Bachelorarbeit, 2016
58 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Definition des Suchtbegriffes
2.1. Substanzgebundene Abhängigkeit
2.2. Rausch ohne Drogen - Verhaltenssucht
3. Theoriegeschichte der Laufsucht
3.1. „positive addiction“
3.2. „negative addiction“
3.3. „primary or secondary exercise addiction“
4. Literaturreview
4.1. Entwicklung und Validierung eines Messinstrumentes
4.2. Untersuchung der negativen Auswirkungen
5. Darstellung der ausgewählten Studien zum Thema Laufsucht
5.1. Studien zur Entwicklung von Messinstrumenten
5.2. Studien zu den negativen Auswirkungen
6. Zwischenfazit - Kriterien aus den dargestellten Studien
6.1. Studien zur Entwicklung von Messinstrumenten
6.2. Studien zu den negativen Auswirkungen
7. Weitergehende Untersuchung und Ableitung der Diagnosekriterien
7.1. Grundlegende Kriterien der international gültigen Diagnosesysteme
7.2. Diskussion der dargestellten Diagnosekriterien
7.2.1. Eingeschränkte Steuerung
7.2.2. Soziale Beeinträchtigung
7.2.3. Riskante Einnahme
7.2.4. Pharmakologische Kriterien
7.2.5. Weitere Kriterien
7.3. Ableitung der Diagnosekriterien
8. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Ziel, basierend auf einer Untersuchung ausgewählter empirischer Studien, Diagnosekriterien für das Krankheitsbild der Laufsucht zu erarbeiten. Dabei werden diese Kriterien mit den international anerkannten Standards für stoffgebundene Abhängigkeit und Verhaltenssucht (gemäß ICD-10 und DSM-5) abgeglichen, um eine fundierte wissenschaftliche Einordnung des Phänomens zu ermöglichen.
3.1. „positive addiction“
Das Phänomen der Sportsucht bzw. „exercise addiction“ wurde erstmals in einer Publikation von Baekeland (1970) behandelt. Er führte ein Experiment von Effekten der Sportdeprivation durch, an dem einige Sportler trotz finanzieller Entschädigung nicht teilnehmen wollten, da die Teilnahme einen Trainingsverzicht bedeutet hätte (vgl. Baekeland, 1970, S. 365 ff. , vgl. auch Bette & Gugutzer, 2002, S.108; Breuer & Kleinert, 2009, S. 191 f.; Grüsser & Thalemann, 2006, S. 97). Baekeland (1970) schloss daraus, dass es zu einer suchtähnlichen Abhängigkeit von exzessiven Sporttreiben bei diesen Akteuren gekommen ist. Glasser (1976) definierte erstmalig die Sportsucht als „positive addiction“.
It seemed that a positive addiction was something a person chose to do, did by himself/herself, and did it on a regular basis. Then sometime later, the person who became so hooked into doing it that if he/she tried to stop it, he/she suffered withdrawal symptoms. On the other hand, unlike common addictions like alcohol and other drugs, gambling, and overeating, this was an positive addiction in that it undoubtedly made the person stronger (Glasser, 1977, S. 5).
Sportsucht, unter die auch die Laufsucht fällt, stellt für Glasser (1976) eine positive Sucht dar, da diese dem Betroffenen psychischen und physischen Nutzen bringt anstatt ihm zu schaden. Positive Sucht entsteht demnach durch Aktivitäten wie Laufen, die gut für den Menschen sind, wohingegen eine negative Sucht durch schädliche Stoffe wie Drogen entsteht (vgl. Grüsser & Thalemann, 2006, S.97).
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Laufsucht ein und erläutert die Problematik der fehlenden international anerkannten Diagnosekriterien.
2. Definition des Suchtbegriffes: Dieses Kapitel differenziert zwischen stoffgebundener Abhängigkeit und der Verhaltenssucht.
3. Theoriegeschichte der Laufsucht: Es werden zentrale Konzepte wie „positive addiction“ und „negative addiction“ zur historischen Einordnung dargestellt.
4. Literaturreview: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen bei der Suche nach empirischen Studien und deren Einteilung in Themenbereiche.
5. Darstellung der ausgewählten Studien zum Thema Laufsucht: Hier werden die Studien zur Fragebogenentwicklung sowie zu negativen Auswirkungen detailliert betrachtet.
6. Zwischenfazit - Kriterien aus den dargestellten Studien: Es erfolgt eine Zusammenfassung der aus den Studien extrahierten Kriterien und Suchtindizien.
7. Weitergehende Untersuchung und Ableitung der Diagnosekriterien: Die empirischen Ergebnisse werden mit internationalen Diagnosesystemen verglichen, um Diagnosekriterien abzuleiten.
8. Fazit und Ausblick: Das Kapitel schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des Krankheitsbildes und gibt Anregungen für zukünftige Forschung.
Laufsucht, Sportsucht, Verhaltenssucht, Diagnosekriterien, Ausdauersport, stoffungebundene Abhängigkeit, Entzugserscheinungen, Fragebogenentwicklung, Laufverhalten, psychosoziale Auswirkungen, Sportpsychologie, Exercise Addiction, negative addiction, positive addiction, sportliche Belastung.
Die Arbeit untersucht das Krankheitsbild der „Laufsucht“, um Diagnosekriterien auszuarbeiten, da es hierfür bislang keine international anerkannten Standards gibt.
Die zentralen Themen sind die Definition von Sucht im Allgemeinen, die Abgrenzung von Verhaltenssüchten, die Analyse empirischer Studien zur Laufsucht sowie der Abgleich mit internationalen Diagnosesystemen.
Ziel ist es, die definitorischen Grundlagen und Diagnosekriterien für die Laufsucht anhand empirischer Arbeiten herauszuarbeiten und diese mit den Standards für Verhaltenssucht zusammenzuführen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer systematischen Untersuchung und Auswertung ausgewählter empirischer Studien zum Thema Laufsucht.
Der Hauptteil umfasst die Theoriegeschichte, das Literaturreview, die detaillierte Darstellung ausgewählter Studien zur Messinstrumenten-Entwicklung und negativen Auswirkungen sowie die Herleitung von Kriterien.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Laufsucht, Sportsucht, Verhaltenssucht, Diagnosekriterien, Ausdauersport und Entzugserscheinungen charakterisiert.
Entzugserscheinungen werden als ein zentrales Kriterium angesehen, das bei Laufsüchtigen nach kurzzeitiger Abstinenz physischer oder psychischer Art auftreten kann.
Die sekundäre Laufsucht tritt oft als Begleiterscheinung einer Essstörung auf; die Arbeit konzentriert sich jedoch primär auf die eigenständige („primäre“) Form der Laufsucht.
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