Magisterarbeit, 2006
69 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Literatur und Musik
3 Intermedialitätstheorie nach Rajewsky
3.1 Definition von Intermedialität
3.2 Intermediale Bezüge
3.2.1 Erkenntnisziele und Problembereiche
3.2.2 Grundlagen der Systematik
3.2.3 Systematik
4 Modifikation der Systematik Rajewskys
5 Mozart auf der Reise nach Prag
5.1 Entstehung und Handlung
5.2 Musikalische Bezüge
5.2.1 W. A. Mozart
5.2.2 Don Giovanni
5.2.3 Figaro
5.2.4 ‚Tafelmusik zum Untergang’
5.2.5 Wagner-Kritik
5.2.6 ‚Neapolitanische Wasserspiele’
5.2.7 Permanente Bezüge?
5.2.8 Bezugselement Libretto
5.2.9 Das ‚böhmische Volksliedchen’
6 Resümee
Die Arbeit untersucht die vielgestaltige Einbindung von Musik in Eduard Mörikes Novelle "Mozart auf der Reise nach Prag". Ziel ist es, unter Anwendung von Irina Rajewskys Intermedialitätstheorie aufzuzeigen, wie musikalische Elemente und Formen in den literarischen Text integriert werden, um eine musikalische Wirkung zu erzeugen und die Charakterisierung der Hauptfigur zu stützen.
3.2.3 Systematik
Rajewsky stellt ihre Systematik unterschiedlicher Ausprägungen intermedialer Bezüge schematisch folgendermaßen dar: Wie bereits in 3.1 geschildert, bestehen intermediale Bezüge per definitionem dort, wo sich ein mediales Produkt auf das Produkt eines anderen Mediums oder auf ein anderes mediales System an sich (bzw. auf ein Subsystem desselben) bezieht. Im Rahmen ihrer Systematik bezeichnet Rajewsky diese beiden Möglichkeiten der Bezugnahme entsprechend als ‚Einzelreferenz’ und als ‚Systemreferenz’. Zunächst sei auf den Typus der Systemreferenz näher eingegangen, welcher sich aus zwei Unterformen, der ‚Systemerwähnung’ und der ‚Systemkontamination’, zusammensetzt.
1. Systemerwähnung: Bei der intermedialen Systemerwähnung wird innerhalb eines medialen Systems ein anderes mediales System punktuell erwähnt. Dies kann auf zwei verschiedene Weisen realisiert werden: Eine ‚explizite’ Systemerwähnung liegt vor, wenn das fremdmediale System benannt wird, „ohne daß dies eine Modifikation des narrativen Diskurses oder die Illusion eines [...] ‚Als ob’ mit sich brächte“. Die Thematisierung des fremdmedialen Systems erfolgt in Form eines schlichten ‚Redens über’ oder eines ‚Reflektierens’. Sätze wie ‚Erich und Regina verbrachten den Abend vor dem Fernseher’ oder ‚Wilhelm war immer schon der Meinung, dass das Fernsehen auf Dauer dumm macht’ lassen sich als Beispiele anführen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Intermedialität und die Bedeutung von Mozarts Werk in der Literatur des 19. Jahrhunderts ein, mit Fokus auf Mörikes Novelle.
2 Literatur und Musik: Dieses Kapitel kartiert das Forschungsfeld der Intermedialität mit einem Schwerpunkt auf Steven Paul Schers Einteilung der musikliterarischen Studien.
3 Intermedialitätstheorie nach Rajewsky: Hier werden die theoretischen Grundlagen von Irina Rajewsky zur Intermedialität sowie deren spezifische Systematik intermedialer Bezüge erläutert.
4 Modifikation der Systematik Rajewskys: In diesem Kapitel wird eine terminologische und strukturelle Anpassung der ursprünglichen Theorie vorgenommen, um sie für die Textanalyse praktikabler zu machen.
5 Mozart auf der Reise nach Prag: Dieser Hauptteil widmet sich der Anwendung des modifizierten Instrumentariums auf Mörikes Novelle, um musikalische Bezugselemente und -formen systematisch zu analysieren.
6 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und reflektiert die Eignung der angewandten Theorie für die Untersuchung musikalischer Phänomene in der Literatur.
Intermedialität, Literatur und Musik, Wolfgang Amadeus Mozart, Eduard Mörike, Mozart auf der Reise nach Prag, Rajewsky, musikalische Bezüge, Systemerwähnung, Systemkontamination, Illusionsbildung, Don Giovanni, Figaro, Sonatenform, Musikerzählung, Musik in der Literatur.
Die Arbeit analysiert die Einbindung von Musik und musikalischen Prinzipien in Eduard Mörikes Novelle "Mozart auf der Reise nach Prag" unter medientheoretischen Gesichtspunkten.
Zentrale Themen sind die Intermedialitätsforschung, das Wechselverhältnis zwischen Musik und Literatur sowie die Analyse von Musikalisierungstendenzen in einem literarischen Prosawerk.
Das Ziel ist es, musikalische Elemente im Text systematisch zu identifizieren, zu klassifizieren und ihre Funktion für die Bedeutungskonstitution der Novelle aufzudecken.
Die Untersuchung basiert auf der Intermedialitätstheorie von Irina Rajewsky, deren Systematik für die spezifischen Anforderungen der Novellenanalyse modifiziert wurde.
Der Hauptteil lokalisiert und diskutiert konkrete musikalische Bezüge, wie die Figur Mozart selbst, die Opern "Don Giovanni" und "Figaro" sowie strukturelle Analogien wie die Sonatenform.
Wichtige Begriffe sind Intermedialität, Mozart, Mörike, Systemerwähnung, Systemkontamination, Illusionsbildung und musikalische Strukturparallelen.
Er löst die starre, hierarchische Struktur der ursprünglichen Systematik auf und überführt sie in einen Merkmalkatalog, der die Kombination verschiedener Kenngrößen wie Dauer, Markierungsart und Illusionspotenzial erlaubt.
Der Autor zeigt auf, dass Mörike durch eine Anspielung im Text ("falsche Propheten") eine gezielte Kritik an Richard Wagner als Komponist formuliert, was ein wichtiges Element der musikalischen Auseinandersetzung im Text darstellt.
Sie interpretiert Mozarts Opern im Kontext der Novelle als Festmusik, die einen kritischen Blick auf die Aristokratie kurz vor der Französischen Revolution wirft und im Einklang mit der Todesmelancholie der Novellenfigur steht.
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