Masterarbeit, 2016
121 Seiten, Note: 1,3
1. Einführung in die Thematik
1.1 Notwendigkeit der empirischen Erfassung des Einflusses von Intermediären auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Motive einzelwirtschaftlicher Internationalisierung
2.2 Systematisierung von internationalen Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien
2.3 „Klassische“ Internationalisierungsprozesstheorien
2.4 International New Ventures als Gegensatz zu „klassischen“ Internationalisierungsprozesstheorien
2.4.1 Formen und Einordnung von Unternehmensgründungen
2.4.2 Konzept und Charakteristika von International New Ventures und Einordnung von „Born Globals“
2.4.3 Erweiterung durch das Konzept von „Born Regionals“
2.4.4 Abgrenzung der Regionalität als Kennzeichnung einer Maßstabsebene
3. Einfluss von Intermediären auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures
3.1 Psychische Verhaltensmerkmale der Entscheidungsträger im unternehmerischen Umfeld
3.1.1 Rolle der Entscheidungsträger im unternehmerischen Umfeld
3.1.2 Einfluss der Wahrnehmung von Unsicherheit und Risiko in Entscheidungssituationen
3.1.3 Einfluss der psychischen Distanz auf die Beurteilung von Ländermärkten
3.2 Konzeption des Einflusses von Intermediären auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures
3.2.1 Indirekte Marktbearbeitung durch Intermediäre
3.2.2 Minderung der Wahrnehmung von Unsicherheit und Fremdheit von Ländermärkten durch Intermediäre
4. Methodische Vorgehensweise
4.1 Wahl der Forschungsmethode
4.1.1 Theoretische Vorüberlegungen zur Methodenwahl
4.1.2 Unterscheidung und bisherige Bedeutung experimenteller Sozialforschung
4.2 Forschungsdesign und Datenerhebung
4.3 Datenanalyse
5. Ergebnisse der empirischen Untersuchung und Diskussion
6. Conclusio, Limitierungen und weiterer Forschungsbedarf
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Intermediären auf die Internationalisierungsstrategien von International New Ventures (INVs), insbesondere im Hinblick auf die Wahl zwischen regionalen und globalen Ausrichtungen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Nutzung eines Intermediärs die Wahrnehmung von Unsicherheit und psychischer Distanz bei den Entscheidungsträgern mindert und somit den Markteintritt in Märkte mit höherem Potenzial begünstigt, anstatt sich auf bekannte oder psychisch nahe Märkte zu beschränken.
3.1.2 Einfluss der Wahrnehmung von Unsicherheit und Risiko in Entscheidungssituationen
Jeder Eintritt in und jede Bearbeitung von einem Markt ist für das Unternehmen mit Chancen und Risiken in unterschiedlichem Ausmaße verbunden. Speziell Start-Ups sind geprägt durch hohe Unsicherheiten, bzw. Risiken. Dabei lassen sich diese Risiken nach dem Zeitpunkt einer getroffenen oder zu treffenden Entscheidung differenzieren (z. B. Ergebnisrisiko, Bindungsrisiko, etc.), wobei das Existenzrisiko (z. B. aufgrund von Illiquidität) immer besteht. So erweist sich die Aufbringung von Kapital teilweise als nicht einfach, da für herkömmliche Kreditfinanzierungen Sicherheiten fehlen. Jedoch sind auch gleichzeitig hohe Renditen durch schnelles Wachstum möglich.
Das Risiko findet in verschiedenen Fachdisziplinen unterschiedliche Ausprägungen und Definitionen. Der klassische Risikobegriff findet seinen Ursprung vor allem in der Mathematik – und im Speziellen der Stochastik (oder auch im Versicherungswesen) – und wird anhand der Eintrittswahrscheinlichkeiten von Ereignissen und des im Ereignisfall zu erwartenden Schadensausmaßes errechnet. In einer modernen (und vielmehr ökonomischen) Interpretation kann das Risiko aber auch als „Abweichung des tatsächlichen Ergebnisses von dem erwarteten Ergebnis“ gesehen werden. Diese Abweichung kann sowohl positiver als auch negativer Natur sein, wobei die negative Perspektive als Gefahr, die positive als Chance betrachtet wird.
In der Literatur herrscht diesbezüglich große Unklarheit darüber, inwiefern Unsicherheit und Risiko voneinander zu unterscheiden sind. Die Definitionen unterscheiden sich teils gravierend. Jackson/Musselman (1987) sehen Risiko einerseits als Unsicherheit verbunden mit der Möglichkeit eines Verlustes durch unvorhersehbare Ereignisse und andererseits als Variabilität der möglichen Resultate eines Ereignisses, das auf Zufall basiert. Dabei hängt das Ausmaß des Risikos davon ab, wie genau die Resultate eines Ereignisses vorhergesagt werden können – je genauer, desto geringer das Risikoausmaß. Andere Autoren sehen Risiko und Unsicherheit als getrennte Konstrukte oder gar Substitute. Entgegen dieser Definitionen, steht die Ansicht Knights (1921), wonach Risiko und Unsicherheit zwei separate Konzepte sind, die jedoch voneinander in Abhängigkeit stehen. Hierzu wird das Risiko als messbare Unsicherheit, „Ungewissheit“ als der nicht-messbaren Teil der Unsicherheit definiert.
1. Einführung in die Thematik: Die Arbeit begründet die Notwendigkeit der Untersuchung von INVs und deren Internationalisierung, insbesondere unter Berücksichtigung der Rolle von Intermediären bei der Strategiewahl.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über Internationalisierungsmotive, klassische Theorien und das Konzept der INVs bzw. "Born Globals" und "Born Regionals".
3. Einfluss von Intermediären auf das Internationalisierungsmuster von International New Ventures: Hier werden psychologische Faktoren wie die psychische Distanz und Unsicherheitswahrnehmung analysiert und das Konzept der Intermediäre als Instrument zur Risikominderung eingeführt.
4. Methodische Vorgehensweise: Es wird das Forschungsdesign eines Laborexperiments vorgestellt, welches dazu dient, den Einfluss von Intermediären auf das Entscheidungsverhalten von Gründern empirisch zu prüfen.
5. Ergebnisse der empirischen Untersuchung und Diskussion: In diesem Kapitel werden die Daten des Experiments präsentiert und die Hypothesen hinsichtlich der Wirkung des Markteintrittsmodus auf die Ländermarktwahl diskutiert.
6. Conclusio, Limitierungen und weiterer Forschungsbedarf: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Reflexion der methodischen Einschränkungen und Empfehlungen für künftige Forschungsarbeiten.
International New Ventures, Born Globals, Born Regionals, Internationalisierung, Intermediäre, Psychische Distanz, Unsicherheitswahrnehmung, Markteintrittsstrategien, Laborexperiment, Entscheidungsverhalten, Risikoperzeption, Entrepreneurship, Marktbearbeitungsstrategien, Globalisierung, KMU.
Die Arbeit untersucht, wie Intermediäre (wie z. B. Absatzmittler oder Berater) die Internationalisierungsentscheidungen von jungen, innovativen Unternehmen, sogenannten International New Ventures, beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf der internationalen Gründungsforschung, der psychologischen Betrachtung von Entscheidungsträgern (speziell hinsichtlich Risikowahrnehmung) sowie der Systematisierung von Markteintrittsstrategien.
Das Ziel ist es herauszufinden, ob Gründer, die bei der Internationalisierung auf einen Intermediär zurückgreifen, bei der Ländermarktwahl globalere Strategien verfolgen als Gründer, die ohne externe Hilfe agieren.
Der Autor führt ein quantitatives Laborexperiment mit 60 Probanden durch, bei dem zwei Gruppen unter unterschiedlichen Bedingungen ("direkter Markteintritt" vs. "Markteintritt mit Intermediär") Entscheidungen treffen müssen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu Internationalisierungsmodellen und psychologischen Einflussfaktoren sowie eine anschließende empirische Untersuchung mittels statistischer Verfahren wie der Varianzanalyse (ANOVA).
Zu den zentralen Begriffen zählen "International New Ventures", "Born Regionals", "Intermediäre", "psychische Distanz" und "Risikowahrnehmung".
Die psychische Distanz dient als Indikator dafür, wie fremd ein Zielmarkt auf einen Entscheidungsträger wirkt. Die Arbeit zeigt, dass hohe psychische Distanz oft zu einer Vermeidung solcher Märkte führt, sofern keine unterstützenden Intermediäre vorhanden sind.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Unterstützung durch Intermediäre dazu führt, dass Unternehmen weniger stark durch eigene Vorurteile oder Wissenslücken limitiert sind und eher Märkte mit höherem wirtschaftlichen Potenzial wählen.
Während "Born Globals" bereits kurz nach der Gründung auf weltweiten Märkten aktiv sind, fokussieren sich "Born Regionals" – wie der Autor darlegt – trotz internationaler Ambitionen primär auf ihre Heimatregion, oft bedingt durch Transportkosten oder kulturelle Distanz.
Der Innovationsgrad ist ein Unterscheidungsmerkmal für Gründungen. Innovative Unternehmen (INVs) gehen oft riskantere Wege, müssen aber aufgrund ihrer begrenzten Ressourcen (liabilities of newness) besonders vorsichtig bei der Wahl ihrer Markteintrittsmodi agieren.
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