Bachelorarbeit, 2012
71 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Anerkennung der Profession Soziale Arbeit
2.1 Anerkennung
2.2 Soziale Arbeit und die klassischen Disziplinen der Wissenschaft
2.3 Gesellschaftlicher Nutzer Sozialer Arbeit
2.3.1 Wahrnehmung der Profession in der Öffentlichkeit
2.3.2 Darstellung in den Medien
2.4 Fazit
3. Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse
3.1 Arbeitsmarkt für Sozialarbeiter und Beschäftigungszahlen
3.2 Bedeutung als Wirtschaftsbereich
3.3 Ökonomisierungszwänge
3.3.1 Folgen der Ökonomisierung
3.4 Beschäftigungsbedingungen
3.4.1 Auswirkungen der Beschäftigungsbedingungen
3.5 Fazit
4. Gehälter in der Sozialen Arbeit
4.1 Vergütungen von Sozialarbeitern
4.1.1 Beurteilung der Umstellung auf den TV-L im Land Berlin
4.1.2 Der TVöD im Vergleich
4.2 Studie zu den Gehältern der Geschäftsführer
4.3 Fazit
5. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der hohen gesellschaftlichen Verantwortung der Sozialen Arbeit und den prekären Arbeits- sowie Vergütungsbedingungen der Professionellen. Ziel ist es, eine kritische Auseinandersetzung mit den Ursachen für mangelnde gesellschaftliche Anerkennung und ökonomische Drucksituationen anzustoßen.
3.3 Ökonomisierungszwänge
Kaum ein anderes Wort geistert in den letzten Jahren so häufig durch die Strukturen der Sozialen Arbeit wie der Begriff der Ökonomisierung. Bei fast allen Akteuren ist der Begriff negativ besetzt und wird mit weniger Geld für Projekte und die angebundenen Mitarbeiter verbunden. Allerdings haben viele Akteure auch keine konkreteren Vorstellungen was Ökonomisierung bedeutet und was sie für die Soziale Arbeit leisten könnte und sollte. Die BWL (Betriebswirtschaftslehre), zu der der Prozess der Ökonomisierung gehört, wird häufig als sogenannter „blinder Fleck“ der Sozialen Arbeit bezeichnet. Dies zeigt sich schon in der Ausbildung der Fachkräfte der Sozialen Arbeit.
An vielen ausbildenden Fachhochschulen gibt es in der Regel eine Vorlesung und eher wenige Seminare zur Thematik „Sozialmanagement“. Neben den juristischen Vorlesungen gehören diese Seminare aber wohl zu den ungeliebten bei den Studenten. Ein Professor an der Fachhochschule Potsdam bezeichnete diese Vorlesung als die „zweitunbeliebteste“ im gesamten Modulangebot. Fachkräfte und bereits Studenten scheinen den Begriff der Ökonomisierung ignorierend zu ertragen, ohne sich weiter mit diesem auseinanderzusetzen. Da die Ökonomisierung aber in den letzten 10 Jahren wohl der entscheidende Faktor für den Wandel der Beschäftigungsbedingungen in der Sozialen Arbeit zu sein scheint, ist die differenzierte Auseinandersetzung nicht nur für diese Abhandlung von Bedeutung.
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die wachsende Bedeutung des Studienfachs Soziale Arbeit bei gleichzeitigem Mangel an gesellschaftlicher Wertschätzung und Anerkennung.
2. Anerkennung der Profession Soziale Arbeit: Dieses Kapitel erörtert den philosophischen Begriff der Anerkennung und dessen Bedeutung für die Identitätsbildung und gesellschaftliche Positionierung der Sozialen Arbeit.
3. Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse: Hier werden die aktuellen Arbeitsmarktentwicklungen und der Einfluss betriebswirtschaftlicher Sparzwänge auf die Beschäftigungsbedingungen von Sozialarbeitern kritisch analysiert.
4. Gehälter in der Sozialen Arbeit: Das Kapitel bietet eine detaillierte Untersuchung der Vergütungsstrukturen, inklusive eines Vergleichs von Tarifverträgen und einer Studie zu Geschäftsführergehältern.
5. Zusammenfassung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Notwendigkeit einer aktiven Außendarstellung und eines gestärkten professionellen Selbstbewusstseins der Professionellen.
Soziale Arbeit, Anerkennung, Ökonomisierung, Beschäftigungsbedingungen, Vergütung, Profession, Identität, Sozialmanagement, Arbeitsmarkt, Tarifverträge, TV-L, TVöD, prekäre Beschäftigung, Sozialpolitik, Professionalität.
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der hohen fachlichen Verantwortung in der Sozialen Arbeit und der oftmals prekären finanziellen sowie arbeitsrechtlichen Situation der Beschäftigten.
Die Schwerpunkte liegen auf der gesellschaftlichen Anerkennung der Profession, der Entwicklung von Beschäftigungsverhältnissen unter dem Einfluss von Ökonomisierungszwängen sowie der Analyse von Vergütungsstrukturen.
Das Ziel ist eine sachliche und kritische Auseinandersetzung mit den Ursachen für die schlechte Vergütungssituation und die Förderung eines selbstbewussteren Auftretens der Profession.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, wissenschaftlichen Theorien sowie die Auswertung empirischer Studien und statistischer Daten zu Beschäftigungszahlen und Gehältern.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Anerkennungsbegriffs, die Auswirkungen ökonomischer Steuerung auf die Arbeitsbedingungen und einen detaillierten Vergleich von Vergütungsmodellen.
Zentrale Begriffe sind Soziale Arbeit, Ökonomisierung, Anerkennung, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Professionalität und tarifliche Entlohnung.
Der Autor argumentiert, dass eine historische Tradition der karitativen Bescheidenheit dazu führt, dass sich Fachkräfte unter Wert verkaufen, was der Entwicklung eines modernen professionellen Habitus im Weg steht.
Der Vergleich verdeutlicht die realen Einkommensunterschiede und die Schwierigkeiten bei der Umstellung von alten Tarifverträgen auf moderne Entgeltsysteme, was die Notwendigkeit von Transparenz unterstreicht.
Er plädiert für Transparenz bei der Vergütung von Führungskräften, um das öffentliche Zerrbild der Selbstbereicherung zu korrigieren und eine professionelle Vergütung für Managementverantwortung zu legitimieren.
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