Masterarbeit, 2016
82 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
1.1 Forschungsfrage und Ziel der Arbeit
1.2 Methode
2. China – das Reich der Mitte
2.1 China - Zahlen und Fakten
2.2 Geschichte
2.3 Staat
2.4 Politik
2.5 Religion und Weltanschauungen
2.5.1 Daoismus
2.5.2 Konfuzianismus
2.6 Wirtschaft
3. Wohlfahrt in China
3.1 Ursprung und Entwicklung chinesischer Wohlfahrtskultur
3.2 Traditionelle Werte und soziale Bindungen
3.3 Wohlfahrt und soziale Sicherung von 1949 bis 1978
3.4 NGOs als Pfeiler zivilgesellschaftlicher Entwicklung
3.5 Transformation von der Plan- zur Marktwirtschaft
3.6 Tradition als Motor des Wandels?
3.7 Weltmacht oder Entwicklungsland?
3.8 Familienplanung und demographische Entwicklung
3.8.1 Trendwende während der Kulturrevolution
3.8.2 Ein-Kind-Politik
3.8.3 Überalterung der chinesischen Gesellschaft
3.9 Soziale und gesellschaftliche Veränderungen
3.10 Sozialer Wandel und soziale Sicherheit
3.11 Das Sozialsystem unter Führung der KP Chinas
4. Jugend- und Bildungspolitik Chinas
4.1 Jugendpolitik – gesetzliche Verankerung und politischer Wille
4.2 Bildung – aus Tradition
4.3 Bildungssystem des heutigen China
4.3.1 Vorschule
4.3.2 Grundschule
4.3.3 Mittelschule
4.3.4 „Gaokao“ – Büffeln bis zum Umfallen!
4.3.5 Hochschulwesen
4.3.6 Aussichten für Hochschulabsolventen
4.3.7 Berufliche Bildung und deren notwendige Reformen
4.4 Generation Y in China
4.4.1 Elektronische Medien
4.4.2 So „tickt“ Chinas Jugend
4.4.3 Regionale Unterschiede
4.4.4 Politische Bildung
4.5 Freiwilliges Engagement und Profession in der Sozialen Arbeit
4.5.1 Grassroots Organisationen und internationale NGOs
4.5.2 Professionalisierung der Sozialen Arbeit
4.6 Die Rolle des Allchinesischen Jugendverband (ACYF)
4.7 Deutsch-chinesische Zusammenarbeit in der Jugendpolitik
4.7.1 Internationale Jugendarbeit
5. Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Transformationsprozess Chinas im Spannungsfeld zwischen traditionellen Werten und westlich geprägter Moderne. Dabei wird analysiert, wie sich das Sozialsystem, die Bildungspolitik und die Jugendarbeit angesichts rasanter ökonomischer Veränderungen entwickeln und welche Rolle gesellschaftliche Akteure dabei spielen.
3.2 Traditionelle Werte und soziale Bindungen
Im Hinblick auf die traditionellen chinesischen Werte sind wesentliche Unterschiede zu der sich in Europa durch die Industrialisierung entwickelten Sozialpolitik und Wohlfahrt erkennbar.
In China herrscht ein kollektivistisches Gedankengut: Jeder Mensch gehört wenigen spezifischen Gruppen an, zum Beispiel einer Familie, einem dörflichen Clan oder einem Freundeskreis. Dabei steht im chinesischen Kulturkreis nicht die einzelne Person, sondern die ganze Gruppe im Vordergrund, dementsprechend wird auch das Wohl der Gruppe über die Befindlichkeiten des Einzelnen gestellt. „Die einzelnen Familienmitglieder mussten in ihren Familien getreulich ihrer Pflichten sich selbst erziehen, und ihre Arbeiten verrichten, um die Familienordnung zu sichern. Auf diese Weise sollte für alle Mitglieder der Gemeinschaft Wohlfahrt erreicht werden.“ (Kegel 1991, S. 30) Hilfsbedürftige, ob Kinder, Kranke oder Alte, wurden innerhalb der Familie gepflegt und versorgt. Selbst bei Naturkatastrophen oder Verwüstungen durch kriegerische Handlungen hielt die Familie zusammen und versuchte, die Not mit vereinten Kräften zu überstehen. Weitere Institutionen der sozialen Absicherung waren der dörfliche Clan, eine aus den gemeinsamen Vorfahren gewachsene Gemeinschaft oder später die sogenannten „Danwei“, kollektivierte und parteiideologisch geführte Arbeitseinheiten in den Betrieben und Volkskommunen. „War es den Einzelfamilien nicht möglich, in Notlagen sich selbst zu helfen, so sollte die Dorf- oder Clangemeinschaft die soziale Sicherung übernehmen.“ (Kegel 1991, S. 30) Die Gesamtverantwortung der sozialen Versorgung und Sicherung trug der Clan. Wegen der Größe des Landes und der stellenweise stark zerklüftenden Bevölkerungsstruktur war es dem Staat unmöglich, diese sozialen Funktionen zu übernehmen. Der Clan war somit eine unabdingbare Voraussetzung für das Bestehen der Gesellschaft und des Lebens.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den rasanten Wandel Chinas und begründet das wissenschaftliche Interesse des Verfassers, der durch seine berufliche Erfahrung in China tiefgreifende Einblicke in die dortigen Verhältnisse gewinnen konnte.
2. China – das Reich der Mitte: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über historische, demographische, politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die das heutige China prägen.
3. Wohlfahrt in China: Hier wird die Entwicklung der chinesischen Wohlfahrtskultur untersucht, von traditionellen Clanstrukturen bis hin zum heutigen staatlich gelenkten System und der Rolle von NGOs.
4. Jugend- und Bildungspolitik Chinas: Das Kapitel widmet sich der gesetzlichen Verankerung der Jugendpolitik, dem Bildungssystem und den spezifischen Herausforderungen, denen sich die chinesische Jugend heute gegenübersieht.
5. Schlussfolgerungen und Ausblick: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die zukünftige Entwicklung Chinas zwischen Tradition, Neoliberalismus und staatlicher Kontrolle.
China, Soziale Arbeit, Wohlfahrt, Bildungspolitik, Tradition, Moderne, Generation Y, Hukou-System, Sozialer Wandel, Reformpolitik, NGOs, Konfuzianismus, Demographischer Wandel, Jugendarbeit, Wirtschaftswachstum.
Die Arbeit analysiert den sozialen Wandel in China und dessen Auswirkungen auf das Sozial- und Bildungssystem.
Die zentralen Themen sind die Transformation von der Plan- zur Marktwirtschaft, die Rolle der Familie und traditioneller Werte sowie die aktuelle Jugend- und Bildungspolitik.
Ziel ist es, das Verständnis für die neu entstehende Gesellschaftsform Chinas zu fördern und die Herausforderungen für die soziale Sicherheit und die junge Generation zu beleuchten.
Der Autor stützt sich auf Literaturanalysen sowie auf eigene Erkenntnisse aus Fachkräfteaustauschen und Studienreisen in China.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine Untersuchung der Wohlfahrtssysteme und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der aktuellen Jugend- und Bildungspolitik.
Soziale Arbeit, Wohlfahrt, Bildungspolitik, Generation Y, sozialer Wandel und Konfuzianismus.
Das Hukou-System ist entscheidend für den Zugang zu sozialen Dienstleistungen wie Bildung und Gesundheitsversorgung und trägt maßgeblich zur Trennung zwischen Stadt- und Landbevölkerung bei.
NGOs und GONGOs füllen Nischen, die Staat und Markt offenlassen, und sind mittlerweile unverzichtbare Akteure im sozialen und ökologischen Sektor geworden.
Tugenden wie Disziplin, Fleiß und Gehorsam gegenüber Älteren prägen weiterhin das Sozialverhalten und dienen der Regierung zudem zur Stärkung gesellschaftlicher Harmonie.
Der Autor betont, dass keine westlichen Standards eins zu eins übertragen werden können, plädiert aber für einen Austausch, bei dem China von der deutschen Expertise bei der beruflichen Bildung lernen kann.
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