Masterarbeit, 2016
56 Seiten, Note: 1,7
1 Einführung
1.1 Einleitung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Fallbeispiel: Restrukturierung des europäischen Teils eines schwedisch-amerikanischen Konzerns durch die Umstellung auf eine Prinzipalstruktur
2.1 Hintergrund zum Fallbeispiel
2.2 Herausforderungen und Ziele
2.3 Die Struktur des Konzerns nach der Restrukturierung
2.4 Vorläufiges Ergebnis und Schlussfolgerungen
3 Problemstellung, Begrifflichkeit, Theoriebildung
3.1 Das Grundproblem: Wettbewerb und Moral
3.2 Stakeholder-Konzept und Shareholder Value-Ansatz
3.2.1 Der Shareholder Value-Ansatz
3.2.2 Das Stakeholder-Konzept
3.2.3 Stakeholder-Konzept versus Shareholder-Ansatz
4 Theoriestrategie: Ethik mit ökonomischer Methode
4.1 Erklärung und Gestaltung der Ökonomik
4.2 Die Interaktionstheorie
4.2.1 Das Konzept des „Gefangenendilemmas“
4.2.2 Analyse der Dilemmastrukturen am Fallbeispiel
4.2.3 Lösungsmöglichkeiten von Dilemmastrukturen
4.3 Das klassische Konzept: Ein systematisches Verhältnis von Ökonomik und Ethik
4.4 Allgemeine Handlungsempfehlungen
5 Handlungsverantwortung und Handlungsstrategien
5.1 Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen
5.1.1 Die Legitimation unternehmerischen Handelns
5.1.2 Die erweiterte Handlungsverantwortung – Corporate Social Responsibility
5.1.3 Das Konzept der unvollständigen Verträge
5.1.4 Die Grenzen der Verantwortung
5.2 Implementationsstrategien
5.2.1 Handlungssituationen und Handlungsstrategien
5.2.2 Der Entscheidungsprozess im Unternehmen
5.2.3 Beispiel: „Steuerrulings“
5.3 Das Ende der Geschichte: Die Veränderung der Rahmenordnung
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie multinationale Unternehmen in einem globalen Marktumfeld ihr Gewinnstreben mit moralischen Forderungen der Öffentlichkeit in Einklang bringen können. Ziel ist es, ein moralisches Entscheidungsdilemma konzeptionell aufzulösen und eine rationale Handlungsstrategie für das Management zu entwickeln, die sowohl ökonomische als auch gesellschaftliche Anforderungen integriert.
2.1 Hintergrund zum Fallbeispiel
In der Ausgangslage fertigte und verkaufte das hier betrachtete MNU eine Vielzahl an Produkten in Europa und Weltweit. Die Konzernstruktur war historisch bedingt äußerst komplex: Bedingt durch die Entwicklung des Konzerns und zur besseren Marktdurchdringung wurden die Produkte von mehreren europäischen Gesellschaften unter verschiedenen Markennamen vertrieben. Durch den Zukauf verschiedener Unternehmen und Fusionen mit anderen Unternehmen entstanden zahlreiche Tochteruntergesellschaften insbesondere in Europa, die teils unabhängig forschten und entwickelten, produzierten und verkauften. Die Koexistenz verschiedener Produktentwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsprozesse führten zu Ineffizienzen in den Geschäftsabläufen. Gleichzeitig sank aufgrund verschiedener gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen die Profitabilität der gesamten Branche im Zeitverlauf erheblich. Durch die diffuse Struktur des Konzerns war dieser von dem Ertragsrückgang besonders betroffen. Der Konzern war trotz dieser sehr starken Diversifizierung und der komplexen Konzernstruktur am Markt erfolgreich. Sein effektiver Steuersatz in Europa betrug allerdings mehr als 50%, was insbesondere auf die Nichtverwendungsfähigkeit von Verlusten einzelner Tochtergesellschaften durch andere Konzerngesellschaften zurückzuführen war und zusätzlich durch die hohe Besteuerung einzelner Tochtergesellschaften in Europa verstärkt wurde.
1 Einführung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass multinationale Konzerne zunehmend aufgrund von Strategien zur Steueroptimierung in der öffentlichen Kritik stehen, und legt das Ziel der Arbeit fest.
2 Fallbeispiel: Restrukturierung des europäischen Teils eines schwedisch-amerikanischen Konzerns durch die Umstellung auf eine Prinzipalstruktur: Anhand eines realen Beispiels wird aufgezeigt, wie eine komplexe Konzernstruktur durch eine Umstellung auf eine Prinzipalstruktur und die Nutzung von Steuerrulings optimiert wurde, was jedoch in ein moralisches Dilemma führte.
3 Problemstellung, Begrifflichkeit, Theoriebildung: Es werden die zwei zentralen Ansätze des Shareholder Value und des Stakeholder-Konzepts gegenübergestellt, um das Grundproblem des Wettbewerbs und der Moral theoretisch einzuordnen.
4 Theoriestrategie: Ethik mit ökonomischer Methode: Dieses Kapitel führt in die Interaktionstheorie ein und nutzt das Gefangenendilemma aus der Spieltheorie, um zu verdeutlichen, warum individuelle Akteure in Dilemmastrukturen gefangen sein können und wie eine institutionelle Rahmenordnung dies lösen kann.
5 Handlungsverantwortung und Handlungsstrategien: Es wird die Unternehmensethik im Rahmen der erweiterten Handlungsverantwortung (CSR) diskutiert und ein konkreter, idealtypischer Entscheidungsprozess für das Management vorgestellt, um auf moralische Forderungen rational zu reagieren.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentrale Erkenntnis zusammen, dass Unternehmen nicht nur ökonomisch agieren, sondern sich als Akteure in einem gesellschaftlichen Kontext begreifen müssen, um durch nachhaltige Verantwortung ihre Legitimation langfristig zu sichern.
Unternehmensethik, Stakeholder-Konzept, Shareholder Value, Steuerrulings, Gefangenendilemma, Handlungsverantwortung, Gewinnmaximierung, Corporate Social Responsibility, Ökonomik, Interaktionstheorie, Rahmenordnung, Wettbewerb, Moral, Prinzip-Agent-Theorie, Unternehmensführung.
Die Arbeit behandelt die ethische Herausforderung multinationaler Konzerne, ihre ökonomischen Gewinnziele mit den wachsenden gesellschaftlichen Anforderungen an verantwortungsvolles Handeln in Einklang zu bringen.
Zentrale Themen sind die Unternehmensethik, die Gestaltung von steuerlichen Rahmenbedingungen, spieltheoretische Analysen von Marktsituationen sowie die strategische Positionierung von Unternehmen gegenüber verschiedenen Anspruchsgruppen.
Das Ziel ist es, zu zeigen, wie Unternehmen moralische Entscheidungsdilemmata rational bewältigen können, anstatt in ein Entweder-oder zwischen Gewinn und Moral zu verfallen.
Die Arbeit stützt sich primär auf die moderne ökonomische Theorie, insbesondere die Interaktionstheorie und spieltheoretische Modelle wie das Gefangenendilemma, um soziale Dilemmastrukturen zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert ein praktisches Fallbeispiel zur Steueroptimierung, vergleicht theoretische Führungsmodelle (Shareholder vs. Stakeholder), entwickelt eine ökonomisch fundierte Ethik und leitet konkrete Strategien für den Entscheidungsprozess ab.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Steuerruling“, „Stakeholder-Management“, „Dilemmastruktur“, „Institutionelle Rahmenordnung“ und „Corporate Social Responsibility“ geprägt.
Steuerrulings werden als legales, aber in der Öffentlichkeit zunehmend als illegitim wahrgenommenes Mittel der Steuerplanung identifiziert, das Unternehmen in einen moralischen Konfliktfall führt.
Da Verträge nie alle Eventualitäten abdecken können, müssen Unternehmen durch eine integre Unternehmenskultur und moralisches Verhalten die Lücken schließen, die durch Unsicherheit entstehen.
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