Bachelorarbeit, 2015
71 Seiten, Note: 2,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1. Einleitung
2. Lernen mit Hypervideos
2.1 Lerntheoretische Grundlagen
2.1.1 Arbeitsgedächtnis
2.1.2 Informationsverarbeitung
2.1.3 Kognitive Belastung
2.2 Hypervideos
2.3 Zentrale Theorien zum Lernen mit Hypervideos
2.3.1 Dual Coding Theory
2.3.2 Cognitive Load Theory
2.3.3 Cognitive Theory of Multimedia Learning
3. Aufmerksamkeit beim Lernen mit Hypervideos
3.1 Definition Aufmerksamkeit
3.2 Die willkürliche und unwillkürliche Aufmerksamkeit
3.3 Die Selektionsfunktion der Aufmerksamkeit
3.3.1 Die klassischen Ansätze zur selektiven Aufmerksamkeit
3.3.2 Selektive visuelle Aufmerksamkeit
3.4 Die geteilte Aufmerksamkeit
3.5 Die Daueraufmerksamkeit und die Vigilanz
4. Diskussion und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen an die menschliche Aufmerksamkeit, die durch das Lernen mit interaktiven Hypervideos entstehen. Dabei liegt der Fokus auf der Identifikation zentraler Einflussfaktoren, die den kognitiven Prozess während der Rezeption und Navigation in solchen Medien steuern.
3.1 Definition Aufmerksamkeit
Das Gesamtkonstrukt der Aufmerksamkeit ist noch nicht genau erschlossen, denn die empirischen Befunde stellen nach Wentura und Frings (2013) lediglich Puzzleteile dar. Auch Domsch (2014) gibt an, dass es bereits viele Definitionsversuche gibt, jedoch bislang noch keine Einigkeit darin besteht, wie die Aufmerksamkeit letztendlich bestimmt werden kann. Somit lässt sich die Frage danach, was Aufmerksamkeit ist, nur schwer beantworten und je tiefer man in diese Materie eintaucht, desto schwieriger wird es, geeignete Definitions-Ansätze auszumachen (Wentura & Frings, 2013). Wentura und Frings (2013) stellen dennoch fest, dass die Aufmerksamkeit mit Konzentration zu tun hat, denn wenn Aufmerksamkeit vorhanden ist, achtet man in besonderer Weise auf bestimmte Dinge.
Den Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeit und Konzentration sprechen auch Schmidt-Atzert, Büttner und Bühner (2004) an. Dabei sehen Schmidt-Atzert, Büttner und Bühner (2004) den maßgeblichen Unterschied zwischen Aufmerksamkeit und Konzentration darin, dass sich die Aufmerksamkeit lediglich auf Wahrnehmungsprozesse bezieht und ausschließlich der Auswahl von Reizen und Informationen dient. Die Konzentration hingegen betrifft jede Form der Bearbeitung von Informationen, unabhängig vom Stadium der Verarbeitung. Hagendorf et al. (2011) nennen ebenfalls den Zusammenhang von Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, denn Wahrnehmung und Aufmerksamkeit lassen sich nicht per se voneinander trennen, da die Aufmerksamkeit eines Menschen eng mit dessen Wahrnehmung verbunden ist.
Gemeinsam dienen die Wahrnehmung und die Aufmerksamkeit dazu, die entscheidenden Informationen für ein effektives Denken und Verhalten auszuwählen, zu selektieren. Trotz der Komplexität dieses Forschungsgebietes der Aufmerksamkeit, lässt sich nach Wentura und Frings (2013) einvernehmlich festhalten, dass das kontrollierte Handeln, das Lernen oder auch die Verbindung zwischen Wahrnehmung und Bewusstsein oder Wahrnehmung und Gedächtnis ohne die Aufmerksamkeit schlichtweg unmöglich ist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz moderner Lernmedien ein und etabliert die Aufmerksamkeit als kritischen Faktor beim Erwerb von Wissen mit interaktiven Hypervideos.
2. Lernen mit Hypervideos: In diesem Kapitel werden lerntheoretische Grundlagen wie das Arbeitsgedächtnis sowie zentrale kognitive Theorien (Dual Coding, Cognitive Load, Multimedia Learning) erläutert, die das Lernen mit diesem Medium maßgeblich beeinflussen.
3. Aufmerksamkeit beim Lernen mit Hypervideos: Dieser Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Facetten der Aufmerksamkeit, darunter Selektion, geteilte Aufmerksamkeit sowie Vigilanz, und deren spezifische Funktion bei der Informationsverarbeitung in interaktiven Systemen.
4. Diskussion und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und kritisch reflektiert, wobei Anforderungen an die Gestaltung von Hypervideos sowie Anknüpfungspunkte für zukünftige Forschung thematisiert werden.
Aufmerksamkeit, Hypervideos, kognitive Belastung, Informationsverarbeitung, Arbeitsgedächtnis, selektive Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit, Vigilanz, Multimedia Learning, kognitive Überlastung, Interaktivität, Wissenserwerb, Lernpfad, kognitive Ressourcen, Gedächtnisspanne.
Die Arbeit untersucht die Rolle der Aufmerksamkeit als limitierte Ressource beim Lernen mit interaktiven Hypervideos und analysiert, wie Lernende mit der Informationsflut in solchen Systemen umgehen.
Die Arbeit verknüpft psychologische Aspekte der Informationsverarbeitung, wie das Arbeitsgedächtnismodell und verschiedene Aufmerksamkeitsarten, mit dem medientechnischen Bereich des Hypervideo-Designs.
Ziel ist es, die Faktoren aufzuzeigen, welche die Aufmerksamkeit des Lernenden beeinflussen und Strategien zu benennen, wie durch die Gestaltung von Lernumgebungen kognitive Überlastung vermieden werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden theoretischen Analyse bestehender psychologischer und medienwissenschaftlicher Literatur, ergänzt durch die Auswertung empirischer Studien zum Thema.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der kognitiven Theorien zum multimedialen Lernen und eine detaillierte Auseinandersetzung mit verschiedenen Aufmerksamkeitsfunktionen (selektiv, geteilt, Daueraufmerksamkeit).
Zentrale Begriffe sind neben der "Aufmerksamkeit" vor allem "kognitive Belastung" (Cognitive Load), "Hypervideos" und die verschiedenen "Selektionsmechanismen" des menschlichen Gehirns.
Da das Arbeitsgedächtnis nur eine begrenzte Kapazität besitzt, erklärt das Modell von Baddeley, warum eine gezielte Selektion von Informationen bei der Arbeit mit komplexen Hypervideos für den Lernerfolg unabdingbar ist.
Dieser Effekt beschreibt die zusätzliche kognitive Belastung, die entsteht, wenn zusammengehörige Informationen räumlich oder zeitlich getrennt präsentiert werden, was bei Hypervideos durch die Vielzahl an Navigationselementen besonders häufig auftritt.
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