Bachelorarbeit, 2012
29 Seiten, Note: 2,7
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
0. Einleitung
1. Literarischer Kanon und Kanondiskussion
1.1 Definition
1.2 Kanondebatte
2. Literaturkanon für Deutsch als Fremdsprache
2.1 Definition und Themenbereiche
2.2 Kriterien
2.3 Aufnahmekriterien für die Novelle Freitisch
3. Uwe Timm: Leben und Werk
3.1 Biografie
3.2 Vorstellung der Novelle Freitisch
4. Eignung der Novelle Freitisch für den DaF-Kanon
4.1 Ästhetische Aspekte und Ergiebigkeit
4.2 Repräsentanz und Aktualität
4.3 Universalthemen
4.4 Stereotypen
4.5 Interkulturelle Bezüge
4.6 Deutsche Landeskunde
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, ob Uwe Timms Novelle „Freitisch“ aufgrund ihrer inhaltlichen und formalen Beschaffenheit für den literarischen Kanon im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF) geeignet ist und welche Kriterien dabei als Grundlage dienen.
4.4 Stereotypen
In Timms Novelle werden einige Stereotypen dargestellt. So beschreibt der Ich-Erzähler, wie ein Neo-Nazi, der an den beiden ehemaligen Kommilitonen vorbeikommt, aussieht:
Gerade kommt, wie von mir inszeniert, einer aus der rechten Szene vorbei, klein, vom Bodybuilding und den Hormonen aufgequollen, um die dreißig. Auf dem linken Unterarm und der Hand hat er maßstabsgetreu das Skelett der Arm- und Fingerknochen tätowiert und der Glatze den Reichsadler mit einer Aufschrift in Fraktur, aber so klein, dass man sehr dicht an ihn herantreten müsste, um die Botschaft zu entziffern. Hab ich bislang nicht gewagt. Er ist immer in Begleitung dieser Deutschen Dogge, groß wie ein Kalb, schwarz-weiß gefleckt, von ihm an einer geflochtenen dicken Lederleine gehalten. Wenn du das schreibst, wie der da steht und die beiden, Dogge und Herrchen, zu uns rüberblicken, wird dir das keiner glauben. Aus den Fingern gesogen. (Timm 20011: 92)
Außerdem beschreibt Timm das Verhalten der Einwohner aus Ostdeutschland. Da die Kleinstadt Anklam hohe Arbeitslosigkeit aufweist, sind die Menschen dort besonders aufmerksam. Des Weiteren sind sie neugierig und bemerken alles:
Das Kennerauge sieht sofort, einer aus dem Westen mit seiner schwarzen, knapp geschnittenen Windjacke aus irgendeinem atmungsaktiven Technostoff und einem leuchtend roten Reißverschluss, dem einzigen Farbfleck, denn auch die weich fallende Hose war schwarz.“ (Timm 2011:8) „Auch hatte sich schnell herumgesprochen, wann er kommt. So was bleibt hier nicht verborgen. (Timm 2011: 9)
0. Einleitung: Die Einleitung legt das theoretische Fundament, definiert das Ziel der Arbeit und erläutert die methodische Herangehensweise an die Untersuchung der Kanoneignung.
1. Literarischer Kanon und Kanondiskussion: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Kanons, dessen Wandel sowie die zentralen Argumente der wissenschaftlichen Debatte.
2. Literaturkanon für Deutsch als Fremdsprache: Hier werden die spezifischen Anforderungen an einen Kanon im Kontext von DaF sowie die Kriterien für eine Aufnahme von Werken dargelegt.
3. Uwe Timm: Leben und Werk: Das Kapitel bietet einen biografischen Überblick über den Autor Uwe Timm und eine inhaltliche Vorstellung der Novelle „Freitisch“.
4. Eignung der Novelle Freitisch für den DaF-Kanon: Der Hauptteil analysiert das Werk anhand der festgelegten Kriterien, darunter ästhetische Aspekte, Aktualität, Universalthemen und kulturelle Bezüge.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bewertet abschließend die Eignung der Novelle für den DaF-Kanon.
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Die Arbeit untersucht die Eignung der Novelle „Freitisch“ von Uwe Timm für den literarischen Kanon im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF).
Die Arbeit behandelt den literarischen Kanon, die Kanondebatte, die spezifischen Anforderungen des Faches DaF an Literatur sowie die inhaltliche Analyse der Novelle „Freitisch“.
Das Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Kriterien zu begründen, warum die Novelle „Freitisch“ eine Bereicherung für den DaF-Kanon darstellen kann.
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Kriterienanalyse, bei der theoretische Kanon-Definitionen auf das Werk von Uwe Timm angewendet werden.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Anwendung von Auswahlkriterien auf die Novelle, wie ästhetische Ergiebigkeit, Repräsentanz, interkulturelle Bezüge und landeskundliche Informationen.
Wichtige Begriffe sind literarischer Kanon, DaF-Unterricht, Uwe Timm, Interkulturalität, Kanonkriterien und literarische Eignung.
Das Werk vermittelt historische Einblicke in die deutsche Geschichte und das Leben in der DDR, was zur Orientierung und zum kulturellen Verständnis von DaF-Lernenden beitragen kann.
Timm wird wegen seiner sprachlichen Zugänglichkeit und der Einbettung universeller Themen, die Identifikationspotenzial bieten, als geeigneter Autor für DaF-Kontexte identifiziert.
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