Bachelorarbeit, 2010
61 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Public Viewing - Trend oder einmaliges Phänomen?
1.2 Struktur der Arbeit
1.3 Begriffsdefinition „Public Viewing“
2. Theoretische Einordnung
2.1 Forschungsstand zu Nutzungs- und Rezeptionsmotiven auf dem Gebiet des Public Viewing
2.2 Theoretischer Hintergrund der vorliegenden Untersuchung: Motivations- und Publikumsforschung
2.2.1 Die Bedürfnispyramide nach Maslow: Grundlage der Medienrezeptionsforschung
2.2.2 Der Uses-und-Gratifications-Ansatz
2.2.3 Ergebnisse weiterer Gratifikationsforschung
2.3 Erhebung von Persönlichkeitskonstrukten: Die Self-Construal-Scale nach Singelis (1994)
2.4 Forschungshypothesen der Untersuchung
3. Methodenteil
3.1 Wahl der Methode: Der Online Fragebogen als Messinstrument
3.2 Vorbefragung
3.3 Operationalisierung und Zusammenstellung der Items für den Fragebogen
3.4 Aufbau des Fragebogens
3.5 Durchführung der Befragung
4. Ergebnisse
4.1 Beschreibung der Stichprobe
4.2 Beschreibung des Medienrezeptionsverhaltens der Probanden
4.3 Beschreibung des Antwortverhaltens hinsichtlich der Nutzungsmotivation
4.4 Ergebnisse der Faktorenanalyse
4.5 Ergebnisse der Self-Construal-Scale
4.6 Signifikante Ergebnisse der Korrelationsanalyse
4.7 Hypothesenprüfung und Interpretation der Ergebnisse
5. Fazit
5.1 Schlussbetrachtungen
5.2 Kritische Reflexion
5.3 Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die zentralen Nutzungsmotive der Zuschauer bei medialen Großereignissen, insbesondere am Beispiel des Public Viewings während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Deutschland. Ziel ist es, die tieferliegenden Beweggründe für die kollektive Rezeption in öffentlichen Räumen gegenüber der individuellen Nutzung in privater Umgebung zu identifizieren und dabei den Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen der Nutzer zu analysieren.
1.1 Public Viewing - Trend oder einmaliges Phänomen?
Das Straßenbild in Deutschland während der Fußball WM 2010 war geprägt von Menschen in Mannschaftstrikots, von Deutschlandfahnen an Autos und kollektiver Fußballbegeisterung. Das Thema „Fußball WM“ stand im Fokus sämtlicher Kommunikation, sei es am Arbeitsplatz, im Supermarkt oder in der Freizeit. Ein Thema, das die Menschen plötzlich verband und dazu veranlasste, die Spiele möglichst nicht alleine zu schauen, sondern verstärkt in großen Gruppen den Spielverlauf zu erleben. Auf der Straße, in Parks und an vielen anderen Orten wurde in großen und kleinen Gruppen das Fußballturnier geschaut. Die meisten Zuschauer kannten nicht alle, mit denen sie zusammen die Spiele verfolgten, das Interesse am Spielverlauf, an Sieg oder Niederlage der favorisierten Mannschaft und der Spaß an diesem Erlebnis war offensichtlich eine große verbindende Gemeinsamkeit, aus einem Spiel wurde so ein „Event“.
Dieses Phänomen, gemeinsam mit möglichst vielen anderen Menschen die Spiele zu sehen, obwohl jeder zu Hause die Möglichkeit hätte, allein zu schauen, war erstmals während der Fußball WM 2006 in Deutschland in dieser Deutlichkeit zu beobachten, als die offiziellen „Fifa WM Feste“ Hunderttausende vor den Leinwänden versammelten, Deutsche und Fans aus der ganzen Welt. 2010 konnte man die Frage, ob es sich 2006 um ein einmaliges Phänomen gehandelt hatte klar mit „Nein“ beantworten, auch vier Jahre später erfreuten sich Public Viewing Veranstaltungen großer Beliebtheit.
Neu ist diese Medienrezeption in der Gruppe, mit Fremden, nicht. Wollte man in den 1950er Jahren fernsehen, so fand dies oft nicht im heimischen Wohnzimmer statt, da nicht jeder Haushalt einen Fernseher besaß. Man versammelte sich in Fernsehstuben oder bei Nachbarn, die einen Fernseher besaßen, und schaute zusammen (Hickethier, 1998). Der Anlass für diese gemeinsame Medienrezeption war offensichtlich die wirtschaftliche Situation, während heute ein Fernseher zur Grundausstattung eines jeden Haushaltes in Deutschland gehört. Es ist also offensichtlich nicht mehr der Mangel, welcher die Menschen zum gemeinsamen Zuschauen bringt. Was ist es dann?
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Public Viewings ein, erläutert die Struktur der Arbeit und definiert den Begriff des Public Viewings im historischen und medialen Kontext.
2. Theoretische Einordnung: Hier werden der Forschungsstand zum Public Viewing, die Grundlagen der Motivationsforschung nach Maslow sowie der Uses-und-Gratifications-Ansatz und die Bedeutung der Persönlichkeitsstruktur mittels der Self-Construal-Scale dargelegt.
3. Methodenteil: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Untersuchung, inklusive der Wahl des Online-Fragebogens, der Vorbefragung und der operationalen Item-Zusammenstellung.
4. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die demographische Auswertung der Stichprobe, die Ergebnisse der Faktorenanalyse zur Nutzungsmotivation sowie die Korrelationen zwischen Persönlichkeitstypen und Rezeptionsmotiven.
5. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen, reflektiert kritisch über die methodischen Grenzen der Studie und bietet einen Ausblick auf künftige Forschungsfragen.
Public Viewing, Fußball WM 2010, Nutzungsmotivation, Medienrezeption, Uses-und-Gratifications, Self-Construal-Scale, Gemeinschaftserlebnis, Gruppenidentität, Medienpsychologie, Online-Befragung, Sportmedien, kollektive Erlebnisse, Faktorenanalyse, Korrelationsanalyse, soziale Bindung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Nutzungsmotivation von Zuschauern bei medialen Großereignissen und beleuchtet speziell, warum Menschen das Public Viewing dem privaten Fernsehschauen vorziehen.
Zentrale Themen sind die Motivationsforschung im Kontext von Sportübertragungen, die Rolle des Gruppenerlebnisses, nationaler Identität und die Auswirkungen unterschiedlicher Persönlichkeitsstrukturen auf das Rezeptionsverhalten.
Ziel ist es, die spezifischen psychologischen Triebfedern zu identifizieren, die zur massiven Mobilisierung beim Public Viewing während der Fußball WM 2010 beigetragen haben.
Es wurde eine quantitative Online-Befragung durchgeführt, deren Daten mittels Faktoren- und Korrelationsanalysen ausgewertet wurden, um Motivdimensionen und Persönlichkeitskonstrukte in Beziehung zu setzen.
Im Hauptteil werden neben der Beschreibung der Stichprobe die Faktorenanalyse der Motive und die Verknüpfung dieser mit der Self-Construal-Scale nach Singelis systematisch analysiert und interpretiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Konzepte wie Public Viewing, Uses-und-Gratifications, individuelle Selbstkonstruktion sowie die psychologische Bedeutung von Gemeinschafts- und Gruppenerlebnissen charakterisiert.
Sie dient als Messinstrument, um zwischen unabhängigen (individualistischen) und interdependenten (kollektivistischen) Persönlichkeitsausprägungen der Befragten zu unterscheiden und deren Einfluss auf die Motivation zur Teilnahme am Public Viewing zu prüfen.
Die Hypothese, dass dies ein wichtiges Motiv sei, konnte nur teilweise bestätigt werden; es zeigt sich, dass dieses Ziel stark von der Persönlichkeitsstruktur der Befragten abhängt und bei kollektivistisch geprägten Personen eher eine Rolle spielt.
Das „Wir-Gefühl“ wird als elementarer Bestandteil der Nutzungsmotivation identifiziert, der durch die Live-Übertragung und den ungewissen Ausgang des Sportevents maßgeblich gestärkt wird.
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