Bachelorarbeit, 2014
38 Seiten
1. Einleitung, Forschungsdesign und Forschungsstand
2. Determinanten für Wahlenthaltung und niedrige Wahlbeteiligung
2.1 Bedeutung von Wahlen in demokratischen Systemen
2.2 Problemstellung: Wahlenthaltung und niedrige Wahlbeteiligung
2.3 Allgemeine Einflussfaktoren für Wahlenthaltung
2.3.1 Soziostrukturelle Einflussfaktoren
2.3.2 Individualpsychologische Einflussfaktoren
2.3.3 Temporäre Einflussfaktoren
2.4 Europaspezifische Einflussfaktoren für Wahlenthaltung
2.4.1 Einführung und Rückblick – Wahlbeteiligung bei Europawahlen
2.4.2 Einflussfaktor Art der Wahl – die Europawahl als Sekundärwahl
2.4.3 Individualpsychologische Einflussfaktoren
2.4.4 Konstitutionelle Einflussfaktoren
2.4.5 Gesellschaftliche Einflussfaktoren
3. Europawahl 2014 – Erwartungen und Ergebnisse
4. Resümee
Die Arbeit analysiert die Determinanten für Wahlenthaltung und niedrige Wahlbeteiligung, wobei sie sowohl allgemeine Faktoren als auch europaspezifische Besonderheiten betrachtet, um die anhaltend geringe Beteiligung bei Wahlen zum Europäischen Parlament zu erklären.
2.4.2 Einflussfaktor Art der Wahl – die Europawahl als Sekundärwahl
Erklärung für die anhaltende, niedrige Wahlbeteiligung bei Europawahlen liefert in Teilen die Betrachtung der Natur der Europawahl. Die in diesem Zusammenhang mit am häufigsten zitierte Theorie wurde bereits einige Monate nach der ersten Direktwahl der Mitglieder des Europäischen Parlaments im Jahr 1980 von den beiden deutschen Autoren Karlheinz Reif und Hermann Schmitt veröffentlicht. In ihrem Aufsatz Nine Second-Order National Elections - A conceptual framework for the analysis of European Election results klassifizieren sie die Wahlen zum Europäischen Parlament zu sogenannten "Second-order national elections", die ihnen den Charakter von Wahlen zweiter Ordnung mit einer Fokussierung auf innerstaatliche Themen und parteipolitische Auseinandersetzungen auf nationaler Ebene verleiht.
In ihrer zentralen These stellen Reif und Schmitt heraus, dass bei Wahlen der sekundären Ordnung grundsätzlich weniger auf dem Spiel steht als bei nationalen Hauptwahlen da es nicht primär um Machtverteilung und sich unmittelbar auswirkende Politikinhalte geht. Die schwache Politisierung und dementsprechend geringe Mobilisierung der Wählerschaft schlägt sich dabei auf die Wahlbeteiligung nieder, die charakteristischerweise geringer ausfällt als bei Wahlen erster Ordnung. "Since less is at stake in secondary elections, fewer voters may consider them sufficiently important to cast ballots." Niedrige Wahlbeteiligung ist damit für Reif und Schmitt eines der Hauptmerkmale von Second-order national elections.
1. Einleitung, Forschungsdesign und Forschungsstand: Das Kapitel führt in die Thematik der sinkenden Wahlbeteiligung ein und erläutert das Forschungsdesign sowie den wissenschaftlichen Kontext, auf dem die Arbeit aufbaut.
2. Determinanten für Wahlenthaltung und niedrige Wahlbeteiligung: Dieses Kapitel systematisiert allgemeine und europaspezifische Einflussfaktoren auf das Nichtwählerverhalten, unterteilt in verschiedene Untersuchungsebenen.
3. Europawahl 2014 – Erwartungen und Ergebnisse: Hier werden die Erwartungen an die Wahl 2014 sowie deren tatsächliche Ergebnisse hinsichtlich der Wahlbeteiligung und der neuen Rahmenbedingungen kritisch analysiert.
4. Resümee: Das Schlusskapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Analyse zusammen und zieht ein Fazit zur Beantwortung der zentralen Forschungsfrage.
Wahlenthaltung, Wahlbeteiligung, Europawahl, Sekundärwahlen, Demokratie, Nichtwähler, Europäisches Parlament, politische Partizipation, politische Entfremdung, Wahlverhalten, EU-Integration, Europäische Öffentlichkeit, Europäische Identität, Politische Soziologie, Wahlnorm
Die Bachelorarbeit untersucht die Gründe für Wahlenthaltung und die sinkende Wahlbeteiligung, insbesondere mit Blick auf die Wahlen zum Europäischen Parlament.
Die Arbeit behandelt die Bedeutung von Wahlen in Demokratien, soziostrukturelle und psychologische Gründe für Nichtwählen sowie spezifische europäische Besonderheiten, die das Wahlverhalten beeinflussen.
Das Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die potenzielle Wähler dazu bewegen, sich ihrer Stimme zu enthalten, und die daraus resultierende niedrige Wahlbeteiligung theoretisch zu erklären.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Herleitung und Analyse von bestehenden politikwissenschaftlichen Studien und Forschungsansätzen zur Wahlenthaltung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse von Einflussfaktoren und eine spezifische Untersuchung der Besonderheiten bei Europawahlen, wie etwa der Theorie der Sekundärwahlen.
Die wichtigsten Begriffe sind Wahlenthaltung, Wahlbeteiligung, Sekundärwahlen, Europäisches Parlament und politische Partizipation.
Die Arbeit stellt fest, dass eine mangelnde europäische Identität und Öffentlichkeit zu einer geringeren subjektiven Anerkennung der EU-Institutionen beiträgt, was das Interesse an der Wahl mindert.
Trotz neuer Rahmenbedingungen, wie der Personalisierung durch Spitzenkandidaten, zeigt die Analyse, dass sich die Erwartungen an eine steigende Wahlbeteiligung bei der Wahl 2014 nicht erfüllten.
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