Diplomarbeit, 2016
176 Seiten, Note: 2,0
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLEGENDE BEGRIFFSBESTIMMUNGEN
2.1 DEFINITION VON ALKOHOLABHÄNGIGKEIT
2.2 DEFINITION VON CO-ABHÄNGIGKEIT
2.3 ALKOHOLISMUS ALS FAMILIENKRANKHEIT
3 KINDER ALKOHOLABHÄNGIGER ELTERN(TEILE)
3.1 MERKMALE EINER ALKOHOLIKERFAMILIE
3.1.1 MANGELNDE INTERAKTION
3.1.2 UNBERECHENBARKEIT IM ELTERLICHEN VERHALTEN
3.1.3 ERZIEHUNGSVERHALTEN
3.1.4 ATMOSPHÄRE
3.1.5 FAMILIENREGELN: „REDE NICHT, TRAUE NICHT, FÜHLE NICHT!“
3.1.6 WENN DER VATER SUCHTKRANK IST…
3.1.7 WENN DIE MUTTER SUCHTKRANK IST…
3.2 ROLLENVERHALTEN UND ROLLENKONFLIKTE DER KINDER
3.2.1 DER HELD/DAS VERANTWORTUNGSBEWUSSTE KIND
3.2.2 DAS AUSAGIERENDE KIND ODER DER SÜNDENBOCK
3.2.3 DAS STILLE KIND
3.2.4 DER CLOWN/DAS MASKOTTCHEN
3.2.5 DER FRIEDENSSTIFTER
3.3 FOLGEN FÜR DAS GEFÜHLSLEBEN UND VERHALTEN MIT BETROFFENER KINDER
3.3.1 VERLETZUNG DER ICH-GRENZE
3.3.2 ENTTÄUSCHTE HOFFNUNGEN
3.3.3 DAS GEFÜHL VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN ZU MÜSSEN
3.3.4 DER DRANG, ALLES UNTER KONTROLLE ZU HALTEN
3.3.5 PARTEI ERGREIFEN
3.3.6 SEXUELLE GEWALT GEGEN KINDER
3.3.7 MISSHANDLUNG UND VERNACHLÄSSIGUNG
3.4 MÖGLICHE LÄNGERFRISTIGE FOLGEN IN ENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN DER KINDER
3.4.1 ALKOHOLEMBRYOPATHIE
3.4.2 INTELLIGENZ UND SPRACHLICHE FÄHIGKEITEN
3.4.3 VERHALTENSSTÖRUNGEN
AUFMERKSAMKEITSSTÖRUNGEN MIT HYPERAKTIVITÄT
STÖRUNGEN DES SOZIALVERHALTENS
PSYCHOSOMATISCHE STÖRUNGEN
ANGSTSTÖRUNGEN UND DEPRESSIONEN
3.5 EIGENE SUCHTENTWICKLUNG
3.5.1 KINDBEZOGENE RISIKOFAKTOREN:
3.5.2 UMGEBUNGSBEZOGENE RISIKOFAKTOREN:
3.5.3 KINDBEZOGENE SCHUTZFAKTOREN
3.5.4 UMGEBUNGSBEZOGENE SCHUTZFAKTOREN
3.6 RESILIENZENTWICKLUNG
3.6.1 DAS CHALLENGE-MODELL
3.6.2 FAKTOREN, DIE DIE WIDERSTANDSKRAFT VON KINDERN FÖRDERN
3.7 FOLGEN DES AUFWACHSENS IN DER ALKOHOLIKERFAMILIE FÜR DAS LEBEN DER ERWACHSENEN KINDER
3.7.1 SICH WERTLOS FÜHLEN
3.7.2 DIE ANGST DAVOR VERLASSEN ZU WERDEN
3.7.3 FESTHALTEN AN BEZIEHUNGEN, FAST UM JEDEN PREIS
3.7.4 CO-ABHÄNGIGKEIT
3.7.5 ANGST VOR NÄHE
3.7.6 DAS BEDÜRFNIS NACH DISTANZ
3.7.7 DIE SCHWIERIGKEIT, BEI SICH ANZUKOMMEN
3.7.8 DIE FORTFÜHRUNG DER ROLLEN IM ERWACHSENENALTER
3.7.9 PERSÖNLICHKEITS- UND ROLLENKONZEPTE FÜR ERWACHSENE KINDER VON ALKOHOLIKERN
3.7.10 PARTNERWAHL ERWACHSENER KINDER AUS ALKOHOLBELASTETEN FAMILIEN
3.7.11 DIE ERZIEHUNG EIGENER KINDER
3.7.12 POSITIVE ENTWICKLUNGSMÖGLICHKEITEN
4 AUFGABEN EINER SOZIALPÄDAGOGISCHEN PRÄVENTION UND INTERVENTION
4.1 AUFGABEN DER KINDER- UND JUGENDHILFE
4.1.1 AUFGABEN DER KINDER- UND JUGENDHILFE IN BEZUG AUF KINDER ALKOHOLABHÄNGIGER ELTERN(TEILE)
4.1.2 KINDESWOHLGEFÄHRDUNG IN EINER ALKOHOLIKERFAMILIE
4.1.3 AUFGABEN DER SOZIALPÄDAGOGISCHEN FAMILIENHILFE
4.2 PRÄVENTIONSARBEIT MIT KINDERN SUCHTKRANKER ELTERN
4.2.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG – PRÄVENTION
4.2.2 MÖGLICHE PRÄVENTIONSMAßNAHMEN DER HILFSORGANISATIONEN
5 KINDERGRUPPENARBEIT ALS BEISPIEL SOZIALPÄDAGOGISCHER PRÄVENTION UND INTERVENTION
5.1 ZIELE UND AUFGABEN DER PRÄVENTIONSARBEIT MIT KINDER ALKOHOLABHÄNGIGER ELTERN(TEILE)
5.2 AUSBILDUNG VON MULTIPLIKATOREN UND GRUPPENLEITERINNEN
5.3 GRUPPENANGEBOTE IN RHEINLAND-PFALZ
5.3.1 KINDERGRUPPE KIWI – WENN DIE WELT MAL KOPF STEHT, KIND/SUCHT/FAMILIE
5.3.2 KINDERGRUPPE „QUASSELSUSE“ FÜR KINDER AUS SUCHTBELASTETEN FAMILIEN
5.3.3 GRUPPE FÜR JUGENDLICHE AUS SUCHTBELASTETEN FAMILIEN DER STADT TRIER
5.3.4 KINDERGRUPPE FÜR KINDER AUS SUCHTBELASTETEN FAMILIEN NEUSTADT/WEINSTRASSE
5.4 DAS PROJEKT TRAMPOLIN
5.5 LERNFELD KINDERGRUPPE
5.6 ASPEKTE DER PÄDAGOGISCHEN GRUPPENARBEIT MIT KINDER ALKOHOLABHÄNGIGER ELTERN(TEILE)
5.7 WIRKUNGSWEISE DES KINDERPSYCHODRAMAS
5.8 ROLLENVERHALTEN UND AUFLÖSUNG DES ROLLENVERHALTENS
5.9 ELTERNARBEIT
5.9.1 KOOPERATION MIT DEN ELTERN ZUM WOHLE DER KINDER
5.9.2 ELTERNARBEIT BZW. ARBEIT MIT DEN BEZUGSPERSONEN
5.9.3 PROBLEME DER ELTERNARBEIT
5.9.4 PÄDAGOGISCH-THERAPEUTISCHE GRUNDANNAHMEN FÜR DIE ARBEIT MIT DEN BEZUGSPERSONEN
5.10 WARUM SPEZIELLE KINDERGRUPPENANGEBOTE SINNVOLL SIND
STIGMATISIERUNG
6 MÖGLICHE WEITERENTWICKLUNG DER HILFSANGEBOTE
6.1 EMPFEHLUNGEN FÜR DIE KÜNFTIGE STRUKTUR VON HILFS- UND VERSORGUNGSANGEBOTEN FÜR KINDER ALKOHOLABHÄNGIGER ELTERNTEILE
6.2 FINANZIERUNG
6.3 KONZEPTIONELLE UND METHODISCHE WEITERENTWICKLUNG DER HILFEN FÜR KINDER ALKOHOLABHÄNGIGER ELTERN
6.4 10 ECKPUNKTE ZUR VERBESSERUNG DER SITUATION DER KINDER ABHÄNGIGER ELTERN
6.5 RELEVANZ VON BEZUGSPERSON
6.6 WAS KÖNNEN LEHRER UND LEHRERINNEN TUN?
6.7 SYSTEMATIK DER HILFSANGEBOTE
7 FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht die schwierige Lebenssituation von Kindern alkoholabhängiger Elternteile und analysiert die notwendigen Maßnahmen der Prävention und Intervention durch die Kinder- und Jugendhilfe, um diese Kinder vor langfristigen Entwicklungsstörungen zu schützen und ihre gesunde Entwicklung zu fördern.
Familienregeln: „Rede nicht, traue nicht, fühle nicht!“
Da die Alkoholabhängigkeit noch immer eine stigmatisierte Krankheit ist, haben die Kinder alkoholkranker Eltern zahlreiche Geheimnisse zu hüten. Und es ist nicht unbedingt im Interesse der betreffenden Familien, dass diese Geheimnisse gelüftet werden.
„Typisch für die Suchtfamilie ist das massive Verleugnen des Suchtproblems und der zugrunde liegenden Beziehungsprobleme. Konflikte werden vermieden. Verleugnen, verharmlosen und die Probleme nach außen schieben sind verbreitete Methoden des Umgangs mit Problemen“ (Arenz-Greiving, 2006, S.9).
So würden auch Kinder suchtkranker Eltern Regeln für ihr Leben lernen, allerdings seien dies Regeln, die nicht förderlich für eine gesunde Entwicklung sind. Den Kindern würde täglich vermittelt werden, dass sie mit ihren Sorgen und Nöten, mit ihren Wünschen und Bedürfnissen nicht gefragt sind. Würden sie ihre eigenen Bedürfnisse äußern und versuchen durchzusetzen, würde das familiäre System noch chaotischer und noch komplizierter werden. So müsse das Kind seine Bedürfnisse zurückstellen und dafür auch noch Verständnis zeigen. Die Kinder seien gehalten, ihr Verhalten nach diesen Regeln auszurichten. Und sie würden diese Regeln früh und so intensiv lernen, dass dies langfristige Folgen habe. Diese Regeln würden durch Blicke, Gesten und Reaktionen vermittelt werden, seien unausgesprochen und hielten das Familiensystem geschlossen (Arenz-Greiving, 2006, S.12).
1 EINLEITUNG: Die Arbeit thematisiert die prekäre Situation von Kindern alkoholabhängiger Elternteile und kritisiert die unzureichende Wahrnehmung dieser größten Risikogruppe in der aktuellen Kinder- und Jugendhilfe.
2 GRUNDLEGENDE BEGRIFFSBESTIMMUNGEN: Hier werden zentrale Begriffe wie Alkoholabhängigkeit und Co-Abhängigkeit definiert sowie das Konzept des Alkoholismus als Familienkrankheit eingeführt.
3 KINDER ALKOHOLABHÄNGIGER ELTERN(TEILE): Dieses Kapitel beleuchtet Merkmale von Alkoholikerfamilien, Rollenverhalten der Kinder, potenzielle Entwicklungsstörungen sowie Resilienzfaktoren und langfristige Folgen für das Erwachsenenleben.
4 AUFGABEN EINER SOZIALPÄDAGOGISCHEN PRÄVENTION UND INTERVENTION: Das Kapitel widmet sich den gesetzlichen Grundlagen und Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe sowie den Möglichkeiten der Präventionsarbeit bei suchtbelasteten Familien.
5 KINDERGRUPPENARBEIT ALS BEISPIEL SOZIALPÄDAGOGISCHER PRÄVENTION UND INTERVENTION: Hier werden verschiedene Gruppenangebote als konkrete Interventionsmaßnahmen detailliert beschrieben, deren Ziele und Wirkungsweisen analysiert sowie methodische Aspekte der Gruppenarbeit reflektiert.
6 MÖGLICHE WEITERENTWICKLUNG DER HILFSANGEBOTE: Das Kapitel diskutiert notwendige strukturelle Verbesserungen, Finanzierungsmöglichkeiten und die Relevanz der pädagogischen Arbeit in Schulen und anderen Institutionen zur Unterstützung betroffener Kinder.
7 FAZIT: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des hohen Risikopotenzials für betroffene Kinder und plädiert nachdrücklich für eine verbesserte, vernetzte Frühintervention.
Alkoholabhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Suchtfamilie, Kinder- und Jugendhilfe, Kindeswohlgefährdung, Resilienz, Prävention, Intervention, Entwicklungsstörungen, Familienregeln, Rollenverhalten, Traumatisierung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Gruppenarbeit, Stigmatisierung.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen elterlicher Alkoholabhängigkeit auf die betroffenen Kinder sowie die Notwendigkeit und Möglichkeiten von Präventions- und Interventionsangeboten durch die Kinder- und Jugendhilfe.
Die Schwerpunkte liegen auf der familiären Dynamik in Suchtfamilien, dem Rollenverhalten der Kinder, der Resilienzentwicklung und konkreten sozialpädagogischen Ansätzen wie Kindergruppenarbeit.
Die zentrale Frage ist, welche Maßnahmen der Prävention und Intervention durch die Kinder- und Jugendhilfe notwendig sind, um Kinder suchtkranker Eltern vor einer eigenen Suchtentwicklung zu schützen und eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen.
Es handelt sich primär um eine Literaturrecherche, die den aktuellen Forschungsstand zu Auswirkungen von Alkoholabhängigkeit auf Kinder zusammenfasst und in einen sozialpädagogischen Handlungsrahmen einbettet.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Merkmale einer Alkoholikerfamilie, die psychischen Folgen für Kinder (wie Grenzverletzungen, Rollenkonflikte) sowie konkrete Hilfsangebote wie Gruppentherapie und die Kooperation mit Eltern.
Wichtige Begriffe sind Alkoholabhängigkeit, Co-Abhängigkeit, Resilienz, Prävention, Kindeswohlgefährdung und das Modell des Rollenverhaltens bei Kindern suchtkranker Eltern.
Laut Literatur führt väterlicher Alkoholismus oft zu einer Solidarisierung der Mutter mit den Kindern, während bei einer alkoholkranken Mutter die Kinder häufiger in eine "Pflegefunktion" geraten und durch die häusliche Präsenz der Mutter stärker in der Alltagsorganisation überlastet sind.
Gruppenangebote ermöglichen Kindern, die Isolation des "Familiengeheimnisses" zu durchbrechen, von Gleichaltrigen in ähnlichen Lebenslagen zu lernen und in einem geschützten Rahmen neue, kindgerechte Verhaltensweisen zu erproben.
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