Bachelorarbeit, 2016
42 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Kontext zur Entstehung des problemorientierten Religionsunterrichts
2.1 Geschichtlicher und gesellschaftlicher Hintergrund
2.2 Bildungspolitischer Hintergrund
2.3 Religionspädagogischer Hintergrund
3. Die Entwicklung und Entstehung des problemorientierten Religionsunterrichts
3.1 Der Anstoß durch Hans Bernhard Kaufmann und seine sechs Thesen
3.2 Karl Ernst Nipkow und das Verhältnis von Pädagogik und Theologie
4. Das Konzept des problemorientierten Religionsunterrichts
4.2 Zum Begriff des „problemorientierten“ Religionsunterrichts
4.2 Grundlegende Motive des problemorientierten Religionsunterrichts
4.3 Unterrichtsinhalte
5. Kritik am problemorientierten Religionsunterricht
6. Die Folgejahre – bis heute
7. Potenzial in der gegenwärtigen Religionspädagogik
7.1 Nutzen für den heutigen Religionsunterricht
7.2 Ein Blick in den Lehrplan
7.3 Beispiel einer Unterrichtsstunde
7.3.1 Unterrichtsplanung
7.3.2 Unterrichtsentwurf
8. Fazit / Schluss
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das didaktische Konzept des problemorientierten Religionsunterrichts, welches Ende der 1960er Jahre entwickelt wurde, um die zentrale Forschungsfrage zu beantworten, ob dieser Ansatz im heutigen schulischen Kontext als erledigt oder unabgegolten zu betrachten ist.
3.1 Der Anstoß durch Hans Bernhard Kaufmann und seine sechs Thesen
Bereits vor seinem Vortrag zum Thema „Muss die Bibel im Mittelpunkt des Religionsunterrichts stehen?“ im Oktober 1966 verfasste Hand Bernhard Kaufmann sechs Thesen, die zur Gründung des problemorientierten Religionsunterrichts führten. In einer späteren Veröffentlichung wurde den Thesen der Titel „Thesen zur Diskussion um eine zeitgemäße Didaktik des Religionsunterrichts“ hinzugefügt. Sie wendeten sich gegen den Bibelunterricht als Grundform und damit gegen das Übergewicht der Tradition im RU. Im Jahre 1968 fanden diese Thesen ihren Eingang in die Konzeption eines neuen Religionsunterrichts, den Kaufmann selbst den „Thematischen Unterricht“ taufte. Die wohl provozierendste These kritisierte das bis dato verwendete Konzept des hermeneutischen Religionsunterrichts: „Die traditionelle Mittelpunktstellung von Katechismus und Bibel als Gegenstand und Stoff des RU ist ein Selbstmissverständnis und weder theologisch noch didaktisch gerechtfertigt.“ Kaufmann ging noch weiter und warf dem hermeneutischen Konzept mangelnden Realitätsbezug vor. In seinen Thesen verlangte er, dass die reformatorische Lehre mit dem damaligen Welt- und Selbstverständnis durch Anknüpfungspunkte verbunden werden sollte und die Themen des RU dementsprechend anzupassen. Die didaktische und theologische Theorie solle zusammen forschen, welche „Medien und Methoden für optimale Aufgeschlossenheit für christlichen Glauben sorgen“.
1. Einleitung: Einführung in das didaktische Konzept des problemorientierten Religionsunterrichts und Formulierung der Leitfrage zur Aktualität des Ansatzes.
2. Kontext zur Entstehung des problemorientierten Religionsunterrichts: Untersuchung der geschichtlichen, gesellschaftlichen, bildungspolitischen und religionspädagogischen Faktoren, die den Wandel und die Entstehung des Konzepts bedingten.
3. Die Entwicklung und Entstehung des problemorientierten Religionsunterrichts: Darstellung der Rolle von Hans Bernhard Kaufmann und Karl Ernst Nipkow als Begründer und Theoretiker des Konzepts.
4. Das Konzept des problemorientierten Religionsunterrichts: Erläuterung der grundlegenden Motive, Begriffe und Auswahlkriterien für Unterrichtsinhalte.
5. Kritik am problemorientierten Religionsunterricht: Analyse der fachlichen und didaktischen Vorbehalte, wie das Spannungsfeld zwischen Tradition und Gegenwart.
6. Die Folgejahre – bis heute: Überblick über die Weiterentwicklung des Ansatzes und die Vielfalt der religionspädagogischen Strömungen nach 1970.
7. Potenzial in der gegenwärtigen Religionspädagogik: Bewertung der Relevanz für den heutigen Religionsunterricht sowie Übertragung in eine praktische Unterrichtsplanung.
8. Fazit / Schluss: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage mit dem Ergebnis, dass der problemorientierte Religionsunterricht unter Anpassungen unabgegolten bleibt.
Religionsunterricht, problemorientierter Religionsunterricht, Hans Bernhard Kaufmann, Karl Ernst Nipkow, Religionspädagogik, Didaktik, Schülersubjekt, Traditonskritik, Lebensweltorientierung, Emanzipation, Gerechtigkeit, moderne Schule, Unterrichtsplanung, interreligiöser Dialog, Säkularisierung
Die Arbeit untersucht das didaktische Modell des problemorientierten Religionsunterrichts hinsichtlich seiner historischen Entwicklung und seiner heutigen Relevanz.
Die zentralen Felder umfassen die Entstehungsgeschichte, die theoretischen Ansätze von Hauptvertretern, die Kritik am Modell sowie dessen Potenzial im modernen, pluralistischen Schulalltag.
Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, ob der problemorientierte Religionsunterricht als überholtes Konzept („erledigt“) oder als weiterhin wertvoller Ansatz („unabgegolten“) einzustufen ist.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse religionspädagogischer Fachliteratur, ergänzt durch die Rekonstruktion theoretischer Positionen und eine beispielhafte Anwendung in einem Unterrichtsentwurf.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die Diskussion von Kritikpunkten, die Analyse der Folgeentwicklung sowie die Untersuchung des Nutzens für heutige Lehrpläne.
Die wichtigsten Schlagworte sind Religionsunterricht, Problemorientierung, Lebensweltorientierung, Emanzipation, Didaktik, Schülersubjekt und religionspädagogische Reform.
Da moderne Lehrpläne Kompetenzen wie eigenständiges Lernen und Lebensweltbezug fordern, bietet der problemorientierte Ansatz wichtige Anknüpfungspunkte für die heutige Unterrichtspraxis.
Das Konzept kritisiert ein starres Übergewicht der Tradition, fordert aber eine sinnvolle Verbindung zwischen den christlichen Grundlagen und aktuellen Lebensfragen der Schüler.
Die Subjektivität und die Interessen der Schüler stehen im Zentrum, da sie als Ausgangspunkt für die Themenwahl dienen, um die Lernbereitschaft und Mündigkeit zu fördern.
Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass der Ansatz „unabgegolten“ ist, sofern er durch moderne Aspekte wie die stärkere Einbeziehung der Tradition und interreligiöse Offenheit ergänzt wird.
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