Diplomarbeit, 2004
65 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Organisationen als emotionale Arenen
2.1. Das Verhältnis von Rationalität und Emotionalität
2.2. Bezugsrahmen: Emotionale Ebenen der Organisation
2.3. Begriffliche Bestimmung des Emotionalen
2.3.1. Emotionen
2.3.2. Emotionales Klima
2.4. Einflüsse und Wirkungen des Emotionalen
2.4.1. Emotionale Aspekte der Mikroebene
2.4.2. Emotionale Aspekte der Mesoebene
2.4.3. Emotionale Aspekte der Makroebene
2.5. Emotionsmanagement
2.5.1. Individuelles Emotionsmanagement
2.5.2. Kollektives Emotionsmanagement
3. Der Prozess des Organisationalen Lernens
3.1. Bedeutung und Kontext des organisationalen Lernens
3.2. Bezugsrahmen: Lernebenen der Organisation
3.3. Begriffliche Bestimmungen des organisationalen Lernens und der lernenden Organisation
3.4. Theoretische Ansätze des organisationalen Lernens
3.4.1. Entwicklungstendenzen der Ansätze
3.4.2. Kulturansatz von Argyris/Schön
3.4.3. Wissensbasierter Ansatz von Duncan/Weiss
3.4.4. Integrativ-systemischer Ansatz von Senge
3.5. Der Lernprozess und die Rolle von Emotionen
3.5.1. Phasen des Lernprozesses
3.5.2. Individueller Lernprozess
3.5.3. Kollektiver Lernprozess
3.5.4. Emotionsarten im Lernprozess
4. Emotionsbezogene Gestaltung lernender Organisationen
4.1. Problemfelder des Emotionalen
4.1.1. Emotionale Lernbarrieren auf der Mikroebene
4.1.2. Emotionale Lernbarrieren auf der Mesoebene
4.1.3. Emotionale Lernbarrieren auf der Makroebene
4.2. Lernförderliches Emotionsmanagement
4.2.1. Gestaltungsmöglichkeiten für das Lernen auf der Mikroebene
4.2.2. Gestaltungsmöglichkeiten für das Lernen auf der Mesoebene
4.2.3. Gestaltungsmöglichkeiten für das Lernen auf der Makroebene
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Emotionen und einem gezielten Emotionsmanagement für den Prozess des organisationalen Lernens. Ziel ist es, zu hinterfragen, ob eine rein rational orientierte Sichtweise auf Organisationen haltbar ist, indem die förderlichen und einschränkenden Wirkungen des Emotionalen auf verschiedenen Lernebenen analysiert werden.
2.1. Das Verhältnis von Rationalität und Emotionalität
Eine der wohl wichtigsten Erkenntnisse der neueren Psychologie ist, dass es ohne Emotionen kein rationales Denken, Entscheiden und Handeln gibt (vgl. Kiefer 2002, S. 32f.). Diese Interdependenz von Rationalität und Emotionalität stützt sich insbesondere auf die Forschungsergebnisse der Neurologen Damasio (vgl. 1995) und LeDoux (vgl. 2001), die damit die überholte Sichtweise der Irrationalität von Emotionen widerlegen konnten. Mayer/Salovey (vgl. 1997, S. 9) begründen die Dichotomie von Emotionalität und Rationalität mit der Auffassung, dass es die störende, vom gegenwärtigen Kurs ablenkende Kraft der Emotionen ist, die das Denken auf wichtigere Dinge richtet, welche erst durch die Emotionen in ihrer Bedeutung wahrgenommen werden.
In der Tat wurde das Emotionale wie Leidenschaften, Stimmungen und Gefühle lange Zeit als Störfaktor für kognitive Prozesse - also Denken, Entscheiden, Handeln, Lernen - angesehen. Rationalität als kognitive Fähigkeit des Menschen stellte somit viele Jahrzehnte auch ein Primat für Organisationstheoretiker des 20. Jh. dar, das die Unternehmenspraxis wesentlich geprägt hat (vgl. Kiefer 2002, S. 33). So beeinflussen die Vorstellungen des deutschen Soziologen Weber (vgl. 1980) von einer bürokratischen Organisation sowie die des amerikanischen Ingenieurs Taylor (vgl. 1983) von einer wissenschaftlichen Betriebsführung heute noch in vielfältiger Weise Unternehmen und Verwaltungen.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik und Problemstellung hinsichtlich der Vernachlässigung von Emotionen in der klassischen Organisationsforschung.
2. Organisationen als emotionale Arenen: Analyse der emotionalen Ebenen einer Organisation und Klärung zentraler Begriffe wie Emotionen und emotionales Klima.
3. Der Prozess des Organisationalen Lernens: Untersuchung der verschiedenen Lernebenen und Darstellung theoretischer Ansätze des organisationalen Lernens im Hinblick auf ihre emotionale Berücksichtigung.
4. Emotionsbezogene Gestaltung lernender Organisationen: Darstellung spezifischer emotionaler Lernbarrieren und Aufzeigen von Gestaltungsmöglichkeiten durch lernförderliches Emotionsmanagement.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Relevanz von Emotionen für das organisationale Lernen und Diskussion der Grenzen eines modernen Emotionsmanagements.
Organisationales Lernen, Emotionen, Emotionsmanagement, Emotionale Intelligenz, Organisationskultur, Lernbarrieren, Lernangst, Rationalität, Emotionsarbeit, Emotionales Klima, Individuelles Lernen, Kollektives Lernen, Führungsstile, Lernende Organisation, Flow-Konzept
Die Arbeit untersucht, welche Rolle Emotionen in Organisationen spielen und wie ein bewusstes Emotionsmanagement dazu beitragen kann, organisationale Lernprozesse effektiver zu gestalten.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der Emotionsforschung mit verschiedenen Theorien des organisationalen Lernens und analysiert deren Anwendung auf die Mikro-, Meso- und Makroebene von Unternehmen.
Das Ziel ist es, die Haltbarkeit einer rein rational orientierten Sichtweise auf organisationale Lernprozesse zu prüfen und Wege aufzuzeigen, wie Emotionen als Gestaltungsinstrument in lernenden Organisationen genutzt werden können.
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse und theoretische Einordnung bestehender Konzepte, um Zusammenhänge zwischen Emotionalität und Lernfähigkeit herzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse emotionaler Arenen, die theoretische Fundierung organisationalen Lernens, die Identifikation von emotionalen Lernbarrieren sowie konkrete Gestaltungsvorschläge für ein lernförderliches Management.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Organisationales Lernen, Emotionale Intelligenz, Lernangst, Emotionsarbeit und die Unterscheidung zwischen rationalen und emotionalen Aspekten in der Managementlehre.
Lernangst fungiert als Haupthindernis für notwendige Veränderungen, da sie das Festhalten an alten Denkmustern fördert. Die Arbeit zeigt auf, dass erst ein sicheres Umfeld und der Abbau dieser Angst höheres Lernen ermöglichen.
Ein positives emotionales Klima, geprägt durch Vertrauen und Zugangsemotionen, steigert die Kooperation und Effizienz, während durch negative Emotionen wie Angst oder Neid blockierte Lernprozesse die Leistungsfähigkeit mindern können.
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