Diplomarbeit, 1998
75 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Der Tunneleffekt
2.1.1 Tunnelwahrscheinlichkeit
2.1.2 Tunnelstrom zwischen einem Metall-Vakuum-Metall Tunnelübergang
2.2 Bardeen's Näherung
2.3 Die atomare Korrugation
2.3.1 Einfluß von unterschiedlichen Spitzenzuständen auf das RTM-Bild
2.4 Rastertunnelspektroskopie
3 Auf- und Umbau des RTMs
3.1 Piezoelektrische Röhren-Scanner
3.1.1 Vorverstärkung und Störungen
3.1.2 Feedback-Elektronik
3.2 Vibrationsisolierung
3.3 Bearbeitung der RTM-Bilder im Computer
3.4 Ultrahochvakuumanlage
4 Funktionstest des RTMs an Luft
4.1 Messungen an der (0001)-Oberfläche von Graphit (HOPG)
4.1.1 Asymmetrie auf der HOPG (0001)-Oberfläche
4.1.2 Einfluß der Tunnelspitze auf RTM-Bilder von Graphit
4.1.3 Anomal große Korrugation auf HOPG
4.1.4 Laterale Kalibrierung des RTMs
4.2 RTM Messungen an einer Au(111)-Oberfläche
5 Test des RTMs im Hochvakuum
6 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der technischen Optimierung und dem Umbau eines sogenannten Beetle-RTMs (Rastertunnelmikroskop), um dessen Leistung bei der Untersuchung atomarer Oberflächenstrukturen zu verbessern. Das primäre Ziel besteht darin, durch bauliche Veränderungen an der Elektronik, der Vibrationsisolierung und dem Scanner-System stabilere Messungen an Luft sowie im Hochvakuum zu ermöglichen.
2.1 Der Tunneleffekt
Wie wir aus der Quantenmechanik wissen kann man ein Quant, wie z.B. ein Elektron, entweder mit dem Teilchen-Formalismus oder dem Wellen-Formalismus beschreiben. Im klassischen Teilchen-Formalismus wird ein Elektron, daß sich in einem Potential U(z) bewegt beschrieben durch
p^2 / 2m + U(z) = E.
Für E > U(z) hat das Elektron einen nichtverschwindenden Impuls in allen Bereichen. Jedoch wird für E < U(z) der Impuls imaginär und ist klassisch verboten, d.h., das Elektron kann nicht in die Potentialbarriere eindringen. Im quantenmechanischen Wellen-Formalismus beschreibt eine Wellenfunktion Ψ(z) den elektronischen Zustand, die die Schrödingergleichung (2) erfüllt
- (ħ^2 / 2m) * (d^2 / dz^2) Ψ(z) + U(z)Ψ(z) = EΨ(z).
Man erhält drei Lösungen für die drei Bereiche I, II und III (Abb. 4).
1 Einleitung: Einführung in die Grundlagen der Rastertunnelmikroskopie und Darstellung der Motivation für den Umbau des RTM-Systems.
2 Theoretische Grundlagen: Herleitung der quantenmechanischen Prinzipien des Tunneleffekts und der Beschreibung von Oberflächenzuständen durch Bardeen’s Näherung.
3 Auf- und Umbau des RTMs: Detaillierte technische Beschreibung der Umbaumaßnahmen am Scanner, der Elektronik zur Signalverarbeitung und der Vibrationsisolierung.
4 Funktionstest des RTMs an Luft: Validierung der Systemleistung durch Messungen an Graphit- und Goldoberflächen, inklusive der Interpretation der atomaren Auflösung.
5 Test des RTMs im Hochvakuum: Überprüfung der Funktionalität und Abschirmung des RTMs unter Hochvakuumbedingungen.
6 Zusammenfassung: Zusammenfassende Bewertung der erreichten Verbesserungen und Ausblick auf die Einsatzmöglichkeiten des optimierten Systems.
Rastertunnelmikroskopie, RTM, Beetle-RTM, Tunneleffekt, Oberflächenphysik, Graphit, HOPG, Au(111), Piezoelektrischer Scanner, Tunnelstrom, Atomare Auflösung, Ultrahochvakuum, Vibrationsisolierung, Zustandsdichte, Korrugation
Die Arbeit beschäftigt sich mit der technischen Verbesserung eines Rastertunnelmikroskops (RTM), um präzisere und stabilere Messungen atomarer Oberflächenstrukturen zu ermöglichen.
Die Arbeit verknüpft theoretische physikalische Grundlagen des Tunneleffekts mit praktischer experimenteller Apparateentwicklung und deren Validierung.
Das Ziel ist der Umbau des bestehenden RTM-Systems zur Reduktion von Artefakten durch optimierte Elektronik, verbesserte mechanische Stabilität und eine verfeinerte Scanner-Technik.
Es werden sowohl theoretische quantenmechanische Berechnungen (z.B. Schrödingergleichung) als auch experimentelle Methoden der Oberflächenanalytik an Graphit und Gold angewandt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Tunnelprozesse, die technische Beschreibung des Umbaus sowie die experimentelle Erprobung des Geräts.
Kernbegriffe sind Rastertunnelmikroskopie, Tunnelstrom, Piezo-Scanner, Oberflächenzustände und atomare Auflösung.
Der neue Scanner ist nun segmentiert, was eine präzise x-, y- und z-Auslenkung unabhängig voneinander erlaubt, anstatt wie zuvor nur in eine Richtung eingeschränkt zu sein.
Die Modifikation diente dazu, durch separate Stromdurchführungen störende kapazitive Kopplungen und damit einhergehende Bildartefakte zu minimieren.
Die Messungen an Graphit (HOPG) dienen als Funktionstest, da dessen atomare Struktur bekannt ist und zur Kalibrierung der Scanner-Parameter genutzt werden kann.
An Au(111) wurden Strukturen wie atomare Inseln beobachtet, deren Entstehung auf "flame annealing" und die Dynamik der Oberflächenatome zurückgeführt wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

