbürgerschaft in der Zeit und die körperliche Vermischung mit dem Weltstaat (Buch XV – Buch XVIII)
8.6 Der gebührende Ausgang der Geschichte der beiden Staaten (Buch XIX – XXII)
9. Komparation
9.1 Staats(be-)gründung
9.1.1 Auf der Suche nach Kallipolis
9.1.2 Staat statt Paradies
9.2 Staat und Herrschaft
9.2.1 Die beste aller Regierungen
9.2.2 Die schlimmste aller Regierungen
9.3 Individuum, Gemeinschaft, Staat
9.3.1 Die Analogie von Individuum und Staat
9.3.2 Glaube, Tugend, Pflicht
9.4 Staat und Religion
9.4.1 Die Metaphysik des Staates
9.4.2 Staatsgötter oder Gottesstaat
9.4.3 „Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde"
9.5 Staat und Gewalt
10. Nachwort
Die Arbeit analysiert die staatsphilosophischen Ansätze von Platon und Augustinus durch eine vergleichende Untersuchung ihrer Hauptwerke "Politeia" und "De civitate dei", um überzeitliche Fragen nach dem Sinn des Staates, der besten Herrschaftsform und der Pflichten des Individuums zu beantworten.
4.3 Die Entstehung des Staates sowie Ausbildung und Leben des Wächterstandes (Buch II, 10 – Buch IV)
Um die Untersuchung des Wesens der Gerechtigkeit zu würdigen und die Anfragen der Vorredner zufriedenzustellen, beginnt Sokrates zunächst seine Ausführungen über die Entstehung des (Ideal)Staates. Als Begründung führt er die Analogie von Individuum und staatlicher Herrschaft (Polis) bezüglich der Gerechtigkeit an. Die Gerechtigkeit als Eigenschaft des Individuums lässt sich besser verstehen, wenn man zunächst ihr Wesen im Staat untersucht. Ursprung des Staates ist die Bedürftigkeit des Einzelnen und der Wunsch nach Befriedigung der Grundbedürfnisse (Nahrung, Kleidung, Wohnen).
>>Ein Staat entsteht, wie ich glaube<<, so begann ich, >>deshalb, weil keiner von uns auf sich allein gestellt sein kann, sondern vieler anderer Bedarf. Oder glaubst du an einen anderen Ursprung des Staates?<< Sokrates
Dieser Staat besteht zunächst (nur) aus Handwerkern, Bauern und Händlern, ist aufgrund der verschiedenen Begabungen der einzelnen „Bürger“ arbeitsteilig gestaltet und darf, um seinen Erhalt zu garantieren, nicht zu groß oder zu klein sein. Er wird von Glaukon als „Schweine-Staat“, von Sokrates aber als der gesunde Staat bezeichnet. Da sich dieser Staat lt. Glaukon nur wenig von der Lebensweise der Tiere unterscheidet, müsse eine „Zukost“ hinzukommen. Durch diese Zukost bzw. das Mehrwollen der Bürger (Theater, Schmuck, Rhapsodien, …) entwickelt sich der gesunde zu einem üppigen, einem aufgeschwemmten Staat. Aufgrund der steigenden Bedürfnisse des Staates und seiner Einwohnerzahl reicht das Land zur Bedürfnisbefriedigung nicht aus. Der Staat gerät daher in kriegerische Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn und benötigt dazu einen neuen Berufsstand: die Wächter.
1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation zur Auseinandersetzung mit den Werken von Platon und Augustinus vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und politischer Diskurse.
2. Zur Einführung: Eine philosophische Hinführung zum Wesen der Staatsphilosophie und zur Begründung der gewählten methodischen Herangehensweise der Arbeit.
3. Der Philosoph der griechischen Klassik: Betrachtung von Platons Lebenskontext und den historischen Bedingungen, die sein politisches Denken maßgeblich geprägt haben.
4. Die Politeia: Analyse von Platons Hauptwerk, gegliedert in Inhalt, Entstehung und die detaillierte Darstellung des Wächterstaates sowie der Philosophenherrschaft.
5. Ein Gott und viele Gegengötter – Vom antiken Polytheismus zum christlichen Monotheismus: Historischer Überblick über den Wandel religiöser Strukturen von der Antike hin zum frühen Christentum.
6. Exkurs: Cicero und der römische Idealstaat: Würdigung Ciceros als Mittlerfigur, die griechische Theorie mit römischer Praxis verband und Augustinus nachhaltig beeinflusste.
7. Ein streitbarer Theologe und ein Reich im Umbruch: Darstellung der Lebensumstände von Augustinus in einer politisch instabilen Spätantike.
8. De civitate dei: Umfassende Untersuchung von Augustinus' Hauptwerk, von der Kritik des heidnischen Kultes bis zur eschatologischen Vision der ewigen Seligkeit.
9. Komparation: Systematischer Vergleich der staatsphilosophischen Ansätze in den Bereichen Staatsgründung, Herrschaft, Individuum, Religion und Gewaltanwendung.
10. Nachwort: Zusammenfassende Empfehlung der Primärquellen für eine breite Leserschaft, um eigenständiges kritisches Denken zu fördern.
Staatsphilosophie, Politeia, De civitate dei, Platon, Augustinus, Gerechtigkeit, Wächterstand, Philosophenherrscher, Gottesstaat, Individuum, Gemeinschaft, Religion, Politik, Gewalt, antike Philosophie
Die Diplomarbeit untersucht die staatsphilosophischen Konzepte von Platon (in "Politeia") und Augustinus (in "De civitate dei") und vergleicht diese im Hinblick auf ihr Verständnis von Staat, Herrschaft und menschlichem Zusammenleben.
Zentrale Themen sind die Begründung von Staaten, die Rolle von Tugend und Religion, die Legitimität politischer Gewalt sowie die Frage nach der "gerechten" Staatsform und der Rolle des Individuums darin.
Das Ziel ist eine vergleichende Analyse der beiden Hauptwerke, um aufzuzeigen, wie Platon und Augustinus auf überzeitliche Fragen der Staatsphilosophie antworten und welche Relevanz diese Ansätze für das Verständnis moderner Gesellschaften haben.
Die Arbeit nutzt die Methode der kriteriengeleiteten Analyse und Komparation, wobei der historische und biografische Kontext der Philosophen sowie die Struktur ihrer Schriften im Zentrum stehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung und Analyse der jeweiligen Hauptwerke von Platon und Augustinus sowie eine systematische Komparation der zentralen staatsphilosophischen Fragen.
Staatsphilosophie, Gerechtigkeit, Idealstaat, Gottesstaat, politisches Handeln, Tugendlehre und die antike Lebensgestaltung.
Der Autor zeigt auf, dass für Platon das Individuum seine Erfüllung in der Ordnung des Ganzen findet, wobei die Gerechtigkeit im Menschen und im Staat in einer engen, analogen Beziehung stehen.
Der Metallmythos dient laut Autor als "edle Lüge", um die soziale Gliederung und die klassenspezifischen Aufgabenbereiche innerhalb des Idealstaates zu legitimieren und die Einheit der Bürger zu fördern.
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