Bachelorarbeit, 2015
35 Seiten, Note: 4,5 (Schweiz)
I. Einführung
II. Orientierung
II.1. Thematische Schwerpunkte
II.2. Formanalyse
III. Reaktionen und Kritik zu dem Buch.
III.1. Eine „Parodie auf den Holocaust“?
III.2. Die Stellung der Hauptfigur.
III.3. Zur Frage der politcal-correctness.
IV. Das Verhältnis des Erzählers zu den Figuren und deren Darstellung zwischen Neutralität und Verteufelung.
IV.1. Der Erzähler und die Hauptfigur.
IV.2. Konrad Morgen im Vergleich zu Kurt Schmelz.
IV.3. Der Erzähler und die Nebenfiguren
V. Letzte Haut im Vergleich zu Unscharfe Bilder.
VI. Schluß
Diese Arbeit untersucht den Roman "Letzte Haut" von Volker Harry Altwasser, mit besonderem Fokus darauf, wie das Werk das Tabuthema Nationalsozialismus und Holocaust aus der Täterperspektive behandelt und inwiefern es mit den Erwartungen politischer Korrektheit bricht.
II.1. Thematische Schwerpunkte
Letzte Haut beschränkt sich nicht nur auf eine Beschreibung des Lebens im KZ, sondern berührt zahlreiche Themen. Trotz des Kontextes ist und bleibt der Roman ein Krimi. Das Hauptthema ist nicht die Shoah, sondern die Untersuchung eines Richters betreffend eines Mordfalls und einer Unterschlagung von Geldern. Allerdings erlaubt die Verbindung des Schauplatzes und der Gattung des Kriminalromans dem Buch eine Vielzahl von Themen einzuschließen. Daß die Untersuchung in einem Konzentrationslager stattfindet und, daß sie gegen einen korrupten KZ-Kommandant durchgeführt wird, wirft eine große Menge von Themen auf.
Zuallererst spielt die Thematik des KZ-Systems im Allgemeinen und besonders des Lebens im KZ eine wesentliche Rolle, da sie als Schauplatz der Geschichte fungieren. Der Autor beschreibt die KZ bis zu den makabersten Details der gemeinen Hinrichtungen wie z. B. als der Hstuf Hackmann einen jungen Zigeuner zwingt, sich in eine mit Nägeln versehene Kiste zu legen.
Im Kontext des Lebens im KZ erscheint auch die besondere Eigenheit der national sozialistischen Heuchelei – beispielsweise als ein Häftling während eines inszenierten Fluchtversuches erschossen wird sowie im Gebrauch des national-sozialistischen Jargons als der Staf Pister das Buchenwald-KZ ein »Schutzhaftlager« nennt oder als der KZ-Arzt Todesakten fälscht, um die im Lager begangenen Morde zu rechtfertigen.
I. Einführung: Vorstellung des Romans im Kontext der zeitgenössischen deutschen Literatur sowie Erläuterung der Zielsetzung und der verwendeten Methodik.
II. Orientierung: Analyse der zentralen Themenfelder des Romans sowie Untersuchung der narrativen Struktur und Form.
III. Reaktionen und Kritik zu dem Buch.: Untersuchung der kontroversen literaturkritischen Rezeption, insbesondere der Vorwürfe einer vermeintlichen Parodie auf den Holocaust.
IV. Das Verhältnis des Erzählers zu den Figuren und deren Darstellung zwischen Neutralität und Verteufelung.: Detaillierte Betrachtung der Erzählperspektive und deren Einfluss auf die Wahrnehmung von Haupt- und Nebenfiguren.
V. Letzte Haut im Vergleich zu Unscharfe Bilder.: Komparative Analyse zwischen Altwassers Roman und Ulla Hahns "Unscharfe Bilder" hinsichtlich ihrer Herangehensweise an Schuld und Täterbiografien.
VI. Schluß: Zusammenfassende Reflexion über die Bedeutung des Romans für die Erinnerungskultur und die Spannungsfelder von Literatur und politischer Korrektheit.
Letzte Haut, Volker Harry Altwasser, Nationalsozialismus, Holocaust, SS-Richter, Täterliteratur, Banalität des Bösen, Mitschuld, politische Korrektheit, KZ Buchenwald, literarische Kritik, Erinnerungskultur, Konrad Morgen, Kurt Schmelz, historische Wahrheit.
Die Arbeit analysiert Volker Harry Altwassers Roman "Letzte Haut" und dessen Auseinandersetzung mit der Täterperspektive im Kontext des Nationalsozialismus.
Zentrale Schwerpunkte sind die Korruption innerhalb des SS-Systems, das Mitschuldgefühl der Hauptfigur sowie die Spannung zwischen der literarischen Darstellung und moralischen oder politischen Erwartungen.
Das Ziel ist es, zu diskutieren, ob der Roman eine Apologie der Shoah darstellt oder ob er dem Leser ein tieferes, differenzierteres Verständnis der NS-Strukturen ermöglicht.
Die Autorin oder der Autor verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, inklusive einer Untersuchung der Rezeptionsgeschichte durch zeitgenössische Kritiken und einem komparativen Ansatz.
Im Hauptteil werden thematische Schwerpunkte analysiert, die Kritik am Buch beleuchtet, das Verhältnis des Erzählers zu den Figuren untersucht und ein Vergleich zu einem thematisch verwandten Roman gezogen.
Begriffe wie "Banalität des Bösen", "Täterliteratur", "historische Korrektheit" und "politische Korrektheit" sind zentral für die Einordnung der Arbeit.
Da der Erzähler eine von der Hauptfigur erfundene Figur ist, entsteht eine besondere Distanz und Neutralität, die es dem Leser erschwert, die Taten der Hauptfigur eindeutig moralisch zu verurteilen.
Der Vergleich verdeutlicht durch die Gegenüberstellung verschiedener Täterbewältigungsstrategien, warum Altwassers Roman auf eine breitere öffentliche Ablehnung stieß als das Werk von Ulla Hahn.
Die Figur des realen SS-Richters Konrad Morgen dient als historisches Fundament, wobei der Autor durch fiktionalisierte Gedanken und Dialoge eine komplexe, teils ambivalente literarische Figur erschafft.
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