Bachelorarbeit, 2016
48 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Konzeptueller Kontext
2.1. Künstlerische Problemstellung
2.2. Das Destruktive im Schönen
2.3. Persönliche Bezüge
3. Fachwissenschaftlicher Bezug
3.1. Hans Bellmer
3.2. Annegret Soltau
3.3. Jenny Saville
3.4. Heike Ruschmeyer
3.5. Simon Birch
3.6. Metropolis (Film)
4. Der Werkprozess
4.1. Vorüberlegungen
4.2. Wahl der Mittel
4.2.1. Papier- und Formatwahl
4.2.2. Material und Farbwahl
4.2.3. Motivwahl
4.3. Serie BANDAGED – Exemplarischer Werkprozess
4.4. Serie MODERN ARMOR
4.5. Serie HYBRID
5. Resümee
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem zeitgenössischen Schönheitsideal und dem darin innewohnenden destruktiven Potenzial. Im Fokus steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper als Medium der Selbstinszenierung, wobei insbesondere die Auswirkungen von Perfektionszwängen, Körperkult und medialen Konstruktionen beleuchtet werden.
2.2. Das Destruktive im Schönen
„Es gab immer zwei Typen des Schönen: der eine zielt auf Annehmlichkeit, der andere verstörte. Nur der zweite lohnt sich heute noch.“ (Wolfgang Welsch)
Um den Zusammenhang zu verdeutlichen soll an dieser Stelle der Konsens erläutert werden, der die beiden Begrifflichkeiten in meinen Gedanken verbindet. Schönheit als recht abstraktem Begriff liegen unterschiedliche Wertmaßstäbe zugrunde. Sie ist schwer zu fassen. Doch es steht fest, dass sie ein Projekt von nie endender Dauer und unverzichtbar ist. Für diese Untersuchung muss die Definition darum eingegrenzt werden. Wenn nun im Folgenden von Schönheit die Rede ist, ist damit Schönheit im Sinne von körperlicher Schönheit im Bereich der ästhetisierenden Selbstgestaltung und Selbstinszenierung gemeint. Diese möchte ich wiederum auf den Körper im (halb)nackten Zustand an sich beschränken. Ein elementares Kriterium für Schönheit ist Symmetrie. Nicht nur in der Kunst, auch in der Wissenschaft legt sie den Maßstab für das Schöne. Der Begriff entstammt dem altgriechischen symmetría und kann mit Eben- oder Gleichmaß übersetzt werden. Es ist die Lehre der Proportionen von Längen- und Abstandsverhältnissen, in dem die menschlichen Körperteile zueinander stehen. Der Symmetriebegriff ist Kernbestandteil einer der ältesten Grundtheorien in der bildenden Kunst. Erstmals in Bezug auf die Antike umfassend erwähnt, zieht er sich in Form der Proportionslehre durch Kunst und Architekturtheorie hindurch bis ins 20. Jahrhundert. Für ein ästhetisches Urteil ist Symmetrie unabkömmlich. Zur Schönheit als Kategorie in der modernen Kunst bleibt zu sagen, dass diese dort kritisch angefochten wird, da sie eher als etwas Schöngemachtes, etwas Dekoratives und nicht Künstlerisches eingeordnet ist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des modernen Körperkults und die daraus resultierenden destruktiven Aspekte bei der Selbstinszenierung ein.
2. Konzeptueller Kontext: Hier werden die künstlerische Problemstellung, der theoretische Zusammenhang von Schönheit und Destruktivität sowie die persönlichen Hintergründe der Autorin dargelegt.
3. Fachwissenschaftlicher Bezug: Dieses Kapitel analysiert die künstlerischen Einflüsse verschiedener Akteure wie Hans Bellmer, Annegret Soltau oder Jenny Saville auf die eigene Arbeit.
4. Der Werkprozess: Der Abschnitt beschreibt detailliert die praktische Herangehensweise, Materialwahl und die Entstehung der drei Werkserien sowie die künstlerische Reflexion.
5. Resümee: Das Resümee zieht ein Fazit über die künstlerischen Studien und blickt kritisch auf die zukünftige Entwicklung von Schönheitsidealen und Körperoptimierung.
Schönheitsideal, Destruktivität, Körperbild, Selbstinszenierung, Identität, Körperkult, Moderne, Kunstpädagogik, Malerei, Collage, Deformation, Transformation, Körperästhetik, Performance, Sinnlichkeit.
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen dem Streben nach körperlicher Perfektion und den damit einhergehenden destruktiven Tendenzen in der zeitgenössischen Gesellschaft.
Zu den Schwerpunkten zählen die mediale Inszenierung des Körpers, Identitätsverlust durch Optimierungszwänge und die künstlerische Darstellung des menschlichen Körpers in seiner Zerbrechlichkeit.
Das Ziel ist es, das destruktive Element im aktuellen Schönheitsbegriff durch künstlerisch-praktische Studien sichtbar zu machen und kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit basiert auf einer kunsttheoretischen Analyse in Verbindung mit einem künstlerisch-praktischen Werkprozess, der durch Recherche und Reflexion begleitet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Kontextualisierung, die Auseinandersetzung mit wegweisenden Künstlern und eine detaillierte Dokumentation des eigenen Schaffensprozesses.
Wichtige Begriffe sind Schönheit, Destruktivität, Körperkult, Selbstinszenierung, Identität, Körpermodifikation und mediale Transformation.
Künstler wie Hans Bellmer oder Jenny Saville dienen als Orientierungspole für die Themenfindung und die formale Auseinandersetzung mit dem Fragmentarischen und Körperlichen.
Die Technik, insbesondere der Einsatz von Spachtel und Schichtungen, ermöglicht es, das Thema der Zersetzung und Rekonstruktion des Körpers malerisch umzusetzen.
Der Film Metropolis inspiriert die Auseinandersetzung mit dem modernen Menschen als „Maschine“ und bildet einen Ausgangspunkt für die Serie Modern Armor.
Diese Serie entstand aus einer intensiven Auseinandersetzung mit dem „Self“ und dem Wunsch, den natürlichen Verfall des Körpers durch malerische Eingriffe in eine neue ästhetische Form zu überführen.
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