Bachelorarbeit, 2016
56 Seiten, Note: 1,5
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsstand und Quellenlage
1.3 Gang der Untersuchung
2 Relevante Entwicklungen im Ruhrgebiet
2.1 Fußball vor 1933 – Entwicklung zum Volkssport
2.2 Fußball ab 1933 – Gleichschaltung im Nationalsozialismus
2.3 Wirtschaft und Politik im Ruhrgebiet
3 Ausgewählte Ruhrgebietsvereine von ihrer Entstehung bis zum Nationalsozialismus
3.1 FC Schalke 04
3.2 Borussia Dortmund
3.3 Westfalia Herne
3.4 Rot-Weiss Essen
4 Analyse der Instrumentalisierung des Fußballsports
4.1 Initiierung durch das Regime
4.2 Akzeptanz und Widerstand der Vereine
4.3 Fußball als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen
4.4 Resümee
5 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Instrumentalisierung des Fußballsports im Nationalsozialismus am Beispiel von vier ausgewählten Vereinen des Ruhrgebiets (FC Schalke 04, Borussia Dortmund, Westfalia Herne und Rot-Weiss Essen), um aufzuzeigen, wie das Regime den Sport für ideologische und propagandistische Zwecke nutzte und inwieweit die Vereine auf diese Maßnahmen reagierten.
4.1 Initiierung durch das Regime
Bevor die Auswirkungen auf der Vereinsebene anzugehen sind, ist zunächst die Beeinflussung und Kompetenzbeschneidung auf Verbandsebene zu analysieren, um die Instrumentalisierung des Fußballs durch die Nationalsozialisten aufzuzeigen. Durch die Umstrukturierung des Sports nach der Machtergreifung auf das Führerprinzip war die Organisation streng hierarchisch aufgebaut. Der nationale Verband DFB gab die Anordnungen an die Landesverbände und diese wiederum an die einzelnen Vereine weiter. Daher wird auf die strukturellen Änderungen beim DFB als Dachverband und dem WSV als zuständigen Landesverband der Fußballvereine des Ruhrgebiets eingegangen. Die Verbände schufen die strukturellen Voraussetzungen zur Durchführung eines organisierten Fußballsports.
Die Darstellungen in Abschnitt 2.2 zeigen, dass der DFB neben dem Deutschen Turnerbund als mächtigster Sportverband stets im Fokus des NS-Regimes stand. Der Verband wurde seit der Machtergreifung trotz der gewährten Freiheiten kontrolliert und für politische Zwecke genutzt. Mit zunehmender Entmachtung und stufenweiser Gleichschaltung wurde der Fußball auf Funktionärsebene vollständig in den nationalsozialistischen Machtapparat integriert. Dem WSV als zuständigen Landesverband des Ruhrgebiets erging es ähnlich wie dem DFB. Nur durch den Widerstand Kleins konnte der Auflösungsprozess verzögert, aber nicht aufgehalten werden. Klein ging es aber ausschließlich um den Erhalt des Verbandes, mit der nationalsozialistischen Ideologie konnte er sich hingegen identifizieren, so dass der Gleichschaltungsprozess trotz des Widerstandes ungehindert umgesetzt werden konnte. Die Gleichschaltung wurde daher von DFB und WSV auf Anordnung des Regimes koordiniert und kontrolliert. Dies zeigen beispielsweise auch die Umsetzungen der Maßnahmen, wie die Neuordnung der Vereinsstrukturen nach dem Führerprinzip durch die Bestimmung eines Vereinsführerrings und eines Vereinsführers sowie die Anordnungen zur Anpassung der Vereinssatzungen zur reichsweiten Einheitssatzung im Januar 1935 wie in den Ausführungen zu den einzelnen Vereine in Kapitel 3 bereits angesprochen.
1 Einleitung: Definiert die Problemstellung, den aktuellen Forschungsstand sowie den methodischen Gang der Untersuchung zum Thema Fußball im Nationalsozialismus.
2 Relevante Entwicklungen im Ruhrgebiet: Analysiert den historischen Aufstieg des Fußballs zum Volkssport, die Folgen der nationalsozialistischen Gleichschaltung sowie die spezifische wirtschaftspolitische Situation im Ruhrgebiet.
3 Ausgewählte Ruhrgebietsvereine von ihrer Entstehung bis zum Nationalsozialismus: Stellt die Historie und Entwicklung der vier untersuchten Vereine FC Schalke 04, Borussia Dortmund, Westfalia Herne und Rot-Weiss Essen vor.
4 Analyse der Instrumentalisierung des Fußballsports: Untersucht zentral die Initiierung durch das Regime, die Anpassungswilligkeit der Vereine sowie die Widerspiegelung gesellschaftlicher Ausgrenzung im Fußball.
5 Schlussbetrachtung: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet das Ausmaß der Instrumentalisierung des Ruhrgebietsfußballs durch das NS-Regime.
Nationalsozialismus, Ruhrgebiet, Fußball, Instrumentalisierung, Gleichschaltung, DFB, FC Schalke 04, Borussia Dortmund, Westfalia Herne, Rot-Weiss Essen, Propaganda, Führerprinzip, Antisemitismus, Sportgeschichte, Drittes Reich
Die Arbeit analysiert, wie das nationalsozialistische Regime den Fußballsport zur politischen und ideologischen Funktionalisierung nutzte, insbesondere fokussiert auf die Vereine des Ruhrgebiets zwischen 1933 und 1945.
Zentral sind die Themen der Gleichschaltung der Verbände, die Instrumentalisierung von Vereinen und Spielern für Propagandazwecke sowie die Ausgrenzung von jüdischen Mitgliedern.
Die Arbeit untersucht, inwieweit das Regime den Fußball als Instrument missbrauchte, wie die Vereine darauf reagierten und welche gesellschaftlichen Veränderungen des NS-Staates sich auf den Sport übertrugen.
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse von Archivmaterialien, Zeitungsberichten, Fachliteratur und Zeitzeugeninterviews basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Vereine, die Analyse der regimeseitigen Initiierung der Instrumentalisierung, die Untersuchung von Anpassung und Widerstand der Vereine sowie die gesellschaftliche Widerspiegelung.
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Ruhrgebiet, Fußball, Gleichschaltung, Propaganda, Instrumentalisierung und die vier untersuchten Vereine.
Aufgrund seiner sportlichen Erfolge und der damit verbundenen Reichweite eignete sich der Verein besonders gut als nationalsozialistisches Aushängeschild und Vorzeigeverein.
Ein strukturierter Widerstand durch Vereine ist kaum feststellbar; Hinweise auf Widerstand beschränken sich auf einzelne Mitglieder, vor allem bei Borussia Dortmund, fanden jedoch stets im Untergrund statt.
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