Bachelorarbeit, 2011
57 Seiten, Note: 2,3
1. Schulischer Misserfolg
2. Lern- und Leistungsmotivation
2.1 Intrinsische und extrinsische Motivation
2.2 Das Anspruchsniveau
2.3 Die Attributionstheorie
2.4 Erlernte Hilflosigkeit als Folge von wiederholten Misserfolgen
3. Schülerpersönlichkeit
3.1 Lern- und Leistungszielorientierung.
3.2 Selbstkonzept
3.3 Selbstwirksamkeitserwartung
3.4 Der Glaube an eine gerechte Welt
4. Förderung der Lern- und Leistungsmotivation
4.1 Auswirkungen der Bezugsnormierung auf den Attributionsstil des Schülers
4.2 Aus Misserfolgen lernen
4.3 Erfolge wertschätzen
4.4 Erreichbare Ziele setzen
4.5 Selbstwirksamkeitserwartung fördern
4.6 Was tun wenn es eigentlich schon zu spät ist?
Diese Arbeit untersucht die psychologischen Hintergründe und Mechanismen, die zum Nichterreichen von Lern- und Leistungszielen bei Grundschulkindern führen. Ziel ist es, Lehrkräften fundierte Erkenntnisse an die Hand zu geben, um Misserfolgserlebnisse im Unterricht besser zu verstehen und durch gezielte pädagogische Maßnahmen – wie die Förderung eines produktiven Attributionsstils und der Selbstwirksamkeit – einem "Teufelskreis des Misserfolgs" entgegenzuwirken.
2.4 Erlernte Hilflosigkeit als Folge von wiederholten Misserfolgen
In der Klasse ergibt sich folgende Situation: Ein Schüler scheint an einem Unterrichtsfach nicht interessiert zu sein. Er zeigt trotziges Verhalten gegenüber den Lehrinhalten und beteiligt sich nicht am Unterricht. Übungen und Aufgaben scheinen ihm zuwider und er setzt sich mit ihnen von Anfang an nicht richtig auseinander. Als Lehrer stellt man sich hier die Frage, woher dieses Verhalten stammt.
Aufschluss darüber gibt die Theorie der Erlernten Hilflosigkeit von Seligman (1979). Er hat unter anderem mit schwer depressiven Menschen gearbeitet und wurde dadurch angeregt, genauer zu erforschen, was Depressionen bedingen kann. Er vermutete einen Zusammenhang zwischen hilflosen Verhalten und der subjektiv wahrgenommenen Unkontrollierbarkeit einer Situation. Zunächst experimentierte Seligman mit Hunden. Seine ersten Experimente begann er damit, Hunde in ein Pawlowisches Geschirr zu schnallen, durch welches sie sich nicht mehr bewegen konnten. Er gab ihnen nicht vorhersehbare und nicht kontrollierbare Elektroschocks. Einen Tag später setzte er sie in eine so genannte shuttle box. Diese war durch eine Schulterhohe Trennwand unterteilt und in beiden Teilen konnten Elektroschocks an den Hund weitergeleitet werden. Den Hunden wurde es jedoch ermöglicht, durch das überschreiten der Trennwand den verabreichten Elektroschocks auszuweichen. Diesen Versuch machte er mit ungefähr 150 Hunden. Seligman hat beobachtet, dass ca. zwei Drittel der Hunde die Möglichkeit den Elektroschocks auszuweichen nicht wahrnahmen. Er vermutete, dass dieses Verhalten mit der Hilflosen Erfahrung der Hunde in dem Pawlowschen Geschirr zusammenhänge.
1. Schulischer Misserfolg: Definition von schulischem Misserfolg als Diskrepanz zwischen Zielsetzung und Ergebnis sowie Einordnung der subjektiven Wahrnehmung.
2. Lern- und Leistungsmotivation: Analyse motivationaler Grundlagen, einschließlich intrinsischer/extrinsischer Motivation, Anspruchsniveau, Attributionstheorien und erlernter Hilflosigkeit.
3. Schülerpersönlichkeit: Untersuchung persönlicher Merkmale wie Zielorientierung, Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit und der Glaube an eine gerechte Welt.
4. Förderung der Lern- und Leistungsmotivation: Darstellung konkreter pädagogischer Maßnahmen, um Schülern durch eine positive Bezugsnormierung und gezielte Förderung aus dem Misserfolgszyklus zu helfen.
Schulischer Misserfolg, Lernmotivation, Leistungsmotivation, Attributionstheorie, Erlernte Hilflosigkeit, Zielorientierung, Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit, Bezugsnormierung, Grundschule, Fördermaßnahmen, Leistungsgespräche, Reattributionstraining, Selbstregulation, Gerechte-Welt-Hypothese
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse von Misserfolgserlebnissen in der Primarstufe und erörtert, wie Lehrkräfte durch verändertes Handeln dazu beitragen können, dass Schüler produktiv mit schulischen Herausforderungen umgehen.
Die Arbeit behandelt die Lern- und Leistungsmotivation, die Entwicklung der Schülerpersönlichkeit sowie praxisorientierte Förderstrategien zur Steigerung der Selbstwirksamkeit.
Das Ziel ist es, Strategien aufzuzeigen, wie Lehrer verhindern können, dass wiederholte Misserfolgserlebnisse zu Resignation oder einer "erlernten Hilflosigkeit" bei Schülern führen.
Es werden klassische motivationspsychologische Theorien wie die Attributionstheorie von Weiner, das Konzept der Selbstwirksamkeit von Bandura und die Theorie der erlernten Hilflosigkeit von Seligman angewendet.
Der Hauptteil analysiert, warum Schüler unterschiedlich auf Misserfolge reagieren und stellt Zusammenhänge zwischen Motivation, Fähigkeitsselbstkonzept und dem schulischen Umfeld dar.
Kernsätze wie Selbstwirksamkeitsförderung, konstruktiver Umgang mit Fehlern, Bezugsnormierung und psychologische Prävention im Grundschulalltag stehen im Fokus.
Die soziale Bezugsnorm vergleicht den Schüler mit anderen, was oft Leistungsdruck erzeugt, während die individuelle Bezugsnorm den eigenen Fortschritt betrachtet und eher die Motivation stärkt.
Der Fehlerbengel ist ein methodisches Beispiel, das durch Puppenspiel Kindern spielerisch vermittelt, dass Fehler notwendige Schritte im Lernprozess sind, um Stabilität und Erfolg zu erreichen.
Das ABC-Modell nach Seligman hilft Schülern, negative Ereignisse (A) und ihre subjektive Interpretation (B) zu hinterfragen, um so zu konstruktiveren Konsequenzen (C) zu gelangen.
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