Bachelorarbeit, 2015
57 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Perspektiven auf Bildung und Ökonomisierung
2.1 Ökonomisierung und das Verhältnis von Ökonomie und Politik
2.2 Die pädagogisch / philosophische Perspektive: Zum Widerspruch zwischen Bildung und Ökonomie
2.3 Die sozialwissenschaftliche Perspektive: Ökonomisierung im Diskurs
2.4 Ökonomisierung von Bildung: Diskurs, Dispositiv und Macht
3. Macht und Ökonomisierung im bildungspolitischen Diskurs Deutschlands
3.1 Der Machtbegriff
3.2 Die Grenzen des Diskurses
3.3 Die diskursiven Ereignisse
3.4 Wirtschaftliche Produktivität als Notwendigkeit
3.5 Bildungsökonomie als Wahrheitsregime
4. Spezifizierung der Diskursanalyse
4.1 Zur Kritik an „diskursanalytischen Anleitungen“
4.2 Vorgehensweise und Textkorpus
5. Analyse: Der bildungspolitische Diskurs Deutschlands
5.1 Die Grenzen des Diskurses
5.1.1 Die historische Dimension im bildungspolitischen Diskurs
5.1.2 Inhalte und Themen des bildungspolitischen Diskurses
5.1.3 Akteure im bildungspolitischen Diskurs
5.2 Die diskursiven Ereignisse: Der PISA- Schock
5.3 Wirtschaftliche Produktivität als Notwendigkeit: ökonomische Denkmuster
5.4 Bildungsökonomie als Wahrheitsregime
6. Fazit: Die Ökonomisierung im bildungspolitischen Diskurs Deutschlands
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstituierung der Ökonomisierung im bildungspolitischen Diskurs Deutschlands anhand von Publikationen der Kultusministerkonferenz (KMK), um aufzuzeigen, wie ökonomische Denkmuster Machtstrukturen und Wahrheitsregime innerhalb dieses Diskurses formen und etablieren.
3.1 Der Machtbegriff
Wie sich bereits beim Diskursbegriff gezeigt hat, tat sich Foucault mit eindeutigen Definitionen schwer. Des Weiteren entwickelte er seine Begriffe fortwährend weiter, so dass auch Widersprüche entstehen konnten. Seinen grundsätzlichen Gedanken zum Machtbegriff hielt er dennoch 1976 in „Sexualität und Wahrheit. Band 1: Der Wille zum Wissen“ fest. In der deutschen Übersetzung liest sich dieses wie folgt:
„Unter Macht, scheint mir, ist zunächst zu verstehen: die Vielfältigkeit von Kräfteverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren; das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen diese Kräfteverhältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt; die Stützen, die diese Kräfteverhältnisse aneinander finden, indem sie sich zu Systemen verketten - oder die Verschiebungen und Widersprüche, die sie gegeneinander isolieren; und schließlich die Strategien, in denen sie zur Wirkung gelangen und deren großen Linien und institutionelle Kristallisierungen sich in den Staatsapparaten, in der Gesetzgebung und in den gesellschaftlichen Hegemonien verkörpern." (Foucault 1983: 113f.)
Herauszuheben ist insbesondere der Begriff der „Kräfteverhältnisse“. Entscheidend sind dabei nicht so sehr die „Kräfte“. Für diese ist festzuhalten, dass es sich um Wirkungen handelt, die gewaltsam (nicht physisch, aber dennoch in Form eines Kampfes) auf die Individuen einwirken sowie von diesen ausgehen. Das „sowie“ und die „Kämpfe und Auseinandersetzungen“ deuten bereits auf den zweiten Teil des Begriffes: die Verhältnisse.
1. Einleitung: Vorstellung des Forschungsthemas zur Ökonomisierung im bildungspolitischen Diskurs und Einführung des theoretischen Rahmens nach Michel Foucault.
2. Perspektiven auf Bildung und Ökonomisierung: Überblick über den Forschungsstand, unterteilt in pädagogische, sozialwissenschaftliche und diskursanalytische Perspektiven zur Ökonomisierung von Bildung.
3. Macht und Ökonomisierung im bildungspolitischen Diskurs Deutschlands: Entwicklung eines theoretischen Modells zur Verknüpfung von Diskurs, Machtstrukturen und Ökonomisierung auf Basis Foucaultscher Begriffe.
4. Spezifizierung der Diskursanalyse: Darlegung der methodischen Vorgehensweise und Auswahl des Textkorpus mit kritischer Reflexion über diskursanalytische Ansätze.
5. Analyse: Der bildungspolitische Diskurs Deutschlands: Anwendung des Modells auf KMK-Dokumente zur Untersuchung der Diskursgrenzen, diskursiver Ereignisse und der Konstruktion von Notwendigkeiten.
6. Fazit: Die Ökonomisierung im bildungspolitischen Diskurs Deutschlands: Zusammenführende Darstellung der Ergebnisse zur Konstituierung der Ökonomisierung und ihrer Auswirkungen auf Machtverhältnisse.
Ökonomisierung, Bildungspolitik, Kultusministerkonferenz, Foucault, Diskursanalyse, Bildungsstandards, Macht, Bildungsökonomie, PISA, Humankapital, Kompetenzbegriff, Wahrheitsregime, Diskurs, Erziehungswesen, Governance.
Die Arbeit untersucht, wie sich der Begriff und die Praxis der Ökonomisierung im deutschen bildungspolitischen Diskurs manifestieren und durch welche Machtmechanismen dies gesteuert wird.
Zentral sind die Wechselwirkungen zwischen Bildung, Politik und Wirtschaft, die Rolle des Diskurses bei der Konstruktion von Wahrheiten sowie der Einfluss ökonomischer Denkmuster auf das Bildungssystem.
Das Ziel ist eine möglichst genaue Beschreibung des Aufbaus dieses spezifischen Diskurses, um zu klären, wie sich Ökonomisierung darin konstituiert und welche Machtlogiken dabei wirksam sind.
Die Autorin verwendet eine diskursanalytische Vorgehensweise, die stark an Michel Foucault angelehnt ist, dabei jedoch methodische Flexibilität bewahrt und die eigene Vorgehensweise kontinuierlich hinterfragt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Macht, Diskurs, Ereignisse) und eine empirische Analyse von KMK-Dokumenten, wobei besonders Bildungsstandards und die Rolle der Bildungsökonomie untersucht werden.
Die zentralen Schlagworte sind Ökonomisierung, Bildungsdiskurs, Foucault, Machtstrukturen, KMK, Bildungsstandards und Wahrheitsregime.
Die Arbeit relativiert die Rolle von PISA als alleinigen Auslöser der Ökonomisierung; sie zeigt auf, dass entsprechende Denkmuster und Tendenzen zur Standardisierung bereits in den 1990er Jahren erkennbar waren.
Kritische Stimmen haben im Diskurs durchaus einen Platz, sie werden jedoch von den machtdominanten Akteuren (KMK, Ökonomie) nicht als steuernde Kraft anerkannt und bleiben in ihrer Wirkung begrenzt, da sie das grundlegende "Wahrheitsregime" der Zahlen und Fakten nicht aufbrechen können.
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