Examensarbeit, 2013
67 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Gesellschaft der Jahrhundertwende
2.1 Historischer Hintergrund
2.2 Das Wesen der Jahrhundertwende-Gesellschaft
2.3 Vorstellungen und Ideale von Liebe und Sexualität im bürgerlichen Zeitalter
3. Arthur Schnitzlers Reigen und Liebelei als Spiegelbilder der Jahrhundertwende Gesellschaft
3.1 „[…] der Karusselbetrieb der Lust“ – zehn Menschen zwischen Trieben und Zwängen im Reigen
3.1.1 Reigen – Inhalt und Problematik
3.1.2 Figurenkonstellationen und Geschlechterrollen im Reigen
3.1.3 Sexualität und Moral im Reigen
3.1.3.1 „[...] Willst mich wirklich schon z’haus schicken?“ (R 68) – Das Motiv der Eile bei Männern und Frauen im Reigen
3.1.3.2 „Geh, willst nicht lieber Licht machen?“ (R 74) – Bedeutung von Licht und Temperatur im Reigen
3.1.3.3 „Aber wenn jetzt wer läutet“ (R 23) – Die Angst vor der Wahrheit im Reigen
3.1.3.4 „Was geht denn das dich an?“ (R 8) – Persönliche Hintergründe der Frauen und Männer im Reigen
3.1.3.5 „Wenn ich das gewußt hätt!“ (R 13) - Die Heuchelei der weiblichen Protagonistinnen im Reigen
3.1.4 „Nichts ist es … ein Rausch“ (R 50) - Liebe, Sexualität und Moral im Reigen
3.2. „Ich hab’ dich lieb! Aber jetzt laß mich fort“ – Liebe und Moral in Arthur Schnitzlers Liebelei
3.2.1. Liebelei – Inhalt und Problematik
3.2.2. Standeskonstellationen in Liebelei
3.2.3. Charaktere und Geschlechterrollen in Liebelei
3.2.3.1. Theodor
3.2.3.2. Fritz
3.2.3.3. Mizi
3.2.3.4. Christine
3.2.3.5. Nebenakteure
3.2.3.6. Zusammenfassung zu den Charakteren in Liebelei
3.2.4. Das Spiel mit der Liebe – Liebeskonzeptionen in Liebelei
4. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert die Dramen "Liebelei" und "Reigen" von Arthur Schnitzler, um aufzuzeigen, inwieweit diese Werke als Spiegelbilder der moralischen Widersprüche und der Doppelmoral der Jahrhundertwende zu deuten sind. Dabei wird untersucht, wie gesellschaftliche Normen mit den tatsächlichen privaten Lebensentwürfen und dem sexuellen Verlangen der Individuen kollidieren.
3.1.3.1 „[...] WILLST MICH WIRKLICH SCHON Z’HAUS SCHICKEN?“ (R 68) – DAS MOTIV DER EILE BEI MÄNNERN UND FRAUEN IM REIGEN
Arthur Schnitzler zeichnet verschiedentlich das Verhalten der jeweils männlichen und weiblichen Parts – vor, während und nach der sexuellen Vereinigung. Was in diesem Zusammenhang besonders auffällt, ist die Wiederholung dieser fast stereotypen Verhaltensmuster im Verlauf der zehn Dialoge. Ein häufig wiederkehrendes Motiv ist der Aspekt der Zeit. Hierbei ist es offensichtlich, dass jedes Paar zwar den Moment der Zweisamkeit und der Erotik für sich genießen möchte, doch werden beide Partner in jedem der zehn Dialoge von der Zeit beeinflusst, die sie an die Verruchtheit ihrer Situation zu erinnern scheint. Trotz dieser Gemeinsamkeit, die sich wie ein roter Faden durch alle Szenen zieht, liegt der Unterschied im divergierenden Verhalten zwischen Männern und Frauen. Vor dem Geschlechtsakt scheinen sich die männlichen Protagonisten wesentlich mehr Zeit für die Umwerbung der Damen zu nehmen, wohingegen die Damen erst nach der sexuellen Zusammenkunft Sicherheit verspüren und Zweisamkeit hinauszögern.
Ausnahmen bilden an dieser Stelle der Soldat und die junge Frau. Beide Figuren zeigen ein dem werkeigenen stereotypen Verhalten entgegengesetztes Handeln. Der Frage nach der möglichen Ursache für diese Ausnahme wird allerdings im Folgenden noch genauer nachgegangen.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Untersuchung der Dramen von Arthur Schnitzler als Spiegelbilder der moralischen Widersprüche der Jahrhundertwende vor und definiert den methodischen Ansatz.
2. Gesellschaft der Jahrhundertwende: Dieses Kapitel skizziert die historischen und gesellschaftlichen Hintergründe sowie die damals geltenden Ideale von Liebe und Sexualität im bürgerlichen Zeitalter.
3. Arthur Schnitzlers Reigen und Liebelei als Spiegelbilder der Jahrhundertwende Gesellschaft: In diesem Hauptteil werden die Dramen unter Berücksichtigung von Figurenkonstellationen, Moralvorstellungen und Liebeskonzeptionen analysiert.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Schnitzlers Werke als Darstellung eines gesellschaftlichen Fehlkonstrukts dienen, bei dem Individuen an der herrschenden Doppelmoral scheitern.
Arthur Schnitzler, Reigen, Liebelei, Jahrhundertwende, Wiener Moderne, Sexualmoral, Doppelmoral, Bürgertum, Rollenbilder, Liebeskonzeptionen, Geschlechterrollen, Fin de Siècle, Identitätskrise, gesellschaftliche Normen, Privatsphäre
Die Arbeit untersucht Arthur Schnitzlers Dramen "Reigen" und "Liebelei" im Hinblick auf die moralischen Widersprüche und die Doppelmoral im Wien der Jahrhundertwende.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis zwischen öffentlicher Moral und privatem Leben, Liebe als gesellschaftliches Konstrukt sowie die Darstellung von Sexualität und Geschlechterrollen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schnitzler durch seine Charaktere die Diskrepanz zwischen bürgerlichen Tugendidealen und dem realen, individuellen Handeln als gesellschaftliches Fehlkonstrukt entlarvt.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte, Sekundärliteratur zur Sexualforschung des 19. Jahrhunderts und eine detaillierte Textanalyse der Dramen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des "Reigen", fokussiert auf Motive wie Zeit, Angst und Heuchelei, und eine anschließende Analyse der "Liebelei", bei der die unterschiedlichen Liebeskonzepte der Hauptfiguren im Vordergrund stehen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Jahrhundertwende", "Doppelmoral", "Wiener Moderne", "Rollenbilder" und "Liebeskonzeptionen" maßgeblich bestimmt.
Der Ehemann im "Reigen" fungiert als Vertreter der bürgerlichen Doppelmoral, indem er einerseits die Ehe als sakrosankt und rein definiert, sich jedoch gleichzeitig selbst außereheliche Affären zugesteht.
Das Motiv der Eile spiegelt den gesellschaftlichen Druck und das Bewusstsein der Figuren für die Verruchtheit ihrer Situation wider, wobei Männer oft die Initiative zur Eile nach dem Akt ergreifen, während Frauen versuchen, diese Momente emotional zu verlängern.
Christine verkörpert eine "Romantikerin" und bildet den Gegenpol zu den anderen Figuren, da sie entgegen dem "süßen Mädel"-Klischee tiefgründige Gefühle hegt, an denen sie aufgrund der künstlichen Konstellationen der Liebelei schließlich zerbricht.
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