Bachelorarbeit, 2014
33 Seiten, Note: 1,7
1 Finanzkrise 2007 als Auslöser für zunehmende Bedeutung von Stresstests
2 Konzeptionelle Darstellung des EBA–Stresstests von 2011
2.1 Definierte Szenarien der EBA
2.2 Kredit– und Marktrisiko als Schwerpunkt des Tests
2.3 Auswirkungen der Stresstestszenarien auf das Handels– und Anlagebuch unter Berücksichtung von Kredit– und Marktrisiko
3 Kritische Diskussion der EBA-Ansätze
3.1 Definition von CT1 durch die EBA
3.2 Nichtberücksichtigung des Liquiditätsrisiko
3.3 Haircuts bei Staatsanleihen
3.4 Zeitraum und Ausmaß des Tests
4 Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse
Die Arbeit untersucht konzeptionell den EU-weiten EBA-Stresstest von 2011 und analysiert kritisch dessen methodische Ansätze zur Stärkung der Finanzmarktstabilität und des Vertrauens in europäische Banken nach der Finanzkrise.
2 Konzeptionelle Darstellung des EBA–Stresstests von 2011
Eine sehr allgemeine Definition des Begriffs Stresstest, die im Risikomanagement als gültig angesehen wird, findet sich in der Publikation des International Monetary Fund „Stress testing of Financial Systems: An Overview of Issues, Methodologies, and FSAP Experiences“ von Blaschke 2001:
„The term stresstesting describes a range of techniques used to access the vulnerability of a portfolio to major changes in the macroeconomic environment or to exceptional but plausible events. The objective of a stresstest is to make risks more transparent by estimating the potential losses on a portfolio of abnormal markets.“
Der Wert eines Portfolios wird durch die Auswirkungen einer ungewöhnlichen, dennoch plausiblen Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst (vgl. Blaschke et al., 2001, S. 4). Ziel des Stresstests war es, die harte Kernkapitalquote (Core Tier 1 Ratio) von den Banken zu ermitteln. Unter der Core Tier 1 Definition auf Basis von Basel III versteht man eine besonders strenge Definition dessen, was Banken zum Eigenkapital rechnen können (vgl. EBA, 2011f).
Die Kontrolle der Banken durch den Stresstest erforderte viele Vorgaben und Richtlinien. Der Schwerpunkt der Übung war es das harte Kernkapital der Banken unter Verwendung verschiedener Szenarien zu bestimmen. Den Stresstest kann man als bottom–up und top–down Test interpretieren. Beim top–down Ansatz waren die Banken befähigt ihre eigenen internen Modelle zu verwenden, da die Aufseher lediglich die internen Modelle auswerteten. Eine Kombination beider Modelle wurde im EBA Stresstest 2011 verwendet (vgl. de la Lastra, 2012). Der Stresstest 2011 sollte außerdem dazu beitragen die Solvenz (Zahlungsfähigkeit) der Banken zu bewerten. Der Stresstest wurde auf mikro–prudentieller Ebene durchgeführt, da der Schwerpunkt der EBA auf den einzelnen Banken lag und nicht auf den nationalen Finanzsystemen (vgl. EBA, 2011a, S. 6).
1 Finanzkrise 2007 als Auslöser für zunehmende Bedeutung von Stresstests: Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund der Finanzkrise und die daraus resultierende Notwendigkeit, Stresstests zur Wiederherstellung des Vertrauens in Finanzinstitute einzuführen.
2 Konzeptionelle Darstellung des EBA–Stresstests von 2011: Hier werden die Grundlagen und methodischen Eckpunkte des EBA-Stresstests 2011 sowie die verwendeten hypothetischen Szenarien detailliert dargelegt.
3 Kritische Diskussion der EBA-Ansätze: In diesem zentralen Teil werden methodische Schwachstellen wie die Eigenkapitaldefinition, die Vernachlässigung von Liquiditätsrisiken und die begrenzte Berücksichtigung von Staatsanleihen kritisch hinterfragt.
4 Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse: Das abschließende Kapitel resümiert die Erkenntnisse der Arbeit und bewertet die EBA-Stresstests als wichtigen, wenngleich verbesserungswürdigen Prozess für die Finanzmarktstabilität.
EBA-Stresstest 2011, Finanzkrise, Bankenaufsicht, Harte Kernkapitalquote, Core Tier 1 Ratio, Kreditrisiko, Marktrisiko, Liquiditätsrisiko, Basel III, Staatsanleihen, Adverse-Scenario, Baseline-Scenario, Stresstest-Methodik, Eigenkapital, Finanzmarktstabilität
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Durchführung des EU-weiten EBA-Stresstests des Jahres 2011 und untersucht dessen Rolle bei der Stabilisierung des europäischen Bankensektors.
Die Schwerpunkte liegen auf den makroökonomischen Szenarien, den Anforderungen an das Kernkapital sowie der Behandlung von Kredit- und Marktrisiken durch die europäische Bankenaufsicht.
Das Ziel besteht darin, den Aufbau des Stresstests 2011 nachzuvollziehen und die darin enthaltenen Ansätze und Methoden kritisch zu bewerten.
Es handelt sich um eine konzeptionelle und kritische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Auswertung offizieller Dokumente der EBA und anderer Institutionen basiert.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen der Stresstests auch die spezifischen Szenarien, die Einbeziehung des Handels- und Anlagebuchs sowie die kritischen Diskussionspunkte hinsichtlich der methodischen Umsetzung erörtert.
Die wichtigsten Begriffe umfassen den EBA-Stresstest 2011, Core Tier 1 Ratio, Kreditrisiko, Marktrisiko, Liquiditätsrisiko und die Bankenaufsicht.
Die EBA verwendete strengere Kriterien auf Basis von Basel III, die viele Institute im Vergleich zu ihren eigenen, nach alten Regeln berechneten Werten, in Schwierigkeiten brachten und deren Kapitalquoten als unzureichend erscheinen ließen.
Die EBA begründete dies mit der primären Ausrichtung des Tests auf die Überprüfung der Solvenz und Kapitalausstattung; zudem fehlten 2011 einheitliche Methoden und Infrastrukturen für eine angemessene Liquiditätsprüfung.
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