Bachelorarbeit, 2014
55 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Autismus
2.1. Die Pioniere der Autismusforschung
2.1.1. Hans Asperger
2.1.2. Leo Kanner
2.2. Autismus heute – die Symptomatik
2.3. Wahrnehmungsbesonderheiten
2.3.1. Das Sehen
2.3.2. Hören
3. Erste Bindung
3.1. Die Bindungstheorie nach John Bowlby
3.2. Die „Fremde Situation“ nach Ainsworth und Wittig
3.2.1. Die 4 Bindungstypen
3.2.2. Ursache und Zweck für die Entwicklung eines Bindungssystems
3.2.3. Bindungsverhalten bei behinderten Kindern
3.2.3.1. Resilienz und Vulnerabilität bei Risiko-Kindern
3.2.4. Mutter-Kind-Bindung in der Interaktion mit einem behinderten Kind
3.3. Erste Schlussfolgerungen
4. Autisten und Bindung - erklärt am „DMM“ nach Crittenden
4.1. Definition des DMM
4.2. Autistische Kinder und "Signalstörungen" negativer Basiseffekte
4.3. Resultierende Wechselwirkung bei Mutter und Kind
5. Fazit
Die Arbeit untersucht, ob Menschen mit autistischer Behinderung Bindungen eingehen können und welche Besonderheiten dabei auftreten. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Interaktionsprobleme als Signalstörungen zwischen Menschen verstanden werden können und welche Rolle das „Dynamische Reifungsmodell der Bindung und Anpassung“ (DMM) von Dr. Patricia Crittenden bei der Erklärung dieses Bindungsverhaltens spielt.
4.2. Autistische Kinder und "Signalstörungen" negativer Basiseffekte
Die Definition von Bindung im DMM ist auf einen gesund entwickelten Menschen angepasst. Doch welche Schlussfolgerungen können gezogen werden, wenn man diese Definition auf die Bindung zwischen einem autistischen Kind und seiner Bezugsperson überträgt?
Beginnend mit dem Muster der Informationsverarbeitung findet vorab schon eine enorme Unterscheidung statt, da dieses bei Menschen mit Autismus anders funktioniert. Durch deren Wahrnehmungsbesonderheiten (vgl. Kap. 2.3.) werden die sensorischen Reize anders aufgenommen und dementsprechend anders verarbeitet. Die zentrale Kohärenz führt dazu, dass bedeutungsrelevante Informationen zugunsten irrelevanter Details ausgeblendet werden. Im DMM wird erklärt, dass nach Aufnahme der sensorischen Reize ein Gesamtbild erstellt wird um Vorhersagen über potentielle Gefahren treffen zu können und das Überleben zu sichern. Mit eben diesem Gesamtbild haben Menschen mit autistischer Behinderung durch die zentrale Kohärenz enorme Probleme. Hieraus resultiert, dass Situationen welche ein gesund entwickelter Mensch als „gefährlich“ einstufen würde, von einem Autisten womöglich gar nicht als solche eingeschätzt werden können. Ebenso werden, vor allem durch deren Überempfindlichkeit, „harmlose“ Ereignisse zur Bedrohung.
1. Einleitung: Diese Arbeit beleuchtet das Phänomen Autismus, räumt mit gesellschaftlichen Vorurteilen auf und führt in die drei Hauptteile der Arbeit ein: Autismus, Bindung und das spezifische Bindungsverhalten bei Autismus.
2. Autismus: Dieses Kapitel beschreibt die Geschichte der Autismusforschung, die Symptomatik sowie die verschiedenen Diagnoseformen und Wahrnehmungsbesonderheiten, die für Menschen mit Autismus charakteristisch sind.
3. Erste Bindung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby und Ainsworth erläutert, inklusive der Bindungstypen und der Bedeutung von Resilienz und Feinfühligkeit bei Kindern mit Behinderungen.
4. Autisten und Bindung - erklärt am „DMM“ nach Crittenden: Dieses Kapitel definiert das DMM und überträgt das Modell auf die Kommunikation zwischen autistischen Kindern und ihren Bezugspersonen, wobei das Konzept der „Signalstörung“ im Vordergrund steht.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass auch Menschen mit Autismus Bindungen eingehen können und dass die „Geheimzutat“ für eine sichere Bindung in der Feinfühligkeit der Bindungsperson liegt.
Autismus, Bindungstheorie, DMM, Dr. Patricia Crittenden, Bindungsverhalten, Wahrnehmungsbesonderheiten, Signalstörung, Feinfühligkeit, Resilienz, soziale Interaktion, frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom, Informationsverarbeitung.
Die Bachelorarbeit untersucht das Bindungsverhalten von Kindern mit autistischer Behinderung unter Anwendung des Dynamischen Reifungsmodells der Bindung und Anpassung (DMM).
Die Arbeit verknüpft die Themenbereiche Autismus-Symptomatik, allgemeine Bindungstheorie und die spezielle Analyse der Eltern-Kind-Interaktion bei Autismus.
Das Ziel ist es zu belegen, dass auch Kinder mit autistischer Behinderung Bindungen aufbauen können und dass Interaktionsprobleme häufig auf gegenseitige „Signalstörungen“ zurückzuführen sind.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender psychologischer Forschung, Bindungstheorien sowie spezieller Studien zur Wahrnehmung und Interaktion bei Autismus.
Der Hauptteil analysiert die historischen Aspekte des Autismus, die Grundlagen der Bindungstheorie und die spezifischen Herausforderungen in der Interaktion, erklärt durch das DMM nach Crittenden.
Die zentralen Begriffe sind Autismus, Bindungssicherheit, DMM, Signalstörung, Wahrnehmungsverarbeitung und elterliche Feinfühligkeit.
Der Unterschied liegt oft nicht in der Fähigkeit zur Bindung selbst, sondern in der Artikulation von Bedürfnissen, die für Bezugspersonen schwerer interpretierbar sein können.
Sie ist entscheidend: Feinfühlige Eltern können lernen, die „Frequenzen“ ihres autistischen Kindes zu lesen, wodurch eine sichere Bindung trotz bestehender Signalstörungen gelingen kann.
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