Bachelorarbeit, 2015
49 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
2. Schulische Sexualerziehung
2.1 Begründungen für Sexualerziehung in der Grundschule
2.2 Allgemeine Ziele der Sexualerziehung
2.3 Wissen, Wünsche und Fragen von Grundschulkindern zur Sexualität
3. Analyse der Lehrpläne der 16 Bundesländer
3.1 Baden-Württemberg
3.2 Bayern
3.3 Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
3.4 Bremen
3.5 Hamburg
3.6 Hessen
3.7 Nordrhein-Westfalen
3.8 Niedersachsen
3.9 Saarland
3.10 Sachsen
3.11 Sachsen-Anhalt
3.12 Schleswig-Holstein
3.13 Thüringen
3.14 Rheinland-Pfalz
3.15 Zusammenfassung der einzelnen Lehrplananalysen
4. Analyse von zwei Schulbüchern
4.1 Arbeitsbuch Pusteblume 3/4
4.2 Mobile Sachunterricht 3/4
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die aktuellen Lehrpläne der 14 Bundesländer sowie zwei ausgewählte Sachunterrichtsbücher für die Grundschule den heutigen Anforderungen an eine zeitgemäße Sexualerziehung gerecht werden. Das Ziel ist es, Diskrepanzen zwischen fachwissenschaftlichen Forderungen, kindlichen Bedürfnissen und der offiziellen curricular-schulischen Umsetzung aufzuzeigen.
2.1 Begründungen für Sexualerziehung in der Grundschule
Nachdem der Begriff „Sexualerziehung“ geklärt wurde, soll nun der Frage nachgegangen werden, wieso diese überhaupt schon als Aufgabe der Grundschule gelten kann.
Schon früh nach der Geburt finden sexuelle Lernprozesse statt, so wird dem Kind oft unbewusst vermittelt, was moralisch als richtig oder falsch angesehen wird. Durch die Vermittlung von sexualkundlichem Wissen, durch Verbote und Gebote und auch durch die eigene Art, Sexualität zu leben, wird das Kind durch seine Eltern beeinflusst und erste sexuelle Normen und Einstellungen werden weitergegeben. Das Verhalten der Eltern verfestigt ein Bild von Männlichkeit und Weiblichkeit, es entstehen schon vor dem Beginn der Schulzeit geschlechtsspezifische Verhaltensvorstellungen. Die schulische Sexualerziehung folgt auf die familiäre und frühkindliche Sexualerziehung und „soll aufbauend und korrigierend auf sie wirken“. Wie auch in anderen Bereichen hat die Schule hier also die Aufgabe, auf das Wissen der Schülerinnen und Schüler einzugehen, es gegebenenfalls zu korrigieren und zu fundieren. Die verschiedenen Wissensstände müssen erkannt und auf eine einheitliche Ebene gebracht werden.
Ein weiterer aktueller Grund, der für eine frühzeitige Sexualerziehung spricht ist, dass Sexualität mittlerweile einen großen Platz in den Medien einnimmt. Dieses ist keine subjektive Einschätzung, sondern Ergebnis wissenschaftlicher Forschung. So wurde in einer Studie von Helmut Lukesch im Jahr 2004 festgestellt, dass etwa ein Drittel der beobachteten Beiträge im Fernsehen Sexualität thematisieren. Gerade in Musiksendungen und in nicht fiktionalen Unterhaltungssendungen wurden vermehrt Darstellungen von Sexualität gefunden. Auch andere Studien zeigen ein erhöhtes Aufkommen von sexuellen Handlungen im Fernsehen. Zwar stellen die untersuchten Sendungen vermutlich nicht das typische Programm für Kinder da, doch ist davon auszugehen, dass viele Kinder im Grundschulalter trotzdem mit Inhalten dieser Sendungen konfrontiert werden. Zusätzlich wurden speziell in Kindersendungen sexuelle Inhalte zu einem Anteil von 5,7 Prozent entdeckt. Darstellungen von Sexualität im Fernsehen und natürlich auch in anderen Medien können sich auf das Wissen, die Entwicklung, die Einstellung und auch auf das Verhalten von Kindern in Bezug zur Sexualität auswirken.
1. Einleitung: Die Arbeit motiviert das Forschungsinteresse durch das Fehlen sexualpädagogischer Inhalte im Lehramtsstudium und formuliert das Ziel, Lehrpläne und Schulbücher auf ihre inhaltliche Qualität zur Sexualerziehung hin zu prüfen.
2. Schulische Sexualerziehung: Dieses Kapitel definiert Sexualerziehung als fächerübergreifenden Erziehungsauftrag, erörtert dessen Notwendigkeit aufgrund kindlicher Lebenswelten und Medienpräsenz und entwirft einen Lernzielkatalog.
3. Analyse der Lehrpläne der 16 Bundesländer: Hier erfolgt eine systematische Überprüfung von 14 Lehrplänen anhand eines Kriterienkatalogs, wobei deutliche Unterschiede in der inhaltlichen Tiefe und Breite der curricularen Vorgaben festgestellt werden.
4. Analyse von zwei Schulbüchern: Die beiden ausgewählten Schulbücher "Pusteblume" und "Mobile" werden auf ihre didaktische Eignung und inhaltliche Erfüllung der zuvor definierten Kriterien hin untersucht und bewertet.
5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die meisten Lehrpläne den heutigen Anforderungen nur unzureichend entsprechen, und betont die entscheidende Verantwortung der Lehrkraft für eine gelingende, kontinuierliche Sexualerziehung im Schulalltag.
Sexualerziehung, Grundschule, Sachunterricht, Lehrplananalyse, Schulbuchanalyse, Körperwissen, Pubertät, Medienkompetenz, Prävention, Sexualaufklärung, soziale Entwicklung, Geschlechterrollen, Partnerschaft, sexuelle Selbstbestimmung, Kriterienkatalog
Die Bachelorarbeit setzt sich kritisch mit dem Stellenwert und der inhaltlichen Ausgestaltung der Sexualerziehung im Sachunterricht der Grundschule auseinander, indem sie curriculare Vorgaben und Lehrmittel untersucht.
Zentrale Themen sind die Begründungen für eine frühzeitige Sexualerziehung, der kindliche Wissensstand, biologische Grundlagen, präventive Ansätze zum Schutz vor sexueller Gewalt sowie die Auseinandersetzung mit Rollenbildern.
Ziel ist es zu evaluieren, ob die aktuellen Lehrpläne der Bundesländer und zwei exemplarische Schulbücher den komplexen Lebenswelten und Wissensbedürfnissen heutiger Grundschulkinder gerecht werden.
Es wird eine inhaltsanalytische Vorgehensweise gewählt, bei der Lehrpläne und Schulbücher anhand eines induktiv entwickelten Kriterienkatalogs qualitativ ausgewertet und verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine detaillierte Analyse der 14 untersuchten Lehrpläne sowie eine konkrete inhaltliche Prüfung der Schulbücher "Pusteblume" und "Mobile".
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Sexualerziehung, Lehrplananalyse, Sachunterricht, Kindliche Sexualität und Pädagogische Verantwortung definieren.
Weil die Autorin feststellt, dass Schulbücher und Lehrpläne nur eine Grundlage bieten; die letztendliche Qualität und Sensibilität des Unterrichts hängen entscheidend vom Handeln der Lehrperson ab.
Die Analyse zeigt, dass das Thema Homosexualität in beiden ausgewählten Lehrwerken weitgehend ausgeklammert wird und diese sich fast ausschließlich auf heterosexuelle Lebensmodelle konzentrieren.
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