Examensarbeit, 2004
50 Seiten, Note: 1,0
0 Einleitung
1 Darstellung des Bedingungsfeldes
1.1 Die Paul-Martini-Schule
1.2 Die Schulzeitung Scripsi
1.3 Unterricht mit Schülerinnen und Schülern der Kinder- und Jugendpsychiatrie
2 Theoretische Überlegungen zum Angebot persönlichkeitsstabilisierender Handlungen
2.1 Entwicklung von Persönlichkeit
2.2 Stabilisierung und Destabilisierung von Persönlichkeit
2.3 Persönlichkeitsstabilisierung durch Entwicklung des Selbstwertgefühls
2.3.1 Begriffsbestimmung
2.3.2 Funktion des Selbstwertgefühls
2.3.3 Legitimation
2.3.4 Möglichkeiten zur Entwicklung des Selbstwertgefühls
2.3.5 Konsequenzen für die Planung des Unterrichtsvorhabens
3 Angaben zur Lerngruppe
3.1 Allgemeines
3.2 Die Schülerinnen der Lerngruppe
3.2.1 Astrid (16,8 Jahre)
3.2.2 Sabine (18,5 Jahre)
3.2.3 Tina (17,3 Jahre)
3.2.4 Nicole (17,5 Jahre)
3.2.5 Susanne (16,11 Jahre)
3.2.6 Ute (17,9 Jahre)
4 Zum Unterrichtsvorhaben
4.1 Begriffsbestimmung
4.2 Merkmale eines Unterrichtsvorhabens
4.3 Organisatorisches
4.4 Lernangebote und Legitimation
4.4.1 Englisch
4.4.2 Musik
4.4.3 Deutsch
4.5 Realisierung der Entwicklungsangebote
4.6 Lehrerrolle und –funktionen
5 Exemplarische Darstellung von 4 Unterrichtseinheiten
5.1 Erster Termin (10.03.2004)
5.2 Zweiter Termin (17.03.2004)
5.3 Vierter Termin (31.03.2004)
5.4 Sechster Termin (28.04.2004)
6 Reflexion und Ausblick
6.1 Verlauf des Unterrichtsvorhabens
6.2 Organisatorischer Rahmen
6.3 Verwirklichung der Entwicklungsangebote
6.4 Verwirklichung der Lernangebote
6.5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, ob die Gestaltung einer Musikrubrik für die schulinterne Zeitung "Scripsi" an einer Schule für Kranke dazu beitragen kann, das Selbstwertgefühl und die Persönlichkeitsstabilität von psychiatrisch behandelten Jugendlichen zu stärken.
3.2.1 Astrid (16,8 Jahre)
Informationen aus Fallbesprechungen und schriftlichen Dokumentationen Astrid wurde kurz nach ihrer Geburt zur Adoption frei gegeben und lebt seitdem bei ihren Pflegeeltern. Sie wird seit Mitte Januar aufgrund von diagnostizierter Schulangst und Depressionen in den Rheinischen Kliniken behandelt. Sie besucht die Tagesklinik und erhält dort verschiedene Therapieangebote und Medikamente, zur emotionalen Stabilisierung.
Astrid wird als oft noch mutlos, traurig und voller Selbstzweifel beschrieben. Klinikpersonal und Lehrkräfte erleben sie als noch sehr unstrukturiert und sprunghaft und berichten von impulsivem und aufbrausendem Verhalten, wenn Astrid in Gruppen Rücksicht auf andere nehmen und die Aufmerksamkeit von Bezugspersonen teilen muss.
Persönliche Beobachtungen und Interpretationen Ich erlebe Astrid als einen interessierten und begeisterungsfähigen Menschen. Sie erscheint pünktlich zum Unterricht und hält Verabredungen und Absprachen immer häufiger ein. Ihr Gemütszustand ist aber noch sehr wechselhaft. An „guten“ Tagen wirkt Astrid humorvoll, engagiert und spontan. Sie möchte ihre Meinung zu Gehör bringen und zeigt sich offen für soziale Kontakte.
An „schlechten“ Tagen wirkt Astrid auf mich wie in den Beschreibungen von Klinikpersonal und Lehrerinnen dargestellt. Sie erzählt, dass sie sich dann sehr einsam fühlt. Sie hat häufig Ablehnung von anderen Jugendlichen erfahren und kaum Freunde. In der Lerngruppe wird sie zwar von allen akzeptiert, erhält aber eindeutige Rückmeldungen, wenn sie z.B. wie erwähnt unangemessen impulsiv reagiert („Du nervst!“). Sie hat Angst in der Schule zu versagen, fühlt sich „zu blöd“ und von ihren Pflegeeltern, die „überhaupt keinen Plan haben“, unter Druck gesetzt.
Abgesehen von diesen Beobachtungen lässt auch ihr in unregelmäßigen Abständen auftretendes, selbstverletzendes Verhalten auf ein geringes Selbstwertgefühl schließen.
0 Einleitung: Einführung in das pädagogische Aufgabenfeld der Schule für Kranke und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage zur Persönlichkeitsstabilisierung durch ein Musikmagazin.
1 Darstellung des Bedingungsfeldes: Analyse des Lernumfeldes an der Paul-Martini-Schule und der Besonderheiten des Unterrichts mit psychiatrisch behandelten Kindern und Jugendlichen.
2 Theoretische Überlegungen zum Angebot persönlichkeitsstabilisierender Handlungen: Darstellung psychologischer Grundlagen zur Persönlichkeitsentwicklung sowie die theoretische Herleitung der Bedeutung eines gestärkten Selbstwertgefühls.
3 Angaben zur Lerngruppe: Beschreibung der individuellen Voraussetzungen und Hintergründe der sechs teilnehmenden Schülerinnen unter Berücksichtigung klinischer und pädagogischer Aspekte.
4 Zum Unterrichtsvorhaben: Detaillierte Konzeption des Vorhabens, inklusive der Lernangebote in den Fächern Englisch, Musik und Deutsch sowie der professionellen Lehrerrolle.
5 Exemplarische Darstellung von 4 Unterrichtseinheiten: Einblicke in den konkreten Unterrichtsverlauf an ausgewählten Terminen, ergänzt um pädagogische Reflexionen.
6 Reflexion und Ausblick: Kritische Würdigung des Projektverlaufs, Auswertung der Lern- und Entwicklungsangebote sowie Zusammenfassung der Ergebnisse.
Schule für Kranke, Sonderpädagogik, Persönlichkeitsstabilisierung, Selbstwertgefühl, Unterrichtsvorhaben, Medienbildung, Scripsi, Jugendpsychiatrie, Borderline-Syndrom, Handlungsorientierung, Schülerzeitung, Musikmagazin, Lernbegleitung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der didaktischen Planung und Durchführung eines Unterrichtsvorhabens an einer Schule für Kranke, bei dem Schülerinnen gemeinsam ein Musikmagazin als Teil der Schulzeitung erstellen.
Im Zentrum stehen die Persönlichkeitsstabilisierung durch positive Erfolgserlebnisse, die Stärkung des Selbstwertgefühls sowie die Förderung von Medienkompetenz und sozialen Kompetenzen innerhalb einer klinisch betreuten Lerngruppe.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, zu evaluieren, ob die Gestaltung eines Musikmagazins ein geeignetes Mittel darstellt, um persönlichkeitsstabilisierende Handlungen bei emotional destabilisierten Jugendlichen zu realisieren.
Der Autor nutzt einen handlungsorientierten Ansatz, der durch eine prozessbegleitende Reflexion der Unterrichtseinheiten und die Einbeziehung theoretischer Modelle zur Persönlichkeitsentwicklung fundiert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die detaillierte Lerngruppenbeschreibung, die methodische Konzeption des Vorhabens (Lernangebote) und die exemplarische Dokumentation des Unterrichtsverlaufs.
Zentrale Begriffe sind Schule für Kranke, Selbstwertgefühl, Persönlichkeitsstabilisierung, Musikmagazin, Sonderpädagogik und handlungsorientierter Unterricht.
Die Arbeit findet unter Bedingungen hoher Fluktuation und bei Jugendlichen mit schwerwiegenden emotionalen Störungen statt, was eine besonders sensible Lehrerrolle und eine flexible, angstfreie Lernatmosphäre erfordert.
"Heckenchecker" ist der von den Schülerinnen selbst gewählte Name für die im Rahmen des Unterrichtsvorhabens erstellte Musikrubrik innerhalb der Schulzeitung.
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